Heim

Pol Cassel

Pol Cassel (eigentlich Paul Ernst Karl Cassel) (* 17. März 1892 in München; † 9. September 1945 in Kischinew) war ein Dresdner Maler und Grafiker der Klassischen Moderne.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Cassel wurde 1907 bis 1914 in den Kunstgewerbeschulen in Erfurt und Dresden ausgebildet. Er nahm am 1. Weltkrieg teil und schloss sich danach dem Freundeskreis um Conrad Felixmüller an, zu dem auch Otto Griebel, Otto Dix und Elfriede Lohse-Wächtler gehörten. 1921 zog er mit seiner Frau Susanna und seinem ersten Sohn Ra von Dresden nach Wehlen, wo er bis 1938 blieb. Er bekam einen zweiten Sohn, Constantin. In einem abgelegenen Steinbruch oberhalb Zeichens entstanden in seinem Sommeratelier jene Naturstücke, Porträts, Tierbilder, Blumenstillleben und stimmungsvolle Landschaften, in denen der Maler avantgardistische Strömungen seiner Zeit mit dem unmittelbaren Naturerlebnis zu ausdrucksstarken Bildern verarbeitete.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten beendete 1933 Cassels Karriere. Seine Kunst wurde als entartet eingestuft. In den Ausstellungen „Spiegelbilder des Verfalls“ 1933 in Dresden und „Entartete Kunst“ 1937 in München waren Pol Cassels Bilder vertreten. Gleichzeitig isolierte ihn sein Eintritt in die NSDAP in seinem Freundeskreis um Otto Dix, Edmund Kesting und Eugen Hoffmann. Die erhoffte Anerkennung von offizieller Seite blieb aus und damit hielt der materielle Notstand für ihn und seine Familie an. Er musste seinen Lebensunterhalt als Arbeiter in den Steinbrüchen verdienen, bis er 1939 beim Wasserbauamt in Pirna dienstverpflichtet wurde. Im März 1944 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und verstarb in der sowjetischen Kriegsgefangenschaft. Ein Neuanfang blieb ihm deshalb verwehrt und so geriet er in Vergessenheit. Er ist heute nur unter Kunsthistorikern bekannt.

Werke (Auswahl)

Ausstellungen

Literatur


Personendaten
Cassel, Pol
Cassel, Paul Ernst Karl
deutscher Maler und Grafiker der Klassischen Moderne
17. März 1892
München
9. September 1945
Kischinew