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Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Gründung: 1479 und 1919
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Bibliothekssigel: DE-18
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Die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, kurz Stabi oder SUB Hamburg, ist die größte wissenschaftliche Allgemeinbibliothek des Stadtstaates Hamburg und der Hamburger Region. Sie ist insbesondere eine zentrale Bibliothek der Universität Hamburg und der anderen Hamburger Hochschulen. Sie dient der Literatur- und Informationsversorgung von Wissenschaft, Kultur, Presse, Wirtschaft und Verwaltung. Für die Freie und Hansestadt Hamburg versieht sie die Aufgaben einer Landes- und Archivbibliothek. Zudem hat sie als Staatsbibliothek das Pflichtexemplarrecht für Hamburg inne. Sie liegt im Stadtteil Rotherbaum im Bezirk Hamburg-Eimsbüttel.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als erste öffentliche Bibliothek in Hamburg wurde 1479 eine Ratsbibliothek eingerichtet. Sie war im Rathaus untergebracht und geht auf eine Stiftung des Bürgermeisters Hinrich Murmester zurück. Murmester hatte in Italien Jura studiert und war dort mit dem Humanismus in Kontakt gekommen. Die Bibliothek sollte „jedem ehrbaren Manne“ offen stehen. Für einige Jahre finden sich in den Akten der Hamburger Kämmerei Ausgabe der Stadt für den Unterhalt der Bibliothek. Über ihren endgültigen Verbleib ist allerdings nichts bekannt.

Nach der Reformation 1529 wurde in Hamburg von Johannes Bugenhagen eine neue Kirchenordnung eingeführt. Damit wurde nicht nur eine neue Lateinschule, das Johanneum eingerichtet, sondern auch eine Bibliothek, die in den Schulräumen aufgestellt war. Darin sollten nach der Kirchenordnung „alle boke gudt und bose“ versammelt werden. Wahrscheinlich wurden in dieser Bibliothek vor allem die Bücher der ehemaligen Klöster aufgestellt.

Als 1610 die Schule reformiert wurde und die Einrichtung eines Gymnasiums begonnen wurde, warb der Ratsherr und später Bürgermeister Sebastian von Bergen Geld und Buchspenden ein. Stiftungen wurden nicht nur von Ratsherren und Hamburger Gelehrten gemacht, sondern auch von einigen Zünften. Die Bücher, die erworben und gestiftet wurden, waren hauptsächlich repräsentative Ausgaben der antiken Klassiker und Werke der Theologie und Geschichte, sie wurden zunächst in der Prima des Johanneums aufgestellt.

Stiftungen des 17. Jahrhunderts

Der Gelehrte und Jurist Friedrich Lindenbruch vermachte der Bibliothek seine Sammlung, die neben humanistischen und juristischen Werken auch wertvolle Handschriften enthielt. Der Mathematikprofessor Johann Adolph Tassius verkaufte der Stadt Hamburg seine Bücher und mathematischen Instrumente für eine Leibrente von Lübischen 60 Mark für sich und seine Frau. Der Wert der Sammlung soll die Zahlung weit überschritten haben. Sein handschriftlicher Nachlass kam nach seinem Tode ebenfalls an die Bibliothek. Der Stadtphysikus Paul Marquard Schlegel vermachte der Bibliothek seine medizinische Literatur und Präparate.

Der Platz in den Klassenzimmern reichte nicht mehr aus, so dass 1650 ein anderer Raum im Johanneskloster über dem Gymnasium als Bibliothek hergerichtet und repräsentativ ausgestaltet wurde. Besonderen Eindruck machte auf die Zeitgenossen eine Kuppel, in der der Sternenhimmel mit den Sternen, Sternbildern und Gradkreisen dargestellt war, also eine Art Himmelsglobus. Die Sterne bestanden aus vergoldetem Blech und waren an ihrem „natürlichen Ort“ angebracht. Die Positionen hatte ein Mathematiker in die Kuppel übertragen. Otto Wagenfeld besorgte die künstlerische Gestaltung. Es wurde auch erstmals ein besoldeter Bibliothekar berufen und eine Bibliotheksordnung erlassen.

Aufgaben

Die Sondersammelgebiete

Bestand

Der aktuelle Bestand der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg bemisst sich auf rund 4 Millionen Print- und elektronische Medien. Der größte Teil des Bestands ist magaziniert. Die aktuellen Bestände der jeweils letzten 10 Jahre stehen offen im Selbstausleihbereich. In den Lesesälen sind die wichtigsten Nachschlagewerke, Handbücher und Zeitschriften, in Sonderlesesälen auch Spezialbestände verschiedener Gebiete (Handschriften, Hamburgensien und Kartensammlung) frei zugänglich, insgesamt rund 150.000 Bände, ebenso eine umfangreiche Sammlung von bibliographischen und biographischen Nachschlagewerken (53.000 Bände und 66.000 Mikrofiches) sowie für Studierende eine Lehrbuchsammlung mit Mehrfachexemplaren aus den verschiedensten Fachgebieten (ca. 50.000 Bände).

Hinzu kommen noch ca. 10.700 elektronische Medien (davon 3.500 elektronische Zeitschriften), ca 250 Inkunabeln, ca. 470 Nachlässe (z.B. von Joachim Jungius, Johannes Brahms, Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Mattheson, Detlev von Liliencron, Richard Dehmel, Hans Henny Jahnn, Wolfgang Borchert, Hubert Fichte) und ca. 780.000 Noten und Handschriften

Jährlich kommen zum Bestand der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg ca. 65.000 neue Bände hinzu.

Bestandsschwerpunkte

Die Bibliothek ist am Sondersammelgebietsplan der Deutschen Forschungsgemeinschaft beteiligt und erwirbt hierbei für die Gebiete Politik und Friedensforschung, Verwaltungswissenschaften, Spanien und Portugal, Indianer- und Eskimosprachen und -kulturen, Küsten- und Hochseefischerei die deutsch- und fremdsprachige Literatur so vollständig wie möglich. Darüber hinaus bildet die Latein-Amerikanistik in der ihr angeschlossenen Linga-Bibliothek einen traditionellen Schwerpunkt. Zusätzlich sammelt die Bibliothek verstärkt auf Hamburg bezogene Literatur, so genannte Hamburgensien, welche auch in der Hamburg-Bibliographie verzeichnet sind.

Gebäude

Im Hauptgebäude der Bibliothek befinden sich die Leihstelle, das Informationszentrum, 5 Lesesäle, der Selbstausleihbereich, die Lehrbuchsammlung, die Medienwerkstatt, ein Vortragsraum, ein Ausstellungsraum, die Fotostelle sowie eine Cafeteria. Im Altbau befinden sich der „Carl von Ossietzky“-Lesesaal, die „Wolfgang-Schweizer-Bibliothek, Homöopathische Bibliothek Hamburg“, die Bibliothek des Ärztlichen Vereins, das Wolfgang-Borchert-Archiv, die Linga-Bibliothek, die Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur, die Hamburger Theatersammlung und das Zentrum für Theaterforschung. Als Magazin dienen ein 16-stöckiger Turm, ein Kompaktmagazin sowie ein Speichermagazin in Bergedorf.

Virtuelle Fachbibliothek

Die Bibliothek betreibt zwei Virtuelle Fachbibliotheken:

Stella

Seit 2004 ist Stella, der Bibliotheks-Chatbot auf der Webpräsenz der Bibliothek zugegen. Stella unterstützt die Nutzer bei der Navigation durch die Webpräsenz und erleichtert vor allem die Nutzung der elektronischen Dienste. Ein Team von Mitarbeitern wertet häufig gestellte Fragen aus und passt die Stella zugrundeliegende Datenbank dementsprechend an.

Kampagne Hamburg ohne Worte

Da der Buchbestand der SUB von Säurefraß bedroht ist, hat die Bibliothek unter der Schirmherrschaft der Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck eine großangelegte Rettungskampagne unter dem Titel Hamburg ohne Worte gestartet, die inzwischen bundesweite mediale Aufmerksamkeit gefunden hat. Der Finanzbedarf für eine Entsäuerung der betroffenen Buchbestände allein in den Hamburger wissenschaftlichen Bibliotheken - mindestens 800.000 Bände - wird auf ca. 12 Millionen Euro geschätzt. [1]

Einzelnachweise

  1. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,497277,00.html

Literatur

 Commons: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 33′ 51″ N, 9° 59′ 7″ O