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Orgel Rysum

Die Orgel der reformierten Kirche in Rysum (Ostfriesland) gilt als das älteste in seinem Pfeifenbestand weitgehend erhaltene Instrument dieser Art in Nordeuropa, und zählt neben den Instrumenten in Sion, Kiedrich und Ostönnen zu den ältesten spielbaren Orgeln der Welt.

Baugeschichte

1457 wurde von Meister Harmannus in Groningen eine Orgel erbaut, die von den Rysumer Bauern mit drei ihrer besten Kühe bezahlt wurde. Sie wurde über den zugefrorenen Dollart nach Rysum transportiert. Dieses Instrument scheint ein Blockwerk mit dem Tonumfang H-f2 besessen zu haben sowie ein Basswerk, dessen Pfeifen im Prospekt erhalten geblieben sind.

Veränderungen wurden 1680 durch Joachim Kayser, 1689 durch Valentin Ulrich Grotian und später durch Matthias Amoort, der bei Arp Schnitger gelernt hatte, vorgenommen. 1776 wurde ein Register von Dirk Lohmann ergänzt, und 1867 bis 1868 wurde das Gehäuse oben verkürzt, weil in die Kirche eine neue Decke eingezogen wurde.

Nachdem 1941 Karl Puchar aus Norden bereits daran gearbeitet hatte, wurde 1959 bis 1961 eine Rekonstruktion durch Ahrend & Brunzema durchgeführt, die auch die Wiederherstellung des Gehäuses mit einschloss.

Disposition

Manual CDEFGA-g2a2
Praestant 8' (Prospekt)
Gedackt 8'
Octave 4'
Octave 2'
Sesquialtera II *
Mixtur III-V *
Trompete 8' *

* von Ahrend & Brunzema rekonstruiert