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Genickschussanlage

Genickschussanlage ist der offizielle Name einer speziell in der NS-Zeit verwandten Vorrichtung zur überraschenden Hinrichtung. Das Opfer wird dabei unter einem Vorwand so platziert, dass aus dem Nachbarraum ein Schuss in sein Genick abgegeben werden kann. Teilweise sind Genickschussanlagen dabei z.B. als an der Wand angebrachte Messlatten oder medizinische Instrumente getarnt.

Anlage im KZ Buchenwald

Bekannt sind derartige Anlagen vor allem aus Konzentrationslagern, speziell aus dem KZ Buchenwald. Diese Anlage diente nicht der Vollstreckung offizieller Todesurteile, sondern der unauffälligen Ermordung großer Opfergruppen. Im KZ Buchenwald wurden nach dem Überfall auf die Sowjetunion ab 1941 vor allem sowjetische Kriegsgefangene auf diese Weise ermordet. Die aus anderen Sammellagern überbrachten Häftlinge wurden unter dem Vorwand einer ärztlichen Untersuchung in den ehemaligen Pferdestall einbestellt, der rudimentär als Untersuchungszimmer eingerichtet war. Anschließend wurden sie vor der Messlatte an der Wand platziert und beim "Vermessen" durch das dafür vorgesehene Loch in der Wand ermordet. Da die Kriegsgefangenen zur sofortigen Ermordung vorgesehen waren, wurde weder ihre Ankunft im Lager noch ihr Tod in den Lagerlisten registriert. Die Zahl der an dieser Anlage Erschossenen wird auf über 8000 geschätzt.