Heim

Pas-de-Calais

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur Meerenge zwischen Frankreich und England siehe Straße von Dover.
Pas-de-Calais (62)
Region Nord-Pas-de-Calais
Präfektur Arras
Unterpräfektur(en) Béthune
Boulogne-sur-Mer
Calais
Lens
Montreuil
Saint-Omer
Einwohner 1 456 000 Einw.
(2005)
Bevölkerungsdichte 218 Einw./km²
Fläche 6 671 km²
Arrondissements 7
Kantone 77
Gemeinden 894
Präsident des
Generalrats
Dominique Dupilet
ISO 3166-2-Code FR-62

Lage des Départements in Frankreich

Pas-de-Calais [pɑdkaˈlɛ] ist ein Département im Nordosten Frankreichs mit der Ordnungsnummer 62. Sein Verwaltungssitz ist Arras. Der Name rührt von der Meerenge Straße von Dover (Straße von Calais), die Frankreich von England trennt (das pas steht für passage).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Pas-de-Calais ist Teil der Region Nord-Pas-de-Calais (die aus genau den beiden Departements Nord und Pas-de-Calais besteht). Das Departement grenzt an die Departements Nord und Somme und liegt an der Küste des Ärmelkanals und der Nordsee.

Größter Ort ist Calais. Weitere wichtige Orte sind: Bruay-la-Buissière, Étaples-sur-Mer, Le Touquet-Paris-Plage, Liévin, Hénin-Beaumont.

Flüsse: Authie, Canche, Ternoise, Liane, Sensée, Scarpe, Deûle, Lys, Aa.

Verwaltungsgliederung

Arrondissement Einwohner
(1999)
Fläche
(km²)
Bev.Dichte Kantone Gemeinden
Arras 300.785 2519 119 20 397
Béthune 279.783 674 415 14 99
Boulogne-sur-Mer 163.159 640 255 8 75
Calais 118.311 310 382 5 28
Lens 326.719 278 1174 15 39
Montreuil-sur-Mer 99.288 1160 86 7 140
Saint-Omer 153.523 1090 141 8 116

Geschichte

Pas-de-Calais ist eines jener 83 Departements, die am 4. März 1790, also während der Französischen Revolution in Anwendung des Gesetzes vom 22. Dezember 1789 geschaffen wurden. Es entstand durch Zusammenlegung des Boulonnais, des Artois und eines Teils des Ponthieu.

Auch der Geburtsort von Philippe Pétain, Cauchy-à-la-Tour, liegt im Département. Die Region ist, seit den 20er Jahren, eine politische Hochburg der Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF).

Klima

Messstation: Boulogne, Hafen, 73 Meter Höhe

maritime Klimadaten J F M A M J J A S O N D
mittlere Höchsttemperatur 6 6 9 11 15 17 19 19 18 15 10 7
mittlere Tiefsttemperatur 2 2 3 5 9 11 13 14 12 10 6 3
Anzahl sehr sonnige Tage 1,5 2 2,5 2,5 2 2 2,5 3 2 3 1,5 1,5
Anzahl Tage mit bedecktem Himmel 19 17 15 13 13 11 12 11 12 15 18 19
Anzahl Regentage 11 9 9 8 8 7 7 9 10 10 13 12
Regenmenge in mm 55 46 40 38 42 47 45 54 66 66 83 64
Wassertemperatur in Küstennähe 8 6 7 8 10 13 15 17 17 15 12 9

Tage pro Jahr mit

Stand 1991

Bevölkerung

Die Einwohner des Departements werden Pas-de-Calaisiens genannt.

Das Departement Pas-de-Calais ist eines der bevölkerungsreichsten und städtischsten in ganz Frankreich. Dennoch gibt es keine Großstadt: die Agglomeration von Calais überschreitet kaum 100 000 Einwohner, gefolgt von Boulogne-sur-Mer und Arras; Saint-Omer hat als Agglomeration mehr als 50 000 Einwohner.

Der am dichtesten besiedelte Teil des Pas-de-Calais ist das Kohlebecken von Lens im Osten des Departements, das seine Entwicklung im 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte. Auch hier findet man keine Großstädte, sondern um größere Orte herum (Lens, Liévin, Béthune, Bruay-la-Buissière, Hénin-Beaumont) eine Vielzahl zusammengewachsener kleinerer Orte, die zusammen ein weites städtisches Gebiet formen, das sich ins Departement Nord bis Douai und Valenciennes fortsetzt. Diese Agglomeration umfasst ein Gebiet, in dem 1,2 Millionen Menschen leben, davon die Hälfte im Pas-de-Calais. Als Kontrast dazu sind die Mitte und der Süden des Departements sehr ländlich (aber auch dicht besiedelt) strukturiert.

Bis zum Ersten Weltkrieg erzeugte die Kohleindustrie ein erhöhtes Bevölkerungswachstum (700 000 Einwohner um 1850, fast 1 000 000 im Jahr 1900). Der Krieg betraf das Département direkt, das zu der Zeit unter deutscher Besatzung stand und einer der wichtigsten Teile des Schlachtfelds war), das Bevölkerungswachstum ging jedoch nach Kriegsende ungebrochen weiter, bis 1 200 000 Einwohner erreicht waren. Nach der Weltwirtschaftskrise 1929 trat ein Rückgang ein, dem der Zweite Weltkrieg folgte. Nach 1945 stieg die Bevölkerung über 20 Jahre hinweg wieder an, von 1 168 545 1946 auf 1 397 159 1968. Seitdem stagniert diese Zahl (1 441 568 1999); das Durchschnittsalter bleibt jedoch niedrig und die Geburtenrate liegt weit über der Sterberate, der Wanderungssaldo ist jedoch aufgrund des Niedergangs der Kohleförderung und der damit verbundenen Industrien stark negativ. Einige Orte, die ausschließlich vom Bergbau lebten, haben in den vergangenen 50 Jahren etwa die Hälfte der Einwohner verloren.

Bildungswesen

Mangels großer Städte hatte Pas-de-Calais lange Zeit keine Universität. Erst 1992 wurde diese Anomalie mit der Université d'Artois und der Université du Littoral behoben. Die beiden Universitäten sind über die Grenzen des Departements hin ausgerichtet: die eine in Arras, Béthune, Douai, Lens und Liévin, die andere in Boulogne-sur-Mer, Calais, Dunkerque und Saint-Omer.

Verschiedenes

Pas-de-Calais ist das Departement mit der größten Zahl an Kommunen: 894. Viele Kommunen halten Städtepartnerschaften zu Orten im ehemaligen Kreis Iserlohn.