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Treuhand

Der Begriff Treuhand wird in vielerlei Zusammenhängen verwendet, die wohl alle von der juristischen Treuhand abgeleitet sind.

Ein Treuhandverhältnis zwischen zwei Personen liegt dann vor, wenn eine überschießende dingliche Rechtsmacht übertragen wird, die inter partes obligatorisch vinkuliert wird - "zu treuen Händen" übertragen. Im Verhältnis zu Dritten (Außenverhältnis) findet eine vollständige Übertragung des Rechts, etwa des Eigentums an einer Sache, statt. Damit hat der Empfänger der Sache (Treunehmer) im Außenverhältnis die volle Rechtsstellung des Eigentümers. Der Treunehmer ist jedoch durch einen Treuhandvertrag gebunden, die Sache im Sinne des Treugebers zu verwalten und nur vertragsgemäße Verfügungen vorzunehmen. Insofern ist ein Treuhänder ein Inhaber von Rechten, der diese Rechte zwar nur beschränkt ausüben darf (aufgrund einer Abrede mit einem Treugeber), aber trotzdem auch bei Missachtung der Abrede wirksam über diese Rechte verfügen könnte.

Derartige Konstruktionen werden in Praxis vor allem bei Sicherungsgeschäften, wie etwa der Sicherungsübereignung, oder im Inkasso relevant. Neuerdings bedeutsam vor allem für die betriebliche Altersversorgung, konkret zur Auslagerung von Vermögenswerten auf einen Treuhänder. Dabei wird die doppelseitige Treuhand bevorzugt, im internationalen Kontext Contractual Trust Arrangement oder CTA genannt.

Hauptsächlich in Ostdeutschland aber auch in den alten Bundesländern wurde nach 1990 umgangssprachlich und im Volksmund die so genannte Treuhandanstalt als Treuhand bezeichnet.

siehe auch: Haupttreuhandstelle Ost

Schweiz

In der Schweiz bezeichnet das Wort Treuhand und öfter das Wort Treuhänder zum einen einen Berufsstand (dipl. Treuhandexperte), welcher Unternehmen und Private in den Bereichen Buchführung, Steuern und teilweise der Revision (Wirtschaftsprüfung) berät. Die Tätigkeiten und das Anforderungsprofil entsprechen weitgehend denjenigen in Deutschland und Österreich. Weiter wird unterschieden zwischen Immobilientreuhändern und Sonderformen wie z. B. eine Wertpapiertreuhand es ist. Die Immobilientreuhandfirmen in der Schweiz üben in der Regel das Geschäft des Immobilienmaklers in Deutschland aus. Viele Firmen, welche sich mit Anlageberatung, Anlagevermittlung oder Vermögensverwaltung beschäftigen, tragen ebenfalls die Bezeichnung Treuhand in der Firma.

Österreich

Neben der allgemeinen Bedeutung ist Wirtschaftstreuhänder in Österreich ein geschützter Sammelbegriff für Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, die in der Kammer der Wirtschaftstreuhänder organisiert sind. Bilanzbuchhalter (ehemals bzw. übergangsweise auch) Selbständige Buchhalter gehören zwar auch zu dieser Kammer, dürfen sich aber nicht als Wirtschaftstreuhänder bezeichnen.


Siehe auch

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