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Landfall

Landfall bezeichnet in der Nautik und Luftfahrt das Sichten und Erkennen von Land nach einer längeren Überfahrt bzw. einem Ozeanflug.

Der Begriff kommt aus dem Englischen (to make landfall), ist aber auch unter deutschsprachigen Nautikern und Piloten gebräuchlich. Laut Brockhaus [1] ist Landfall jener Punkt der Küste, der beim Ansegeln zuerst in Sicht kommt. Schults Seglerlexikon [2] spricht von einem guten Landfall, wenn man den vorgesehenen Ansteuerungspunkt erreicht.

Früher hat man sogar den Kurs absichtlich um einige Grad nach Steuer- oder Backbord (rechts oder links) geändert, um beim Erreichen der Küste nicht im Zweifel zu sein, auf welche Seite man zum gewünschten Hafen gelangt. [3]. Denn ab dem Landfall war die Navigation nicht mehr auf Messungen (Kompass oder Koppelnavigation, später auch Funk) angewiesen, sondern konnte sich mittels Seekarten auf die Sichtnavigation stützen. Bis heute ist dies ein wesentlicher Grund, warum auch in modernen Luftfahrzeugen Flugkarten mitzuführen sind.

In der Seefahrt ist der Moment, wo das Land gesichtet wird, nicht nur von der Sichtweite abhängig, sondern wegen der Erdkrümmung auch von der Augenhöhe des Beobachters. Im allgemeinen handelt es sich um einige Stunden vor dem Erreichen der Küste und dem bevorstehenden Landgang der Besatzung.

In der Fliegersprache ist der (allerdings englisch bezeichnete) „landfall“ lt. ICAO bzw. FAA Bestandteil des Flugplans und der Flugfreigabe (Clearance) [4]. Daher ist neben dem Kurs auch die Zeit des voraussichtlichen Landfalls mitzuteilen.

Einzelnachweise

  1. Brockhaus 1960, Band 3, Seite 276
  2. Schult, Seglerlexikon (1992) ISBN 3-87412-103-8, p.250
  3. Albrecht/Vierov, Lehrbuch der Navigation, Verlag Decker, Berlin 1925
  4. International General Aviation Operations Manual Chapter 6, Clearances