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Lichenroth

Lichenroth ist ein Ortsteil von Birstein im Main-Kinzig-Kreis. Lichenroth hat etwa 400 Einwohner und liegt südlich des Naturparks Hoher Vogelsberg am Oberlauf der Salz auf einer Höhe von 410 bis 440 m ü. NN.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ort wurde zum ersten mal in einer Urkunde im Jahr 1241 als „Libechenrode“ erwähnt.

1867 nannte der Historiker Wilhelm Heinrich Riehl den Vogelsberg „Land der Armen Leute“. Das Leben war bis zum Ende der 1860er Jahre im Vogelsberg und in Lichenroth sehr hart. Der steinige Boden und das rauhe Klima erbrachten in der Land- und Viehwirtschaft nur geringe Erträge. Die Härte des Lebens zwang auch die Lichenrother Kinder zur Arbeit. So entwickelte sich von 1880-1960 die Sitte der „Hutekinder“, die ihre schulfreie Zeit auf den Wiesen verbringen mussten.

Vor dem zweiten Weltkrieg besaß Lichenroth eine bemerkenswerte jüdische Gemeinde mit mehr als sechzig Mitgliedern. Die Synagoge in der Bermuthshainer Straße blieb erhalten und diente nach dem Krieg als Veranstaltungsraum. Über Jahrzehnte wurde die Winterkerb in dem Gebäude abgehalten. Zur Jahrtausendwende wurde die ehemalige Synagoge an eine junge Familie verkauft und als Wohnhaus umgebaut. Die äußere Fassade blieb im Grundsatz entsprechend dem früheren Aussehen erhalten. Im Jahre 2000 brachte die Gemeinde Birstein eine Tafel mit den Namen der vertriebenen oder getöteten Gemeindemitgliedern an dem Gebäude an. Hin und wieder schauen Nachkommen der ehemaligen Lichenröther im Ort vorbei.

Lichenroth war bis 1974 Teil der eigenständigen Gemeinde „Oberland“ die aus den Ortsteilen Lichenroth, Wüstwillenroth, Wettges und Völzberg bestand und am 1. Juli 1974 in die Gemeinde Birstein eingemeindet wurde. Im Sprachgebrauch der älteren Einwohner der vier Ortsteile findet die Bezeichnung „Oberland“ immer noch Anwendung, auch stammt die gemeinsame Telefonvorwahl 06668 noch aus der Zeit vor der Eingemeindung.

Sehenswürdigkeiten

Eine Sehenswürdigkeit ist die Lichenrother Kirche, welche im Jahre 1732 erbaut wurde. Von 1732 bis 1744 gab es einen eigenen Pfarrer in Lichenroth, heute gehört die Kirchengemeinde zum Kirchspiel Kirchbracht. Zu beachten ist das Isenburger Patronatswappen, dass den Eingang der Kirche ziert. Die Steinkanzel der Kirche steht auf einer gebauchten Säule aus dem Jahre 1677, worauf im Jahre 1733 am Korb das Ysenburger Wappen hinzugefügt wurde. Die Kanzel überstand als einzige die Feuerbrunst von 1700, der die Kirche und auch viele Häuser in Lichenroth zum Opfer fielen.

Verkehr

Über Lichenroth verläuft die Bundesstraße 276, die den Ort im Norden mit Hartmannshain und im Süden mit Wächtersbach verbindet. In der Zeit von 1934 bis 1959 führte durch Lichenroth die Vogelsberger Südbahn, heute verläuft auf der ehemaligen Bahntrasse der Vogelsberger Südbahnradweg.

Regelmäßige Veranstaltungen

Vereine

Koordinaten: 50° 26' 12.4" N, 9° 19' 26.5" O