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Diskussion:Arthur Greiser

Beitrag von Helmut G. Gotzhein, 27.12.2006


G r e i s e r, Arthur Karl


M.d.R. Juli 1940 – Mai 1945


† [Hingerichtet] Poznań (Posen / Polen) 14. Juli 1946 Konfession: Unbekannt. Sohn des Gerichtsvollziehers Gustav Greiser und dessen Ehefrau Ida. 1903─Aug. 1914 Besuch der Volksschule, der (2jährigen) Mittelschule und des Königlich-Humanistischen Gymnasiums in Hohensalza (jedoch ohne Abschluß); er erlernte in seiner Kindheit und Jugend die polnische Sprache und beherrschte sie fließend [!]. 4.8.1914─Okt. 1918 Kriegsfreiwilliger; zunächst bei der Kaiserlichen Marine (Minensuchdienst Friedrichsort, Artilleriebeobachter in Flandern), Obermatrose, Maat. Dann Versetzung zur Fliegertruppe, Dienst auf der Seeflugstation Zeebrugge, Aug. 1917 Leutnant zur See d.R. (rückwirkend ab 1916), Aug.─Okt. 1917 Führer einer Flugstaffel im Jagdgeschwader »von Richthofen« , ab Okt. 1917 Kommandierung zur Seeflugstation Flandern II (Ostende/Belgien); wurde Okt. 1918 abgeschossen und schwer verwundet, anschließend bis Frühjahr 1919 Aufenthalt in verschiedenen Lazaretten (50% kriegsdienstbeschädigt). Kriegsauszeichnungen: u.a. E.K. I. . 1919 (erste) Eheschließung mit der Tocher eines evang. Geistlichen; Vater von drei Kindern. 1919─1921 beim Freikorps »Grenzschutz Ost« aktiv (Einsatz im Baltikum). Mai 1921 mit der Demobilisierung endgültig aus der Armee entlassen. 1921─1928 Volontär in einem Exportgeschäft bzw. selbständiger Handelsvertreter (für die Stettiner Ölwerke) in Danzig; scheiterte im Vorfeld der Weltwirtschaftskrise mit seiner Handelsvertretungsfirma und ging pleite . Da ungebunden in der Konfession, war G. 1921─1928 Mitglied einer Freimaurerloge in Danzig (»Johannis-Loge – Feste Burg im Osten«). Politisch orientierte er sich früh „rechts“: 1922/23 Mitglied der »Deutschsozialen Partei« (DSP, Mitgl.-Nr.: 520), 1924 Mitbegründer und 1924─1926 Angehöriger des deutschnationalen »Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten« in Danzig. 1928─1930 hielt sich G. nach seinem berufl. Desaster als Kapitän eines Motorbootes für Passagier-Rundfahrten in der Danziger Bucht über Wasser. Erst sein Eintritt in die NSDAP am 1.11.1929 (Mitgl.Nr.: 166.635), der mit einer gleichzeitigen Aufnahme in die SA verbunden wurde, bedeutete für ihn bald darauf nicht nur wirtschaftliche Erholung, sondern v.a. sozialer und politischer Aufstieg „der kleinen Schritte“: Okt. 1930 (vor dem 15., nur wenige Tage) kommissarischer Gauleiter der NSDAP des Gaues Danzig, Mitte Okt. 1930─19.6.1933 hauptamtlicher Gaugeschäftsführer der NSDAP des Gaues Danzig; war seit dieser Zeit (bis 1939) ein konkurrierender Rivale des neuen Danziger Gauleiters Albert Forster, dem er aber in vielen Dingen, v.a. intellektuell und bei der sachbezogenen Parteiarbeit überlegen war . Nov. 1930─Juni 1933 Abgeordneter der NSDAP-Fraktion und Fraktionsführer im Danziger Volkstag (Zentralparlament). 30.6.1931 Übertritt von der SA zur SS (SS-Nr.: 10.795), 29.9.1931 SS-Sturmführer, 29.11.1931─4.2.1932 Führer der Sonderstaffel des SS-Abschnitts VII, 4.9.1932 SS-Sturmhauptführer. 5.10.1932 Verurteilung wegen »Beschimpfung des Republikschutzgesetzes« durch die Große Strafkammer des Landgerichts Elbing zu 200 RM Geldstrafe anstelle 1 Woche Gefängnis (durch Amnestie vom 20.12.1932 Straferlaß). 20.6.1933 SS-Standartenführer. Nach dem Wahlsieg der NSDAP vom 28.5.1933 (absolute Mehrheit im Volkstag) war G. 20.6.1933─28.11.1934 Vizepräsident des Senats und Senator des Inneren der Freien Stadt Danzig. Okt.1933─Okt. 1939 Stellvertretender Gauleiter der NSDAP des Gaues Danzig. 1934, nach der Scheidung seiner ersten Ehe, zweite (und letzte) Eheschließung mit Maria, geb. Körfer ; Vater eines weiteren Kindes (Vater von insgesamt 4 Kindern in zwei Ehen). 12.3.1934 SS-Oberführer, 12.3.1934─1.1.1935 SS-Führer z.b.V. des SS-Oberabschnitts »Nordost«. Als Amtsnachfolger des demissionierten NS-Senatspräsidenten Hermann Rauschning 28.11.1934─1.9.1939 Präsident des Senats (Regierungschef) der Freien Stadt Danzig. In dieser Phase (1934─1939), als G. zwar parteipolitisch (als Vize-Gauleiter) dem Gauleiter Forster „disziplinarisch“ nachgeordnet und unterstellt war, staatspolitisch aber in seiner Senatspräsidenten-Position über Forster rangierte, gipfelten die Rivalitäten zwischen den beiden höchsten Danziger NS-Führungspersönlichkeiten in einem unerbittlichen Konkurrenzkampf , bei dem Forster aufgrund seiner direkten Beziehungen zu Hitler immer die Oberhand behielt; zudem konnte Forster auch noch kurz vor Kriegsbeginn im Aug. 1939 „staatspolitisch“ über G. triumphieren. Aber auch G. versäumte bis zu diesem Zeitpunkt kaum, sich bei passender Gelegenheit geringschätzig über Forster zu äußern, wie z. B. im Mai 1939 gegenüber dem Völkerbundkommissar in Danzig, Carl Burckhardt . 1.1.1935 SS-Brigadeführer. G. war dann noch bis 1939 Fliegerkommandant der Fliegerlandesgruppe Danzig, verließ im Frühjahr 1939 für einige Wochen Danzig, um von Mai─Juli 1939 als Leutnant zur See d.R. mit seiner Teilnahme an militärischen Übungen sowohl seinen »Wehrdienst« abzuleisten wie auch eine Zeitlang aus dem Dunstkreis des permanenten Rivalitäts-Geplänkels zu entfliehen. Mit Beginn des »Polenfeldzugs« bzw. dem Einfall deutscher Truppen in Polen war G. 8.9.─Okt.1939 Chef der Zivilverwaltung im Militärbezirk Posen. G. war inzwischen, auch während seiner Danziger Zeit, gut bei Hitler angeschrieben und sein »Führer« schätzte ihn sehr als loyalen und dynamischen Parteiführer und geschickten Senatspräsidenten. Da G. jedoch der „direkte Draht“ zum Diktator fehlte, vollzog er schon früh eine Anlehnung an die SS, hatte ein sehr gutes Einvernehmen mit dem SS-Chef Himmler und schuf sich so ein zweites Standbein im Gefüge des NS-Regimes; zudem pflegte G. ein freundschaftlich-kameradschafliches Verhältnis zum »zweiten Mann« im NS-Staat, Hermann Göring. Hitler selbst besiegelte durch die Beorderung G.s nach Posen nicht nur das Ende des parteiinternen Kleinkrieges zwischen G. und Forster in Danzig, sondern setzte praktisch von Beginn an einen aus dieser eroberten Region Polens stammenden, von schärfstem Ressentiment gegen das Polentum durchdrungenen NS-Funktionär ein, der sich – einmal an der Macht – zu einem der rücksichtslosesten »Polenhasser« und Exekutoren des NS-Rassismus entlarven und entwickeln sollte. Etwa parallel zur Unterstellung des neugebildeten Reichsgaues »Danzig-Westpreußen« unter A. Forster wurde G. 21.10.1939─[Januar]1945 Gauleiter der NSDAP des Reichsgaues »Posen« bzw. (nach Umbenennung am 29.1.1940) »Wartheland«, zeitgleich 21.10.1939─[Januar]1945 Reichsverteidigungskommissar (RVK) für den Wehrkreis XXI (Posen) bzw. (ab 16.11.1942) für den Reichsgau Wartheland , Okt. 1939─8.5.1945 Preußischer Staatsrat, 24.10.1939 SS-Gruppenführer, 2.11.1939─[Januar]1945 Reichsstatthalter des Reichsgaues »Posen« bzw. »Wartheland« (Dienstsitz: Posen); zugleich Landesjägermeister des Reichsgaues »Posen« bzw. »Wartheland«. 1940─1945 Gau-Beauftragter des „Reichskommissars für die Festigung Deutschen Volkstums“ (RKF) im Reichsgau Wartheland als regionaler Vertreter des RKF Himmler. NSFK-Gruppenführer. 7.7.1940─8.5.1945 Reichstagsabgeordneter der NSDAP-Fraktion. 15.11.1940─[Januar]1945 Gauwohnungskommissar des Reichsgaues Wartheland als regionaler Vertreter des „Reichswohnungskommissars“ Dr. Ley. 30.1.1942 SS-Obergruppenführer. 6.4.1942─[Januar]1945 Gau-Beauftragter des »Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz« [GBA] im Reichsgau Wartheland als regionaler Vertreter des GBA F. Sauckel. G., der während dieser Zeit in Posen bei einem Jagdunfall ein Auge verlor, war v.a. an leitender Stelle seit Beginn seiner Satrapen-Herrschaft in Posen verantwortlich für den sogleich 1939 ausgebrochenen grausamen Terror gegen die polnische Bevölkerung sowie zielbewusst und ehrgeizig bestrebt, seinen neu geschaffenen „Reichsgau“, der aus einem Gebiet mit einer starken polnischen Bevölkerungsmehrheit (ca.85%) sowie etwa gleichstarken jüdischen (8%) und deutschstämmigen (7%) Minderheiten bestand, in einen Mustergau zu verwandeln und schnellstmöglich »judenfrei« zu bekommen . G. hatte daher – insbesondere in seiner Eigenschaft als Gaubeauftragter des RKF Himmler – die Deportation der jüdischen Bevölkerung seines Gebietes in die Ghettos von Lodz/Litzmannstadt bzw. des Generalgouvernements ebenso zu verantworten wie die brutale Germanisierungs-und Volkstumspolitik gegen die ansässigen nichtjüdischen Polen, von denen durch Massendeportationen und gnadenlose Vertreibungen ca. 500.000 Polen den etwa 350.000 in den »eingegliederten Ostgebieten« neu angesiedelten volksdeutschen Umsiedlern weichen mussten. Ferner betrieb er eine extrem rücksichtslose Behandlungsmethode gegenüber den im Gau verbliebenen Polen (u.a. Kampf gegen die kathol. Kirchen, die auf einen „Vereinsstatus“ hinabgedrückt wurden • Schließung vieler Kirchen • Ermordung bzw. KZ-Internierung zahlr. Priester • Verbot des Kontaktes der Polen mit Deutschen und der Polnischen Sprache[!] in der Öffentlichkeit und sonstige Drangsalierungen; sämtliche Verbote wurden mit drakonischen Strafen belegt). Als „Planer“ bzw. Organisator des Massenmords an kranken Polen und an den Juden in seinem Verwaltungs-Bezirk (Vernichtungslager Chelmno/Kulmhof westl. von Lodz) und darüber hinaus als »gastgebender Hausherr« Teilnehmer der Posener SS-Gruppenführertagung (4.10.1943) und der Reichs-und Gauleiter-Tagung zwei Tage später durch die offen-berüchtigten Reden Himmlers Mitwisser des gigantischen Ausmaßes des Holocaust . In der Schlussphase des Krieges war G. 25.9.1944─[Januar]1945 Führer des »Deutschen Volkssturms« im Reichsgau Wartheland und 9.12.1944─[Januar]1945 stellvertretender Gerichtsherr des SS-und Polizeigerichts XXI in Posen; Kapitänleutnant d.R. Wie seine Amtskollegen Forster und Erich Koch, vermied G. bewusst, rechtzeitig notwendige Evakuierungsmaßnahmen für die durch den sowjet. Vorstoß seit 12.1.1945 gefährdete Zivilbevölkerung seines Gaues einzuleiten oder auch nur ernsthaft darüber nachzudenken . Nach dieser verbrecherischen Nachlässigkeit gegenüber den ihm anvertrauten »deutschen Volksgenossen« und einer letzten Lagebesprechung mit ihm unterstellten Gauamtsleitern und staatl. Verwaltungsbeamten am Spätnachmittag des 20.1.1945 in seinem Amtssitz im Posener Schloß, die überschattet wurde von dem Schreckensruf »die Russen kommen«, löste G. faktisch die Gauleitung auf: Er erteilte nun plötzlich den Evakuierungsbefehl bzw. befahl von einem zum anderen Augenblick die „Räumung Posens durch die deutsche Bevölkerung“ ab der kommenden Nacht und las einen von M. Bormann gezeichneten »Führerbefehl« vor, der ihn anwies, sich sofort in die Reichshauptstadt zu begeben, um eine neue Aufgabe beim Reichsführer SS zu übernehmen. Beiläufig übertrug er seinem Stellvertreter Kurt Schmalz die Amtsgeschäfte als Gauleiter und verließ geschwind den Raum. Noch in der Nacht zum 21.1.1945 floh G. an der Spitze seines engsten Stabes aus Posen vor der Roten Armee nach Frankfurt/Oder, wo er am 22. Januar eintraf inmitten eines Flüchtlingsstroms; er wurde dabei eindeutig motiviert durch die von ihm mitgetragenen und ausgeführten Verbrechen gegen Polen und Juden (die er als solche aber nicht eingestehen wollte!) und der daraus resultierenden panischen Furcht vor Vergeltung und Strafe. Nachdem bekannt geworden war, dass G. aus seinem Gau bis nach Frankfurt geflohen war, wurde er in der Oderstadt von Deutschen, die ihn erkannten, mit verächtlichen und feindseligen Blicken gestraft. Kurz darauf, etwa um den 25.1., floh er weiter nach Landsberg a.d. Warthe; hier war die Atmosphäre des Empfangs durch örtl. Parteiführer ähnlich »frostig« wie in Frankfurt und er erfuhr, dass ranghohe NS-Führer in Berlin seine Flucht aus Posen inzwischen als „Feigheit“ gebrandtmarkt hatten . Daraufhin floh G. weiter in das Feld-Hauptquartier Himmlers nach Pommern und nach kurzer Unterredung bat er – vergeblich – um Einsatz bei der Kriegsmarine . Danach auf Anweisung Himmlers und mit stillschweigender Duldung Hitlers Antritt eines »Kururlaubs« im sudetendeutschen Karlsbad wegen eines »alten Gallenleidens«. Im März 1945 meldete G. sich noch einmal im Hauptquartier Himmlers und verschwand anschließend in die oberbayerischen Alpen .  Nach der deutschen Kapitulation [17.]Mai 1945 von den US-amerikanischen Truppen in Oberbayern in Internierungshaft genommen. G. wurde nach den ersten Vernehmungen durch US-Militärs – die entweder polnischer Herkunft waren oder den ranghohen SS-Führer bzw. NS-Parteifunktionär G. »treffen« wollten – schwer misshandelt. Anschließend Überführung in ein US-Lazarett nach Karlsruhe. Bei der Auslieferung an Polen (30.3.1946) trug er noch einen schweren (= umfangreichen) Kopfverband. Beim Prozeß vor dem Obersten Polnischen Gerichtshof 21.6.─7.7.1946 wurde G. schwerster Verbrechen gegen die polnische Bevölkerung, u.a. des hunderttausendfachen Massenmords, der Massendeportation zur Zwangsarbeit in das deutsche »Altreich« und der Beraubung und Ausplünderung des polnischen Volkes und Staates angeklagt und überführt. So kläglich jedoch, wie G. im Januar 1945 vor der Roten Armee die Flucht ergriffen hatte, so armselig war schließlich sein Verhalten vor seinen Richtern: Er stritt jede persönliche Schuld an der deutschen Unterdrückungspolitik gegen Polen und Juden ab und stellte sich stattdessen als gläubiger Handlanger Hitlers und Himmlers dar, der deren kriminelle Absichten nicht oder zu spät durchschaut habe. Tatsächlich spielte jedoch gerade G. mit einer schon im Herbst 1939 einsetzenden »Germanisierungspolitik« in seinem Gau eine Vorreiterrolle… Und in allen Bereichen der Unterdrückung, Vertreibung und Ermordung polnischer und jüdischer Bewohner seines Gaues wurde seine persönliche Handschrift deutlich. Da der Zweck seiner »Verteidigungsstrategie« offensichtlich und eindeutig war, machte seine Jämmerlichkeit keinen Eindruck auf die Richter. Andererseits gab es aber einen heute wenig bekannten positiven Aspekt während G.s Amtszeit in Posen, der im Strudel der turbulenten Nachkriegszeit in Vergessenheit geratenen war: Sein großteils erfolgreiches Engagement einer bereits im Herbst 1939 eingeleiteten »Aufbauarbeit«, die den in weiten Landesteilen des Warthegaues bis 1939 brachliegenden bzw. heruntergekommenen landwirtschaftlichen Gütern und Besitztümern zu einer »neuen Blüte« und Sanierung verholfen hatte. Doch diese positiv-kreative Seite war bei der Findung des Urteils angesichts der massiven, ungeheurlichen Verbrechen, die ihm angelastet wurden, belanglos: Am 9. Juli 1946 wurde G. zum Tode durch den Strang verurteilt. Und als Gipfel grotesker Schutzbehauptungen beteuerte G. noch in der Todeszelle in einem Gnadenersuch an den polnischen Staatspräsidenten , sich stets für eine Politik der Verständigung zwischen Deutschen und Polen eingesetzt zu haben. Und damit nicht genug: Während seiner 3 ½monatigen Haftzeit in Polen – ob vor oder während des Prozesses oder in der kurzen Zeitspanne in der Todeszelle, lässt sich nicht mehr eindeutig klären – richtete G. sehr unwürdige »Hilferufe« an den Papst[!] , ja sogar an zwei hartnäckige ehemalige Kriegsgegner, die Engländer Eden und Duff Cooper , die jedoch – wie kaum anders zu erwarten – erfolglos blieben bzw. ungehört verhallten. Nachdem man ihn zunächst in den Morgenstunden des Sonntags, 14. Juli 1946[!] kurz vor der Exekution zur Belustigung der Massen in einem Käfig durch Posen gekarrt hatte, wurde Arthur Karl Greiser vor seiner ehemaligen Residenz, dem Posener Schloß, im Beisein einer großen Menschenmenge im Alter von 49 Jahren öffentlicht am Galgen hingerichtet.

Nachweis der benutzten Quellen und Literatur:

A ) Veröffentlichte Literatur (Auswahl)

Birn, Ruth-Bettina: Die Höheren SS-und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten. Düsseldorf 1986. Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE), hgb. Von Walter Killy [†] und Rudolf Vierhaus, 12 Bde., plus 2 Ergänzungsbde. München 1995-2000. Enzyklopädie des Holocaust. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden; hg. Von Eberhard Jäckel, Peter Longerich, Julius H. Schoeps, 3 Bde., Berlin 1993. Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Mit zahlreichen Abbildungen, Karten und Grafiken; hg. von Wolfgang Benz, Hermann Graml und Hermann Weiß. München 1997. FZ-Verlag (Hg.): Prominente ohne Maske – DRITTES REICH – 1000 Lebensläufe der wichtigsten Personen 1933–1945, München 1998, Haupt, Werner: Das Ende im Osten. Dornheim 1970. Hilberg, Raul: Die Vernichtung der europäischen Juden, 3 Tb, Frankfurt/Main 1990. Höffkes, Karl: Hitlers politische Generale. Die Gauleiter des Dritten Reiches. 1. Aufl. 1985, Tübingen. Höhne, Heinz: Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS. 1. Aufl., Gütersloh 1967. Hüttenberger, Peter: Die Gauleiter. Studie zum Wandel des Machtgefüges in der NSDAP (Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 19), Stuttgart 1969. Klee, Ernst: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945? Frankfurt / Main 2003. Lang, Jochen von: Der Sekretär. Martin Bormann: Der Mann, der Hitler beherrschte. [Korrigierte Ausgabe auf der Grundlage d. 3. Neuaufl.], Weltbild, Augsburg 2004 Lilla, Joachim: Die Stellvertretenden Gauleiter und die Vertretung der Gauleiter der NSDAP im »Dritten Reich« (Materialien aus dem Bundesarchiv 13), Koblenz 2003. Lilla, Joachim / Döring, Martin / Schulz, Andreas: Statisten in Uniform Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichtagsabgeordneten ab Mai 1924. Düsseldorf 2004. Munzinger Archiv: Internationales Biographisches Archiv (IBA), hrsg. von Ludwig Munzinger, Ravensburg 1974ff. (vor 1945 auch: Archiv für publizistische Arbeit, seit den 1930er Jahren). Loseblattsammlung. Musial, Bogdan: Deutsche Zivilverwaltung und Judenverfolgung im Generalgouvernement (Deutsches Historisches Institut Warschau, Quellen und Studien 10), Wiesbaden 1999. Neue Deutsche Biographie: hg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 1 ff.. seit 1953 (noch 2000). Peters, Ludwig: Volkslexikon DRITTES REICH. Die Jahre 1933–1945 in Wort und Bild, Tübingen 1994. Rademacher, Michael: Handbuch der NSDAP-Gaue 1928-1945. Die Amtsträger der NSDAP und ihrer Organisationen auf Gau – und Kreisebene in Deutschland und Österreich sowie in den Reichsgauen Danzig-Westpreußen, Sudetenland und Wartheland, Vechta 2000. Reitlinger, Gerald: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939-1945. 4. Aufl., Berlin 1961. Schenk, Dieter: Hitlers Mann in Danzig. Gauleiter Forster und die NS-Verbrechen in Danzig-Westpreußen, Bonn 2000. Schröder, Christa: Er war mein Chef. Aus dem Nachlaß der Sekretärin von Adolf Hitler, hg. Von Anton Joachimsthaler, 5. Aufl. München/Wien 1992. Schulz, Andreas / Wegmann, Günter / Zinke, Dieter: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei 1933-1945, Bd.1 Abraham–Gutenberger, Bd. 2 Hachtel – Kutschera, Bissendorf 2003 / 2005. [Bd. 2: Fußnotennotizen bei Wilhelm Koppe]. Smelser Roland/ Syring / Enrico Zitelmann / Rainer (Hg): Die braune Elite II. 21 weitere biographische Skizzen, Darmstadt, 2. aktualisierte Aufl., 1999. Spuler, Bertold (Bearbeiter): Regenten und Regierungen der Welt (Minister-Ploetz), Teil II., Bd. 4: Neueste Zeit 1917/18─1964, 2. Aufl. Würzburg 1964. Stockhorst, Erich, 5000 Köpfe. Wer war was im 3. Reich? 1.Aufl., Velbert 1967. Thorwald, Jürgen: Die große Flucht. Es begann an der Weichsel. Das Ende an der Elbe, Neuauflage, Klagenfurt 2002. Ursachen und Folgen. Vom deutschen Zusammenbruch 1918 und 1945 bis zur staatlichen Neuordnung Deutschlands in der Gegenwart. Eine Urkunden- und Dokumentensammlung zur Zeitgeschichte. Hg. u. bearb. v. Herbert Michaelis/Ernst Schraepler unter Mitwirkung von Günter Scheel. 26 Bde., 2 Biograph. Reg.-Bde, 1 Reg.-Bd.; Berlin 1958-1980

Verwaltungsgeschichte Ostdeutschlands. Organisation – Aufgaben – Leistungen der Verwaltung, hg. Von Gerd Heinrich, Friedrich-Wilhelm Henning, Kurt G.A. Jeserich. Stuttgart/Berlin/Köln 1992. Walden, Jesco von: …Und morgen die ganze Welt? Berlin (Ost) 1960. Weiß, Hermann, (Hg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. Frankfurt/Main 1998. Wistrich, Robert: Wer war wer im Dritten Reich. Anhänger, Mitläufer, Gegner aus Politik, Wirtschaft, Militär, Kunst und Wissenschaft, übersetzt von Joachim Rehork. Überarbeitete und erweiterte deutsche Ausgabe von Hermann Weiß. München 1983. Zentner, Christian / Bedürftig / Friedemann (Hg.): Das grosse Lexikon des Dritten Reiches, München 1985.


B ) Amtliche oder halbamtliche Veröffentlichungen und Drucksachen:

Kienast, Ernst (Hg.): Der Großdeutsche Reichstag 1938. IV. Wahlperiode. Berlin 1938 [Hinweis: Amtliches Reichstagshandbuch]. Kienast, Ernst (Hg.): Der Großdeutsche Reichstag. IV. Wahlperiode. Beginn 10. April 1938 – Verlängert bis zum 30. Januar 1947. Neuherausgabe des Handbuchs, Berlin November 1943. [Hinweis: Letztes veröffentlichtes amtliches Reichstagshandbuch; im Besitz des Verf.]. Verzeichnis der Mitglieder des Reichstags. Abgeschlossen am 1. Juni 1943. [Stand am 4.4.1945] = Reichstag, IV Wahlperiode, Drucksache Nr.1 [Hinweis: »Bayerische Staatsbibliothek J.publ. g. 971 t 1938, (21) «]. Wurde zwischen Juni 1943 und April 1945 fortlaufend von Hand weitergeführt; mit letzten handschriftlichen Eintragungen am 4.4.1945, durch Reichstagsverwaltung, Berlin 1943/45. Als fotokopierte »Loseblatt-Sammlung« im Besitz des Verfassers (Helmut G. Gotzhein).


C ) Sonstige Quellen, Auskünfte, Mitteilungen und Hinweise:

Institut für Zeitgeschichte, München: Persönliche Sichtung von biografischem Material ehemaliger M.d.R., u.a. Microfilmdateien, durch den Verfasser, Mai 1991. Zentrale Stelle (der Landesjustizverwaltungen in) Ludwigsburg [ZSt. Ludwigsburg]. Schriftliche Auskünfte von Ermittlungsverfahren, Prozessen, Verurteilungen zahlreicher früherer NS-M.d.R. [z.T. mit biograf. Schicksals-Hinweisen] durch Staatsanwalt Willi Dreßen zwischen 5.11.1991 und 23.6.1992 an den Verfasser. Diverse biografische Internet-Dokumentationen (bzw. biograf. Internet-Hinweise): u.a. über Arthur Karl Greiser •

P.S. Erläuternde Fußnoten-Texte im Original-Haupttext zu div. Handlungen und Begebenheiten konnten leider nicht (aus technischen Gründen?) auf diese Internet-Seite mit transferiert werden!