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Lyman-Alpha-Wald

Als Lyman-Alpha-Wald (in der Fachsprache oft auch englisch Lyman-alpha forest genannt) bezeichnen Astronomen eine Vielzahl von scharfen Absorptionslinien im Spektrum von Quasaren und ähnlichen weit entfernten Galaxien, deren Wellenlänge nur geringfügig kleiner als die der Lyman-Alpha-Linie, der Absorptionslinie des neutralen Wasserstoffs, ist.

Wie Untersuchungen zeigten, nimmt die Anzahl dieser Linien mit der Entfernung der Objekte zu, woraus die Astronomen ableiteten, dass die Linien nicht von den Objekten selbst hervorgerufen werden, sondern von Wasserstoffwolken stammen, die sich zwischen den Objekten und der Erde befinden. Die Wolken absorbieren dabei jeweils das Licht mit der Wellenlänge der Lyman-Alpha-Linie. Durch die unterschiedliche Entfernung der Wolken besitzen diese aber eine unterschiedliche Rotverschiebung, wodurch die Linien an unterschiedlicher Stelle im Spektrum auftauchen. Damit lassen sich aus der Anzahl, der Verteilung und der Stärke (Breite und Opazität) der Absorptionslinien Rückschlüsse auf die Verteilung und Massen der Wolken (und daraus wiederum von Galaxien) im Universum ziehen. Aus diesen Informationen wiederum können die Astronomen einige Eigenschaften des gesamten Universums, wie die Struktur des Kosmos, die Hubble-Konstante und die Dichte-Verteilung ableiten.

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