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Prenden

Prenden
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Gemeinde: Wandlitz
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Geografische Lage: 52° 47' N, 13° 33' O Koordinaten: 52° 47' N, 13° 33' O
Höhe: 60 m ü. NN
Fläche: 17,46 km²
Einwohner: 515 (30. September 2007)
Bevölkerungsdichte: 29,5 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16348
Vorwahl: 033396
Kfz-Kennzeichen: BAR
Ortsteilgliederung: Prenden (Dorfkern),
Neudorf
Verwaltung
Ortsbürgermeister: Hans-Joachim Auge (SPD)
Adresse der
Ortsteilverwaltung:
Prendener Dorfstraße 43
16348 Wandlitz
Webpräsenz: www.wandlitz.de

Prenden ist ein Ortsteil der Gemeinde Wandlitz. Die Gemeinde gehört zum Landkreis Barnim im Bundesland Brandenburg. Bis zum Jahr 2003 war Prenden eine selbstständige Gemeinde innerhalb des Amtes Wandlitz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Prenden liegt im Naturpark Barnim inmitten von Kiefernwäldern etwa 32 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Berlin. Der zwischen dem südlich angrenzenden Strehlesee und dem nördlichen Bauersee gelegene Wandlitzer Ortsteil hatte im Jahr 2007 etwas über 500 Einwohner.

Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Prenden umfasste eine Fläche von 1746 Hektar. Es schloss den Kleinen Lottschesee nördlich von Klosterfelde mit ein und umfasste fast das gesamte Ufer des Mittelprendensees. Nördlich grenzte die ehemalige Gemeinde an Ruhlsdorf, östlich an die Stadt Biesenthal, südlich und westlich an die heutigen Wandlitzer Ortsteile Lanke und Klosterfelde.

Klosterfelde
(Wandlitz)
Ruhlsdorf
(Marienwerder)
Sophienstädt
(Marienwerder)
Klosterfelde
(Wandlitz)
Biesenthal
Klosterfelde
(Wandlitz)
Lanke
(Wandlitz)
Biesenthal

Geschichte

Der Ortsname Prenden scheint von der früheren Bezeichnung „Prande“ für den nördlich des Dorfes liegenden Bauersee abgeleitet zu sein. Funde von Beilen und Äxten aus der Jungsteinzeit belegen eine Besiedlung des Gebietes weit vor der Entstehung des heutigen Ortes.[1]

Das Dorf Prenden wurde im Jahre 1306 erstmals urkundlich erwähnt. Dabei handelt es sich um eine auf Pergament besiegelte Stellungnahme des Brandenburger Markgrafen Hermann III. zu territorialen Streitigkeiten und deren Schlichtung unter Adligen auf Mecklenburger Gebiet. Die Ausfertigung der Urkunde erfolgte laut Text am Abend des 23. Februar 1306 mit den Worten: Gegeben und geschrieben im Dorf Pranden („dorp tu pranden“) im Jahr 1306 am Sankt Matthias Abend. Das Fest des Heiligen Matthias wird am 24. Februar begangen.[1]

Dorfkirche

Im Jahr 1861 besuchte Theodor Fontane den Ort Prenden, der das Innere der Kirche als „kahl“ und den Kirchhof als „verödet“ beschrieb. In seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg behandelt er das Dorf im Kapitel „Von Sparrenland und Sparrenglocken“, Bezug nehmend auf die Familie derer von Sparr, die über Jahrhunderte Besitzungen in Prenden hatte und die Entwicklung des Ortes prägte. Bekanntester Vertreter dieser Familie ist der kaiserliche Generalfeldmarschall und Reichsgraf Otto Christoph Freiherr von Sparr.[1]

In den 1920er Jahren entwickelte sich Prenden zu einem Luftkurort vor allem für die Berliner Bevölkerung. Eine Buslinie wurde eingerichtet und ein Fremdenverkehrsverband gegründet. Noch heute bestehen einige Bungalow-Siedlungen an den nahen Seen und viele Erholungssuchende der Großstadt nutzen die waldreiche Umgebung des Ortes.[1]

Ein besonderes Bauwerk in Prenden ist die in den 1970er und 1980er Jahren entstandene unterirdische KommandozentraleObjekt 5001“ des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) der Partei- und Staatsführung der DDR für den Kriegsfall. Es handelt sich dabei um eine kostspielige Bunkeranlage auf drei Ebenen unter der Erde an der Ützdorfer Straße, zwischen den Strombergen und dem Bogensee, die heute unter Denkmalsschutz steht und nach Anmeldung[2] von August bis Oktober 2008 erst- und letztmalig besichtigt werden kann (Objekt 17/5001 Prenden).

Nach Auflösung der Bezirke der DDR und Neugründung des Landes Brandenburg am 3. Oktober 1990 war Prenden eine selbstständige Gemeinde im Kreis Bernau. Die Verwaltungsaufgaben wurden seit dem 1. Juli 1992 durch das Amt Wandlitz innerhalb des Landkreises Barnim wahrgenommen. Mit der Umwandlung des Amtes zur Gemeinde Wandlitz durch Landesgesetz zum 26. Oktober 2003 verlor der Ort Prenden seine Selbstständigkeit. Die ehemalige Gemeinde ist seitdem Ortsteil der Großgemeinde Wandlitz. Eine Verfassungsbeschwerde aller amtangehörigen Gemeinden gegen die kommunale Neugliederung vor dem Verfassungsgericht des Landes Brandenburg wurde am 16. Juni 2005 zurückgewiesen.

Politik

Ortsbeirat

Am 26. Oktober 2003 fanden die letzten Kommunalwahlen statt. Danach setzt sich der aus drei Personen bestehende Ortsbeirat wie folgt zusammen:[3]

Partei / Wahlbewerber Stimmenanteil (%) Sitze
Einzelbewerberin Faust 39,5 1
SPD 22,0 1
Einzelbewerberin Stein 16,5 1
Einzelbewerber Mau 11,9 0
Einzelbewerberin Briese 10,1 0

Der Ortsbeirat hat beratende Funktion für die Gemeindevertretung von Wandlitz bezüglich der Entscheidungen des Gremiums, die den Ortsteil Prenden betreffen. Einige der Vertreter des Ortsbeirates sind gleichzeitig Gemeindevertreter.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen

Evangelische Kirche Prenden

Die Dorfkirche aus dem 16. Jahrhundert mit Fachwerk-Glockenturm ist kultureller Mittelpunkt des Ortes. In den Jahren 1998 bis 2001 wurde das Äußere der Kirche restauriert. Sie dient neben den Gottesdiensten als Veranstaltungsort für Ausstellungen und Konzerte.

Naturdenkmäler

Riesenstein (auch: Teufelsstein)

Am Nordostufer des Strehlesees nahe des Dorfes liegt ein aus dem Gebiet des heutigen Schweden stammender Findling, ein Relikt der eiszeitlichen Vergletscherung. Er besteht aus Revsund-Granit, hat einen Umfang von 10,3 Meter und wiegt etwa 23 Tonnen. An seiner Nordseite wurde eine Inschrift zum Gedenken an Kaiser Wilhelm II. angebracht.

Um den Stein rankt sich die Sage, dass vor langer Zeit ein Riese (oder der Teufel), der sich in seiner Ruhe gestört sah, vor Wut mit Steinen in Richtung der Prendener Kirchenglocken geworfen habe. Der Kirchturm wurde nicht getroffen, zwei der fünf geworfenen Steine blieben aber am Strehlesee liegen. Einer von ihnen wurde 1887 nach Berlin (Humboldthain) transportiert, der andere verblieb in Prenden und erhielt den Namen Riesenstein, manchmal auch Teufelsstein genannt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Einzelnachweise

  1. a b c d Amtsblatt für die Gemeinde Wandlitz 2/2006
  2. Anmeldung zur Besichtigung des Objekt 17/5001 - Honecker-Bunker
  3. Kommunalwahl 2003, Prenden
 Commons: Prenden – Bilder, Videos und Audiodateien