Heim

Friedrichsthal (Schwerin)

Friedrichsthal
Stadt Schwerin
Koordinaten: 53° 39′ N, 11° 20′ OKoordinaten: 53° 39′ 14″ N, 11° 20′ 10″ O
Höhe: 43,8–66,0 m ü. NN
Einwohner: 3692 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1936
Postleitzahl: 19057
Vorwahl: 0385
Lage von Friedrichsthal in Schwerin

Friedrichsthal ist ein Ortsteil im Nordwesten der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin nördlich des Neumühler Sees. Im Norden grenzt das Gebiet an den Ortsteil Warnitz, im Osten an den Ortsteil Lankow. In Friedrichsthal befindet sich das gleichnamige barocke Jagdschloss, das gleichzeitig Wahrzeichen ist.

Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.

Geschichte

ehemaliger Hellkrug, auch heute ein Gastronomiebetrieb
Jagdschloss Friedrichsthal

1722 wurde dem Wirt Joachim Meyer gestattet, an der Straße von Lankow in Richtung Gadebusch eine Gastwirtschaft namens „Hellkrug“ zu erbauen, die bis heute erhalten ist und immer noch gastronomisch genutzt wird. Der damalige Name geht vermutlich auf die Bezeichnung eines Teiches Hellborn in unmittelbarer Nachbarschaft zurück. Der Hellkrug und dessen Umgebung erfreuten sich wachsender Beliebtheit. Zu den Gästen zählte der Regierungsrat von Brandenstein, der westlich des Kruges Land erwarb und dort 1790 ein Sommerhaus errichtete. Dieses Gebäude wurde 1797 von Großherzog Friedrich Franz I. erworben, der es angesichts der wildreichen Umgebung zu einem Jagdschloss umfunktionierte. Friedrich Franz I. war es auch, der Friedrichsthal am 5. Oktober 1798 seinen Namen gab. Das Schloss wurde 1798 um zwei Nebengebäude für Jägermeister und Meute und Ställe erweitert. 1805 wurde das Hauptgebäude um ein Stockwerk erhöht. Im Schloss hing eine aus Paris stammende bedruckte Tapete aus den Jahren 1814/15, auf der Jagdszenen abgebildet sind und die sich mit Unterbrechungen seit 1964 im Jagdschloss Friedrichsmoor befindet.

Mit der Ausbreitung Schwerins in Richtung Lankow wurde die langgestreckte Dorfstraße zur Chaussee, an der erst in Lankow und später in Friedrichsthal Villen entstanden und an deren Seiten zahlreiche Lärchen gepflanzt wurden.

Das Jagdschloss wurde vom Großherzog jedoch nur wenig genutzt und daher Vereinen und Bürgern zur Verfügung gestellt. Bemühungen der folgenden Jahre, das Schloss zu verkaufen, verliefen im Sande. 1914 kamen erholungsbedürftige Soldaten hier unter.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden neue Landhäuser, Gastwirtschaften, Häuslereien und Pensionen. Die Einwohnerzahl stieg von 1875 bis 1933 von 40 auf 155. Als Luftkurort war Friedrichsthal ein beliebtes Ausflugsziel der Schweriner. Die Eingemeindung nach Schwerin erfolgte 1936. Das Jagdschloss fungierte ab 1945 als Tuberkuloseheilanstalt und schließlich bis zur Wende als Altenheim. Seit 1993 steht das inzwischen sanierungsbedürftige Gebäude zum Verkauf.

Bahnlinie im Friedrichsthaler Forst

Ab 1994 entstand im Ortsteil ein neues Wohngebiet. Damit wurde unter anderem versucht, potenziell stadtflüchtige Schweriner innerhalb der Stadtgrenzen zu halten. In den 2000er Jahren entstanden erste infrastrukturelle Einrichtungen, wie Kindergarten, Büro des Ortsbeirates und Supermarkt.

Verkehr

Friedrichsthal liegt an der Bundesstraße 104. Seit Fertigstellung eines Bauabschnittes der Schweriner Umgehungsstraße im September 2007 verläuft diese (B 106/B 104) an der östlichen Grenze des Ortsteils. Durch die Buslinien 17 und 18 ist Friedrichsthal in das Schweriner Nahverkehrsnetz eingebunden. Die nächsten Bahnhöfe an der Bahnstrecke Schwerin–Rehna befinden sich im benachbarten Stadtteil Warnitz.