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Katalanische Eröffnung

Katalanische Eröffnung
a b c d e f g h
8 8
7 7
6 6
5 5
4 4
3 3
2 2
1 1
a b c d e f g h


ECO-Codes: E00-E09
Kennzeichnende
Züge:
1.d4, Sf6
2.c4, e6
3.g3
Benannt nach: Region Katalonien
Älteste Quelle: 1929
Erfolgsquote: Weiss Schwarz Remis
57%

Bei der Katalanischen Eröffnung (oder kurz: Katalanisch) handelt es sich um ein Eröffnungssystem im Schachspiel. Katalanisch zählt traditionell zu den geschlossenen Spielen, trägt jedoch einen Zwitter-Charakter: Entscheidet sich Schwarz dafür, den weißen Bauern auf c4 zu schlagen, so entsteht eine Partie mit lebhaftem, offenen Charakter. Man unterscheidet deshalb zwischen der offenen und der geschlossenen Katalanischen Partie.

Inhaltsverzeichnis

Spielaufbau

Die Hauptvariante des Katalanischen beginnt mit den Zügen

1. d2-d4 Sg8-f6 2. c2-c4 e7-e6 3. g2-g3

Zugumstellungen und Übergänge von und zu anderen Eröffnungssystemen kommen bei Katalanisch sehr häufig vor. Charakteristisches Merkmal ist die Aufstellung des weißen Läufers auf g2, man spricht auch vom Katalanischen Läufer. Von g2 aus wirkt der Läufer auf der wichtigen weißen Hauptdiagonale des Schachbretts.

Offene Variante

Die offene Variante wird durch die Züge 3. ... d7-d5 4. Lf1-g2 d5xc4 charakterisiert.

Dann kann sich Weiß zwischen der sofortigen Rückeroberung des Bauern mit 5. Dd1-a4+ Lc8-d7 6. Da4xc4 Ld7-c6 oder zur Weiterentwicklung durch 5. Sg1-f3 entscheiden. Das Spiel wird im letzteren Fall durch 5. ... Sb8-c6 6. Dd1-a4 Lf8-b4+ 7. Lc1-d2 Sf6-d5, bzw. 6. ... Sf6-d7 7. Da4xc4 Sd7-b6 8. Dc4-d3 e6-e5 oder 6. 0-0 Ta8-b8 schnell taktisch.

Geschlossene Variante

Die geschlossene Variante wird durch die Züge 3. ... d7-d5 4. Lf1-g2 Lf8-e7 5. Sg1-f3 0-0 charakterisiert.

Hier nimmt Schwarz nicht sofort auf c4, sondern entwickelt zunächst seinen Königsflügel.

Nebenvarianten

Schwarz ist nicht verpflichtet, 3. ... d7-d5 zu spielen. Er kann auch 3. ... Lf8-e7 oder 3. ...c7-c6 spielen und den Gegenstoß d5 noch hinauszögern.

Oder er spielt 3. ... Lf8-b4+ mit möglichem Übergang in die Bogo-Indische Verteidigung. Nach 4. Lc1-d2 kann Schwarz den Läufer entweder mit 4. ... Dd8-e7, 4. ... a7-a5 oder 4. ... c7-c5 decken oder ihn einfach nach e7 zurückziehen. Möglich ist auch der Abtausch 4. ... Lb4xd2+, Weiß kann mit 5. Sb1xd2 eine Figur entwickeln oder mit der Dame auf d2 zurücknehmen, um den Springer b1 auf das zentralere Feld c3 zu entwickeln.

Mit 3. ... c7-c5 ist Schwarz dazu bereit das Weiß seinen d-Bauern nach d5 vorstößt und so in eine Variante der Modernen Benoni-Verteidigung einlenkt. Deckt Weiß stattdessen mit 4. Sg1-f3, kann Schwarz mit 4. ... c5xd4 5. Sf3xd4 zur Englischen Symmetrievariante übergehen oder auch mit 4. ... d7-d5 nebst d5xc4 in die offene Variante überleiten.

Beispielvarianten:

Hieraus kann man leicht erkennen, dass Zugumstellungen im Katalanischen sehr häufig vorkommen.

Geschichte

Ihren Namen verdankt die Eröffnung dem Schachturnier von 1929 in Barcelona. Die Organisatoren dieses Turniers baten den Großmeister Savielly Tartakower, eine Eröffnung zu schaffen und sie nach der Region Katalonien zu benennen. Dennoch kann Tartakower schwerlich als der Urheber dieser Eröffnung gelten, doch wird ihm das Verdienst zuteil, diese Spielweise systematisch untersucht und salonfähig gemacht zu haben.

Die wohl erste überlieferte Katalanische Partie wurde schon 1894 zwischen Joseph Henry Blackburne und John Washington Baird im 9. DSB-Kongress in Leipzig gespielt. Auch lange vor 1929 ergaben sich oft Katalanische Stellungen, meist durch Zugumstellung aus der Englischen oder der Reti-Eröffnung. Frühere Katalanische Partien mit namhafter Beteiligung, die über die Zugfolge 1. d4 nebst frühem g3 entstanden sind, waren z.B. Edward Lasker gegen José Raúl Capablanca, Lake Hapatcong 1926, und Milan Vidmar gegen Aaron Nimzowitsch, New York 1927.

Ihre moderne Gestalt erhielt die Eröffnung im Weltmeisterschafts-Revanchekampf 1937 zwischen Alexander Aljechin und Max Euwe.

Die Katalanische Eröffnung erwies sich als robust und erfolgreich. Führende Meister wie Alexander Aljechin, Michail Botwinnik, Samuel Reshevsky, Wassili Smyslow, Anatoli Karpow, Garri Kasparow und in jüngster Vergangenheit Alexander Khalifman, Boris Gelfand und Weltmeister Wladimir Kramnik machten sie sich zu eigen. So erzielte beispielsweise Kramnik im Weltmeisterschaftskampf 2006 gegen Wesselin Topalow aus drei Partien mit der Katalanischen Eröffnung zwei Siege und ein Remis. Auch im Wettkampf gegen Deep Fritz 10 2006 wendete Kramnik sie zweimal an und erreichte beide Male Remis.

Literatur

Quellen