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Museggmauer

Die Museggmauer mit den Museggtürmen ist ein Wahrzeichen der Stadt Luzern und bestimmt zusammen mit Wasserturm und Kapellbrücke das historische Ortsbild der Stadt. Es handelt sich um einen Teil der Stadtbefestigung der Stadt Luzern.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Indirekt wurde bereits 1226 und 1238 eine Befestigung der Stadt erwähnt. Erbauung der Museggmauer als Teil eines Mauerrings über die nördlich der Stadt gelegene Musegg erfolgte erst nach der Schlacht bei Sempach. Der Mauerbau wurde 1408, wie sich aus einer im Bürgerbuch vermerkten Rechnung ableiten lässt, abgeschlossen. Zwischen 1833 und 1856 erfolgte nach und nach die Schleifung der meisten Befestigungsanlagen, da diese dem stärker werdenden Verkehr im Wege waren und eine Stadt ohne mittelalterlicher Befestigung nach Ansicht der damaligen Gemeindeversammlung schöner sei. Die Museggmauer mit ihren Türmen behinderte wegen ihrer Lage den Verkehrsfluss nicht und blieb so im wesentlichen erhalten.

Museggmauer

Die Museggmauer ist noch, mit Ausnahme des östlichsten verlorenen Teiles von 40 Metern, ganz erhalten und misst in der Länge 870 Meter. Sie ist durchschnittlich 1,5 Meter dick; die Höhe variiert je nach Gelände, beträgt aber durchschnittlich um die 9 Meter. Hinter ihrer Zinnenkrone zieht sich ein ungedeckter Wehrgang hin. Die Zinnen erheben sich über einem nach aussen vorkragenden gemauerten, unregelmässigen Rundbogenfries mit eckigen und abgerundeten Konsolen. Die Mauer besitzt oder besass verschiedene Pforten.

Museggtürme

Alle, mit Ausnahme des als Endpunkt dienenden Nölliturms, stehen vor der Mauer. Sie waren ursprünglich Schalentürme, das heisst, gegen die Stadt hin offen. Nur der Luegisland hat diese Form noch bewahrt; der Dächliturm wurde im 18. Jahrhundert geschlossen, die anderen Türme bereits im 15. Jahrhundert. Die Türme, mit Ausnahme des Luegisland, besassen keine Dachaufbauten, sondern innerhalb der Zinnenkrone ein gegen Osten abfallendes Pultdach. Nur der Männliturm hat dieses bewahrt; Zytturm, Schirmerturm und Dächliturm erhielten schon vor 1513 Dachaufbauten, die übrigen Türme vor 1597. Der innere Ausbau der Türme besteht aus Holz. Vom obersten Boden führt eine zum Teil in die Westmauer getiefte Steintreppe auf den mit Steinplatten belegten Wehrgang. In mehreren Türmen sind die hölzernen, drehbaren Aufzugbäume (Krane) und Rundläufe (Drehsäulen) zur Beförderung von Baumaterial vorhanden.

Nölliturm

Das ist eine runde Steinbosse am Reussufer. Er trägt das Baudatum 1513. Vor ihm stand bereits ein Torturm an dieser Stelle. Der heutige Strassendurchbruch wurde 1901 geschaffen. Der Nölliturm ist die Heimstätte der Safranzunft, in ihm befinden sich die Zunftstube und das Archiv. Der etwas massige Turm hat immerhin eine Höhe von 28 m.

Geografische Lage: 47° 3' 11.6" N, 8° 17' 58.4" O


Männliturm

Das „eiserne Männli“, eine lustige Figur mit Standarte, erkennt man weit draußen auf dem Land. Es ist der zweite Turm im aufsteigenden Felsgrat und öffentlich zugänglich. Vom Boden bis zur Zinne gemessen beträgt seine Höhe 33 m.

Geografische Lage: 47° 3' 12.5" N, 8° 18' 3" O


Luegisland

Der Turm trägt einen alten volkstümlichen Namen. Sein hohes spitzes Dach zeigt einen Winddrall von links nach rechts. Der Turm ist mit seiner Höhe von 52,6 m der höchste unter den neun Brüdern. Er stand schon vor dem Bau der verbindenden Museggmauer an dieser Stelle. Man nimmt an, dass hier eine Hochwacht war, also ein Beobachtungsturm im Dienste der Stadt. Nach Meinung des Historikers und Stadtschreibers Renward Cysat soll der „Luegisland“ bereits vor 1291 gestanden haben.

Geografische Lage: 47° 3' 13.8" N, 8° 18' 7.7" O


Heuturm / Wachtturm

Er hat seinen Namen vom Heu, das hier einmal eingebracht worden ist. Zu dieser Zeit versorgte man hinter seinen dicken Mauern auch Schiesspulver. Ein Blitzschlag hat 1701 350 Zentner Pulver zur Explosion gebracht und den Turm in die Luft gejagt. Von den über die Stadt hinunter fallenden Steinbrocken wurde grosser Schaden angerichtet. Sogar Menschen kamen bei der Explosion ums Leben. Der wiederaufgebaute Turm ist 44 m hoch.

Geografische Lage: 47° 3' 14.4" N, 8° 18' 11.6" O


Zytturm

Der Name besagt es, dieser Turm ist mit einer Uhr ausgestattet. Diese Uhr wurde bereits im Jahre 1535 installiert. Das Zifferblatt mit den Zahlen ist so gross, dass die Zeit auch von den Fischern auf dem See abgelesen werden konnte. Die zur Uhr gehörende Glocke gibt 1 Minute vor der Rathausuhr die Zeit an. Die Luzerner Maler Schobinger und Schmidiger haben zu Anfang dieses Jahrhunderts die am Turm befindlichen Fresken erneuert. Die Höhe des Zytturms, der öffentlich zugänglich ist, beträgt 31 m.

Geografische Lage: 47° 3' 15.8" N, 8° 18' 16.1" O


Schirmerturm

Am Schirmerturm führt das gleichnamige Tor von der Stadt hinaus ins Land. Städte waren innerhalb ihrer Mauern einst eine geschlossene Einheit. Das galt auch für Luzern. Wer durch das Schirmertor trat, befand sich auf dem Land. Ausser den recht weit verstreuten Bauernhäusern war kein Bauwerk mehr zu sehen. Der vor die Museggmauer gestellte Schirmerturm ist ein verputzter Bruchsteinbau mit bossierten Eckquadern. Wie bei anderen Türmen zeigt er oben ein Rundbogenfries mit vorragenden Konsolen. Auf den Zinnen liegt ein niederes Pyramidendach. Der Turm ist öffentlich zugänglich. Seine Höhe beträgt 27,5 m.

Geografische Lage: 47° 3' 17.1" N, 8° 18' 20.2" O


Pulverturm

Der Stadtstaat Luzern hatte das Schiesspulver vorsorglich in zwei Türmen eingelagert. Wenn, wie 1701 beim Heuturm, ein Unglück passierte, blieb die Hälfte des Pulvers im andern Turm gesichert. Der Pulverturm gehört zu den ältesten Bauten auf der Musegg. Er ist aus einem „Steinernen Haus“ aufgemauert worden. Auch er misst 27,5 m in der Höhe. Die Weyzunft hat den Pulverturm in Fronarbeit instand gesetzt und braucht ihn als Zunftlokal.

Geografische Lage: 47° 3' 18" N, 8° 18' 23.3" O


Allenwindenturm

Der Allenwinden- und der untere Dächliturm sind heute im Häusergewirr der Musegg nicht mehr überragend. Man nennt den Turm nach einem früheren Säckelmeister auch den Holdermeyerturm. Er ist 1,8 m dick und gehört zu den einstigen Schalentürmen.

Geografische Lage: 47° 3' 18.7" N, 8° 18' 26.7" O


Dächliturm

Den letzten der neun Türme, den Dächliturm, kennt man auch unter dem Namen Chutzenturm. Er ist der kleinste an der ganzen Musegglinie. Markant ist sein Pyramidendach, das älter sein dürfte, als die meisten Dächer der anderen Türme. Seit 1936 hat der Schweizerische Schreinermeisterverband seine Zunftstube im Turm.

Geografische Lage: 47° 3' 18.1" N, 8° 18' 32.1" O