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Friedrich Ehrbar

Friedrich Ehrbar (* 26. April 1827 in Hildesheim, Deutschland, † 23. Februar 1905 in Gloggnitz, Niederösterreich) betrieb eine Klaviermanufaktur in Wien.

Friedrich Ehrbar ging 1848 nach Wien und arbeitete dort in der Werkstatt des Klavierbauers Eduard Seuffert. Nach dessen Tod im Jahr 1855 heiratete er Seufferts Witwe und übernahm das Geschäft. Auf den Industrie-Ausstellungen in München (1854), London (1862) und Paris (1867 und 1878) erhielten seine Instrumente erste Preise. Als erster österreichischer Klavierbauer verwendete Ehrbar den gußeisernen Vollrahmen.

1876 errichtete Friedrich Ehrbar in der Wiener Mühlgasse 30 einen Saal für musikalische Veranstaltungen. Um die Jahrhundertwende traten dort die bekanntesten Musiker dieser Zeit auf wie Johannes Brahms, Anton Bruckner, Max Reger, Pietro Mascagni, Ignaz Brüll u. a. Gustav Mahler brachte im Ehrbar-Saal "Das klagende Lied" zur Uraufführung und Arnold Schönberg stellte dort am 14. Januar 1910 den ersten Teil seiner "Gurrelieder" der Öffentlichkeit vor.

Im Jahr 1898 übergab Friedrich Ehrbar die Leitung des Betriebes an seinen Sohn Friedrich Ehrbar junior.

Friedrich Ehrbar junior (* ???; † 1921) leitete nicht nur die Geschicke der Klavierfabrik Ehrbar, sondern war von 1900 bis zu seinem Tod außerdem Präsident der Wiener Singakademie.

In geringen Stückzahlen wurde die Produktion der Firma Ehrbar bis in die 1980er Jahre weitergeführt.

Ehrbar setzte als einer der ersten Wiener Klavierbauer eine kontrollierte Anhanglänge bei allen Saiten im hinteren Anhang ein. Friedrich Ehrbar Instrumente sind klanglich den besten Flügeln aus der Wiener Schule zuzuordnen.

Personendaten
Ehrbar, Friedrich
österreichischer Klaviermanufakturbesitzer
26. April 1827
Hildesheim, Deutschland
23. Februar 1905
Gloggnitz, Niederösterreich