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Pharmaziestudium

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.

Das Pharmaziestudium ist Teil der pharmazeutischen Ausbildung im Rahmen der Approbationsordnung für Apotheker. Die Approbation ist notwendig, um den Beruf des Apothekers auszuüben. Im Jahr 2005 waren 12.358 Pharmaziestudenten an deutschen Universitäten eingeschrieben. Im gleichen Jahr gab es 1.534 Pharmaziepraktikanten. [1] Das Studium ist zulassungsbeschränkt, d.h. die Studienplatzvergabe erfolgt durch die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen.

Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester.

Die Approbationsordnung gibt die Inhalte des Studiums, die drei Pharmazeutischen Prüfungen und die Einteilung in Grund- und Hauptstudium vor. Jede Universität hat darüber hinaus noch eine Studienordnung erlassen, in der der genaue Ablauf und die Abfolge der Lehrveranstaltungen und zum Beispiel die Zulassung zu den Lehrveranstaltungen geregelt ist.

Im Grundstudium werden Grundbegriffe der Naturwissenschaften vermittelt, erst im Hauptstudium werden spezielle pharmazeutische Inhalte gelehrt.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung der pharmazeutischen Ausbildung

Die pharmazeutische Ausbildung gliedert sich in ein Studium von vier Jahren an einer Universität, eine Famulatur von acht Wochen, eine praktische Ausbildung von 12 Monaten und die Pharmazeutische Prüfung, die in drei Teilabschnitten abzulegen ist.

Der Inhalt des Universitätsstudiums ist durch die Approbationsordnung [2] festgelegt und umfasst 10 Stoffgebiete.

Die Stoffgebiete A bis D werden im Grundstudium unterrichtet welches mit dem 1. Prüfungsabschnitt der Pharmazeutischen Prüfung abgeschlossen wird. Der 1. Prüfungsabschnitt (häufig auch 1. Staatsexamen genannt) besteht aus 4 zu den jeweiligen Stoffgebieten gehörenden Prüfungen. Bei diesen Prüfungen handelt es sich um Multiple Choice Fragen, die vom IMPP erstellt werden. Bis zum Ablegen des 1. Prüfungsabschnitts muss auch die Famulatur von acht Wochen erfolgt sein. Diese muß in einer öffentlichen Apotheke abgeleistet werden. Abweichend hiervon können vier Wochen davon auch in einer Krankenhausapotheke, einer Bundeswehrapotheke, der pharmazeutischen Industrie, bei Behörden oder einem Universitätsinstitut durchgeführt werden.

Die Stoffgebiete E bis K werden im Hauptstudium vermittelt, welches mit dem 2. Prüfungsabschnitt der Pharmazeutischen Prüfung endet. Diese wird in fünf Fächern mündlich abgelegt:

Nach dem Studium ist ein „Praktisches Jahr“ zu absolvieren. Währenddessen wird er Pharmaziepraktikant genannt. Die Hälfte davon muss in einer öffentlichen Apotheke abgeleistet werden, die andere Hälfte kann im Krankenhaus, der Pharmazeutischen Industrie, an der Universität oder bei sonstigen Einrichtungen unter der Aufsicht eines Apothekers abgeleistet werden. Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden versucht wegen der irreführenden Bezeichnung an Stelle von Pharmaziepraktikant einen neuen Titel zu etablieren. Vorschläge sind „Apotheker im Praktikum“ oder „Pharmazeut“.

Belastung

Wie oben angegeben umfasst das Pharmaziestudium 2800 Unterrichtsstunden. Daraus resultiert eine enorme Belastung für die Studenten. Wie bei naturwissenschaftlichen Studiengängen üblich, verbringt man aufgrund der Praktika täglich zwischen sechs und acht Stunden an der Universität, unter Umständen noch mehr. Während der meisten Praktia besteht teilweise Anwesenheitspflicht, teilweise sind die Platzzahlen beschränkt und teilweise steht nur eine bestimmte Zeitspanne für das Praktikum zur Verfügung. Dazu kommt noch ein sehr hoher Anteil Lehrstoff.

Besonderheiten

An den meisten Universitäten gibt es im Hauptstudium sogenannte Ringvorlesungen (auch Hauptvorlesungen). Hier wird eine Vorlesung über die vier Semester des Hauptstudiums gehalten und von allen Studenten im Hauptstudium gehört. Verpasst ein Student eine Vorlesung muss er also zwei Jahre warten bis sie wieder gelesen wird. Im Studium war bis zur aktuellen Approbationsordnung keine Spezialisierung möglich. Auch fertigen die Pharmaziestudenten bis heute keine wissenschaftliche (Abschluss-)arbeit an. Einige Universitäten vergeben aber zusätzlich einen akademischen Grad am Ende des Studiums. Um diesen erlangen zu können muß gewöhnlich eine Arbeit angefertigt werden.

Universitäten in Deutschland, an denen Pharmazie studiert werden kann

Alle Fachschaften der Pharmazie sind im Bundesverband der Pharmaziestudierenden organisiert.

Einzelnachweise

  1. ABDA-Bericht 2005/2006
  2. http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/aappo/gesamt.pdf Anlage 1 zur AAppO