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Mutterlandspartei

Dieser Artikel behandelt die türkische Mutterlandspartei. Für weitere Parteien diesen Namens siehe Mutterlandpartei.
Mutterlandspartei
Vorsitzender Erkan Mumcu
Gründungsjahr 1983
Gründer Turgut Özal
Politische Ideologie liberalkonservativ
Abkürzung ANAP
Homepage http://www.anap.org.tr/

Die Mutterlandspartei (Türkisch: Anavatan, Anavatan Partisi (ANAP)) ist eine politische Partei in der Türkei, die es seit 1983 gibt.

Gegründet wurde sie 1983 von Turgut Özal. Die Partei ist liberalkonservativ ausgerichtet und tritt für eine freie Marktwirtschaft ein. Sie stellte die Regierung von 1983 bis 1991 (MP: Turgut Özal) und von 1997 bis 1998 (MP: Mesut Yilmaz), außerdem war sie 1996 und 1999 kurzzeitig an Koalitionsregierungen beteiligt. Sie führte während ihrer ersten Regierungszeit von 1983-89 Wirtschaftsreformen mit dem Ziel einer Privatisierung und Zurückdrängung des staatlichen Einflusses in der Wirtschaft durch und setzte sich für den Beitritt der Türkei zur EU ein. Bei den Wahlen zur türkischen Nationalversammlung von November 2002 schaffte sie nicht mehr den Sprung ins Parlament, da sie mit 5,12 % an der 10%-Hürde scheiterte. Inzwischen ist sie aufgrund von Parlamentarierwanderungen jedoch wieder mit 19 Abgeordneten im Parlament vertreten (Stand 20. Juli 2007).[1]

Während die Mutterlandspartei bei der ersten Parlamentswahl nach dem Ende der Militärherrschaft 1983 sowie 1987 noch die absolute Mehrheit erreichte, schmolz ihre Wählerbasis danach und vor allem nach 1999 zunehmend zusammen. Als Grund für diesen Niedergang werden - neben der wachsenden Konkurrenz anderer neugegründeter Parteien, so etwa der programmatisch sehr ähnlichen Partei des Rechten Weges (DYP) - auch der Parteienfilz, interne Flügelkämpfe und Günstlingswirtschaft in der Regierungszeit Özals verantwortlich gemacht. Seit der katastrophalen Wahlniederlage 2002 bemüht sich die Mutterlandspartei um eine personelle und inhaltliche Erneuerung der Partei.

Mitgliederzahl: 3,2 Mio. (1999). Ein Grund für diese relativ hohe Mitgliederzahl ist der generell hohe Organisationsgrad der türkischen Parteien.

Um eine besserer Chance für die Wahlen am 22. Juli 2007 zu haben, wollte sich die Partei mit der DYP zusammenschließen. Aber eine Fusion scheiterte im letzten Augenblick. Gründe waren unter anderem der Wiedereintritt von Mesut Yilmaz in die Partei, was bei Erkan Mumcu auf heftigen Widerstand stieß. Die Mutterlandspartei trat letztlich nicht zur Wahl an.

Inhaltsverzeichnis

Parteivorsitzende


Wahlergebnisse zur Großen Nationalversammlung

Quellen

  1. Abgeordnete der 22.Legislaturperiode, Türkische Große Nationalversammlung, abgerufen am 20. Juli 2007