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Pfarrkirche St. Georg (Bad Bayersoien)

Der barocke Turm von Nordwesten

Die katholische Pfarrkirche St. Georg ist ein kleiner Saalbau im Ortszentrum von Bad Bayersoien (Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Oberbayern). Das Gotteshaus wurde im 18. Jahrhundert barockisiert und neu ausgestattet. Im 19. Jahrhundert entfernte man die bewegliche Ausstattung der Kirche teilweise. Im Zuge der letzten Innenrenovierung konnte der Sakralraum durch einige Zukäufe wieder bereichert werden.

Geschichte

1315 wird Bayersoien als Fiale von Ammergau erwähnt. Während des 15. oder 16. Jahrhunderts entstand ein spätgotischer Neubau, der 1717 in barocken Formen umgebaut und erweitert wurde. Die Stukkaturen entstanden um 1720/25 in der Art Joseph Schmuzers. Gegen 1780 malte Franz Seraph Zwinck die drei Fresken des Hauptgewölbes.

Um 1880/90 ersetzte man die Altäre und die Kanzel durch neugotische Stücke und übermalte die Fresken Zwincks. 1932 entschloss sich die Gemeinde zur Freilegung der Bilder. 1961/62 verschwand schließlich auch die historisierende Ausstattung aus der Kirche.

Anlässlich der umfassenden Kirchensanierung der Jahre 1993-98 wurde ein Barockaltar vom Kloster Ettal erworben und als Hochaltar aufgestellt. Auch die Gemälde der Seitenaltäre sind Neuerwerbungen, die Rahmungen aus Acrylglas sind modern.

Beschreibung

Die schlichte Saalkirche liegt inmitten des Friedhofes auf einer kleinen Anhöhe. An das vierachsige Langhaus ist ein zweijochiger, eingezogener Chor angefügt. Der Turm steht am Nordwesteck. Über dem vierseitigen Unterbau erhebt sich ein achtseitiger Aufsatz mit Zwiebelhaube.

Das Innere wird von flachen Stichkappentonnen überspannt, die im Langhaus auf Pilastern ruhen. Die zurückhaltende Stuckdekoration erinnert an Schmuzers Arbeiten in der Eingangshalle der Klosterpforte Wessobrunn. Im Langhaus rahmen drei geschweifte Rahmenfelder die Allegorien Glaube, Hoffnung und Liebe des als „Lüftlmalers“ bekannten Franz Seraph Zwinck.

Der Chor ist etwas niedriger als das Langhaus. Über dem Chorbogen ist eine Vorhangdraperie aufgemalt, das Gewölbe des Chores wurde bei der Generalsanierung nur spärlich dekoriert.

Ausstattung

Der neu angeschaffte Hochaltar präsentiert sich in schlichten, frühklassizistischen Formen. Das wohl barocke Altarblatt mit der Darstellung des hl. Georg stammt noch von der alten Ausstattung und wird von Statuen der hll. Barbara und Katharina flankiert.

Neben dem Hochaltar stehen zwei klassizstische Beichtstühle (um 1780). Aus der gleichen Zeit stammt das Taufbecken, auf dem Aufsatz ist die „Taufe Christi“ zu sehen.

Das geschnitzte Gestühl des Langhauses stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Das große, barocke Kruzifix an der Südwand diente bis zur letzten Renovierung als Ersatz des Hochaltares. Daneben steht der hl. Johannes Nepomuk in einer Mauernische (2. Hälfte 18. Jahrhundert). Auf der anderen Seite steht eine „Mater dolorosa“ (Schmerzhafte Muttergottes) auf einer Konsole.

In die untere Westempore sind rundbogig abgeschlossene Gemälde der Evangelisten und Kirchenväter eingelassen (Anfang 18. Jahrhundert). Die Kreuzwegstationen in ihren prächtigen Goldrahmen schuf Ignaz Paur im Jahr 1779 (Signatur).

Literatur

Koordinaten: 47° 41′ N, 10° 60′ O