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Carnival of Light

Carnival of Light ist ein bis heute unveröffentlichtes Stück der Beatles. Außer den engsten Mitarbeitern hat niemand dieses obskure Werk gehört. In den offiziellen Studioprotokollen ist nur verbürgt, dass die Beatles am 5. Januar 1967 nach einer Overdub-Session für Penny Lane unter der Leitung von Paul McCartney eine knapp vierzehnminütige Klangcollage, ohne Form, Takt, Tonart und Melodie, aufnahmen.

Ein Vier-Spur-Tonbandgerät wurde dabei mit allerlei Geräuschen und Bandschleifen belegt, dazu kamen stark verzerrte Gitarren, Schlagzeug und Orgeltöne. Das Arbeiten mit Bandschleifen war den Beatles seit Tomorrow Never Knows bekannt. Bemerkenswert ist jedoch, dass bereits 18 Monate vor John Lennons Revolution 9 mit absolut freien Klangformen experimentiert wurde.

Das Stück ging aus einem formlosen Auftrag für ein vom Künstlertrio Douglas Binder, Dudley Edwards und Dave Vaughan organisiertes Mixed-Media-Event hervor, das am 28. Januar und am 4. Februar 1967 im Roundhouse Theatre in London stattfinden sollte.

Der damalige Toningenieur Geoff Emerick erinnerte sich wie folgt an die Session:

„When they had finished George Martin said to me ‚This is ridiculous, we've got to get our teeth into something a little more constructive‘.“

Geoff Emerick in Mark Lewisohn: The Complete Beatles Recording Sessions. (1988)

Wegen der Länge des Stücks wurde McCartneys Vorschlag abgelehnt, es auf Anthology 2 zu veröffentlichen. Betrüger könnten ohne weiteres ein Bootleg herausbringen, da niemand das Stück kennt und es sich in keiner Weise nach Beatles anhören soll. In einigen Internet-Tauschbörsen kursieren solche Fälschungen bereits.

Quellen: