Leonhard Bayrer
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Leonhard Bayrer

Leonhard Bayrer (auch: Leonard Bayrer) (* 22. Juni 1749 in Augsburg; † 26. April 1802 ebenda) war ein deutscher Jesuit, Moraltheologe und geistlicher Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Bayrer gehörte als Exjesuit zu den Professoren von St. Salvator, dem ehemaligen Kolleg und Gymnasium der Jesuiten in Augsburg. Später wurde er Domprediger in Augsburg.

Friedrich Nicolai schreibt in seinem Bericht „Unter Bayern und Schwaben“ (1781) polemisch über die Lehre am St. Salvator, bei dem Bayrer tätig war:

„Dieses ist eine Jesuitenschule im engsten Sinn des Wortes und um nichts besser als andere Jesuitenschulen, wo blinder Gehorsam, Aloysiusandachten, nebst ein wenig kümmerlichem Latein, scholastischer Philosophie und Geschichte die Hauptsache sind. Alles wird aus Büchern gelernt, die von den Jesuiten selbst verfasst wurden. Da nun die ganze augsburgische katholische Jugend in solchen Schulen erzogen wird, erklärt sich der große Unterschied zwischen den Einwohnern beider Religionen, aber auch zugleich der höchst schädliche Einfluss der Jesuiten. Ich wollte die Schulstunden dieser Schule besuchen, aber es wurde mir nicht erlaubt, so wenig wie im ehemaligen Theresianum in Wien. Wenn man aber bedenkt, dass vor wenigen Jahren der Jesuit Leonhard Bayrer, Verfasser einer sehr hämisch gegen die Protestanten geschriebenen Geschichte von Augsburg, Lehrer an dieser Schule war und dass jetzt noch der Jesuit Franz Xaver Jann, der Verfasser des albernen Etwas wider die Mode, daselbst unterrichtet, so sieht man, dass diese Leute, die andere lehren sollen, selbst noch an Kenntnis beinahe hundert Jahre zurück sind.“[1]

Schriftstellerische Tätigkeit

Viele der Predigten und moraltheologischen Schriften Bayrers sind im Druck erschienen. Er hat sich mit der 6-bändigen Sammlung „Poetisches Magazin“ aber auch für eine Verbreitung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur unter seinen Schülern eingesetzt, freilich mit moralisierendem Zweck, wie er in der Vorrede zum ersten Band einräumt: „Der lesebegierigen Jugend unschädliche Nahrung zu liefern war meine Absicht bey Anlegung dieses Magazines [...]“.[2]

Der Germanist Hans Pörnbacher schätzt in seiner „Schwäbischen Literaturgeschichte“ Bayrers Bemühungen um die seinerzeitige Gegenwartsliteratur trotzdem durchaus positiv ein: „Bayrer, ein vorzüglicher Pädagoge und Lehrer, zugleich ein Mann von literarischem Spürsinn, versucht mit seinem Werk Poetisches Magazin (6 Bde, 1791-1794), den Schülern die neuere deutsche Literatur zu vermitteln und steht damit in seiner Generation nicht allein. Doch bei den Gegnern des Ordens hat dieses Bemühen nur Kritik und Spott ausgelöst; sie hätten bei den Jesuiten lieber ‚Rückständigkeit‘ gebrandmarkt.“[3]

Werke

Sekundärliteratur

PND: Datensatz zu Leonhard Bayrer bei der DNB
keine Einträge, 10.2.07

Quellen

  1. http://www.literatur-live.de/aufkl/nicolai2.html
  2. Aus dem Vorwort zum 1. Band des „Poetischen Magazins“, zitiert nach: Bayerische Bibliothek. Texte aus 12 Jahrhunderten. Hrsg. von Hans Pörnbacher. Band 3: Die Literatur des 18. Jahrhunderts. Das Zeitalter der Aufklärung. München: Süddeutscher Verlag 1990. S. 424-425.
  3. Hans Pörnbacher: Schwäbische Literaturgeschichte. Tausend Jahre Literatur aus Bayerisch Schwaben. Weißenhorn: Anton H. Konrad Verlag 2002. S. 151.
Personendaten
Bayrer, Leonhard
Leonard Bayrer
deutscher Jesuit, Moraltheologe und geistlicher Schriftsteller
22. Juni 1749
Augsburg
26. April 1802
Augsburg