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Seelingstädt

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 47′ N, 12° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Verwaltungsge-
meinschaft:
Ländereck
Höhe: 295–345 m ü. NN
Fläche: 17,97 km²
Einwohner: 1491 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07580
Vorwahl: 036608
Kfz-Kennzeichen: GRZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 069
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Ronneburger Str. 68a
07580 Seelingstädt
Bürgermeisterin: Regina Hilbert
Lage der Gemeinde Seelingstädt im Landkreis Greiz

Seelingstädt (auch Seelingstädt b. Werdau) ist eine Gemeinde und Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Ländereck im Osten des Landkreises Greiz (Thüringen).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Berga, Braunichswalde, Gauern und Teichwolframsdorf im Landkreis Greiz sowie Crimmitschau und Langenbernsdorf im sächsischen Landkreis Zwickauer Land.

Gemeindegliederung

Seelingstädt gliedert sich in die Ortsteile Chursdorf, Friedmannsdorf, Seelingstädt Bahnhof, Seelingstädt Dorf und Zwirtzschen.

Geschichte

Seelingstädt wurde 1230 erstmals urkundlich erwähnt.

Seelingstädt und Chursdorf verdanken ihre Gründung - wie so manchem Ort der Gegend - der missionarischen und kolonisatorischen Tätigkeit von Mönchen des 1193 entstandenen Kloster Mildenfurth bei Wünschendorf/Elster.

Die Rechtszugehörigkeit der bis 1938 selbstständigen Gemeinden wechselte oft, Chursdorf gehörte z.B. 1502 zum Ober- und Untergericht Werdau, Seelingstädt dagegen zu Zwickau. Beide kamen 1547 vom ernestinischen zum albertinischen Sachsen. Sie unterlagen als so genannte Amtsdörfer immer nur der Landeshoheit, waren also nie einer Gutsherrschaft unterworfen und durften die niedere Gerichtsbarkeit selbst ausüben.

Der erste Handwerker, der für Seelingstädt genannt wurde, war im Jahre 1571 ein Stellmacher. Bald folgte die Kunde von einem Schmied. Das waren die Handwerker, die unmittelbar den Bauern und ihrer Arbeit dienten.

In Seelingstädt wurde schon im frühen Mittelalter Bier gebraut. Um 1563 wurden durch einen Brand alle wichtigen geistlichen und weltlichen verbrieften Rechte zum Bier brauen vernichtet. Das war für die Seelingstädter ein harter Schlag, denn ohne gültiges Privileg durften sie nicht mehr brauen. In ihrer Not schrieben sie 1602 einen Brief an den Kurfürsten und baten um Erneuerung der Erlaubnis. Im Jahr 1708 entstand das heute noch vorhandene Gemeindebrauhaus in Seelingstädt.

Eine Schule wird schon 1570 erwähnt und auch ein „Schulmeister“. Im Jahr 1680 ist der erste Schulneubau in Seelingstädt datiert. Nachdem diese Schule zu klein und baufällig wurde, entstand im Jahr 1824 ein neues Schulhaus, um dessen Bezahlung (2092 Thaler, 13 Groschen und 11 Pfennige) es zwischen den Ortsteilen zu heftigen Streit kam. Das heute noch als saniertes Schullandheim genutzte ehemalige Schulgebäude wurde 1894 mit Kosten von 25.000 Mark erbaut und diente bis zur Fertigstellung der neuen Schule im Ortsteil Seelingstädt Bahnhof im August 1965 (Kosten 1,65 Millionen Mark) als Seelingstädter Grundschule.

Ab 1949 wurde durch die SDAG Wismut im Raum Seelingstädt Uranerz in mehreren Tagebauen abgebaut. Am Standort Seelingstädt ging 1961 der Aufbereitungsbetrieb 101 der Wismut in Betrieb.

In den 1960er Jahren wurde auf dem Gelände der Wismutunterkünfte (nördlich des Bahnhofs) die militärische Ausbildungseinrichtung „Peter Göring“ des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen gebaut, in der fast alle wehrdiensttauglichen Studenten der DDR eine fünfwöchige militärische Reservistenausbildung absolvieren mussten bzw. zu Reserveoffizieren ausgebildet wurden. Die Gebäude werden heute von der Berufsförderungswerk Thüringen GmbH genutzt, die mit knapp 200 Beschäftigten den größten Arbeitgeber im Ort darstellt.

Religionen

Seelingstädt und der Ortsteil Chursdorf wurde 1533 evangelisch. Seelingstädt gehört zum Bistum Dresden-Meißen.

Der Ort verfügt über zwei Kirchen:

Die Johannes-Kirche wurde im Jahr 1898 in ihrem heutigen Aussehen erbaut, nachdem im Jahr 1893 ein Neubau von 62 Gemeindemitgliedern abgelehnt wurde. Erst nachdem 1894 der benachbarte Schulneubau erfolgte, nahm auch der Kirchen-Neubau wieder konkrete Formen an. Die Kirche besitzt eine Jehmlich-Orgel und ein gotisches Maßwerkfenster aus dem Jahr 1430.

Die Christus-Kirche in Chursdorf, wurde im 13. Jahrhundert erbaut und von 1970 bis 1981 umgebaut. Sie besitzt eine Jehmlich-Orgel aus dem Jahr 1909 und sehenswerte Decken und Emporenmalereien, entstanden zwischen 1738 und 1740, sowie eine schöne barocke Kanzel.

Eingemeindungen

1997 wurde Friedmannsdorf eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 - 1.652
  • 1995 - 1.610
  • 1996 - 1.590
  • 1997 - 1.727
  • 1998 - 1.715
  • 1999 - 1.654
  • 2000 - 1.602
  • 2001 - 1.574
  • 2002 - 1.557
  • 2003 - 1.535
  • 2004 - 1.528
  • 2005 - 1.536
  • 2006 - 1.494
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Grafische Darstellung:

Politik

Seit der Kommunalwahl vom 27. Juni 2004 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

Die Wahlbeteiligung lag bei 65,5 %.

Wappen

Blasonierung: „Geteilt und halb gespalten; oben in Schwarz ein wachsender goldener, rot bezungter und bewehrter Löwe, unten vorn in Silber ein schrägrechts liegendes Sensenblatt, hinten in Rot ein silbernes Gezähe.“

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch Seelingstädt führt die Bundesstraße 175. Von 1876 bis zum 29. Mai 1999 besaß die Gemeinde Anschluss an die Eisenbahn von Wünschendorf/Elster nach Werdau. Zum 30. Mai wurde der Personenverkehr eingestellt.

Öffentliche Einrichtungen

In Seelingstädt befindet sich das Berufsförderungswerk Seelingstädt, ein Modelleisenbahnclub (MEC Seelingstädt) sowie die Regelschule der Verwaltungsgemeinschaft.

 Commons: Seelingstädt – Bilder, Videos und Audiodateien