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Knjas Potjomkin Tawritscheski

Die Knjas Potjomkin Tawritscheski (dt.: Fürst Potjomkin von Taurien; russisch Князь Потёмкин Таврический, Knyaz’ Potyomkin Tavricheski) war ein Linienschiff der Russischen Marine, das zur Schwarzmeerflotte gehörte. Es ist durch Sergei Eisensteins Film auch als „Panzerkreuzer Potemkin“ bekannt, was jedoch auf einem Übersetzungsfehler beruht.

Das Kriegsschiff wurde von der staatlichen Werft in Mykolajiw erbaut und 1904/1905 in Dienst gestellt. Das Schiff mit rund 730 Besatzungsmitgliedern, das unter anderem auch im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde, ist nach dem russischen Feldmarschall Grigori Alexandrowitsch Potjomkin, Fürst von Taurien (1739-1791) benannt. Es wurde von 1923 bis 1925 abgewrackt.

Inhaltsverzeichnis

Meuterei

Am 27. Juni 1905 (14. Juni nach julianischem Kalender), nach Beginn der Russischen Revolution, fand vor der Insel Tendra und später am Tag im Hafen Sewastopol auf diesem Schiff eine Meuterei statt. Diese richtete sich gegen die zaristischen Offiziere an Bord, namentlich gegen den Kommandanten, Kapitän Golikov (von den Matrosen „der Drache“ genannt). Des Weiteren war die Meuterei auch Teil des politischen Klassenkampfs. Nach Erschöpfung des Kohlenvorrats ergaben sich die Meuternden am 8. Juli 1905 (25. Juni nach julianischem Kalender) im Schwarzmeerhafen Konstanta den rumänischen Behörden und wurden interniert.

Die Meuterei ist das Thema des 1925 entstandenen Stummfilms Panzerkreuzer Potemkin von Sergei Eisenstein. Die Dreharbeiten fanden jedoch nicht auf dem Schiff statt, das zu diesem Zeitpunkt bereits abgewrackt war, sondern auf dem abgetakelten Barbettschiff Dvienadsat Apostolov (dt.: Zwölf Apostel), dass 1925 als Depotschiff für Minen diente, sowie auf dem Kreuzer Komintern.[1] Die am Ende des Films stehende Konfrontation des Schiffes mit einem zarentreuen Geschwader ist eine Fiktion. Die 1905 im Schwarzen Meer befindlichen russischen Schiffe waren veraltet und hätten es nie ernstlich auf einen Kampf mit der Potjomkin ankommen lassen können.

Um die Erinnerung an die Meuterei zu tilgen, wurde das Schiff in Pantelimon umbenannt. Unter diesem Namen fuhr es bis April 1917 und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Nachdem es nur einen Monat lang den Namen Potjomkin getragen hatte, wurde es erneut umbenannt und hieß nun Boretz za Svobodu (dt. "Kämpfer für die Freiheit"). Diesen Namen behielt es dann bis zur Verschrottung 1922.

Schiffsdaten

Quellen

  1. Sergei Eisenstein, Über mich und meine Filme, Henschelverlag Berlin 1975, Seite 69ff und Bildunterschrift 7