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Pferdeturm

Der Pferdeturm ist ein spätmittelalterlicher Wartturm der Stadt Hannover aus dem 14. Jahrhundert, der Teil der Hannoverschen Landwehr war. Nach dem am Stadtwald Eilenriede gelegenen Turm sind das angrenzende Eisstadion und eine nahe gelegene Ausfahrt des Messeschnellweges benannt.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Beschreibung

Der Pferdeturm befindet sich im Stadtteil Kleefeld im hannoverschen Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld. Er liegt unmittelbar an der Scheidestraße, einer Verlängerung der vierspurigen Ausfallstraße Hans-Böckler-Allee aus dem Stadtzentrum. Wenige Meter hinter dem Turm beginnt das Eisstadion am Pferdeturm. Turm und Stadion sind gut erreichbar über die etwa 100 m westlich gelegene Ausfahrt Pferdeturm des Messeschnellweges.

Der Turm hat einen nahezu quadratischen Grundriss von etwa 4 m Seitenlänge. Der untere Bereich besteht bis in 3,8 m Höhe aus Bruchsteinen. Darüber sind weitere Geschosse in Ziegelbauweise aufgesetzt. 1892 erhielt der Turm ein Fachwerkgeschoss mit spitzem Dach. 1965 erfolgten weitere Renovierungsarbeiten, auf die ein eingelassener Ziegelstein hinweist.

Geschichte

Eisstadion und Pferdeturm

Der Turm wurde 1387 als Wartturm der Hannoverschen Landwehr am Teilstück zwischen Hannover und Misburg errichtet. Südlich und nördlich des Turms finden sich in der Eilenriede noch heute gut erhaltende Abschnitte der Landwehr mit Graben und Wall. 1404 wurde der Turm als Hardenbergstorn erstmals urkundlich erwähnt. Die Landwehr schützte als vorgeschobenes Grenzsicherungs- und Befestigungssystem die mittelalterliche Stadt. Wie die anderen Landwehrtürme (Lister Turm, Döhrener Turm u.a.) wurde der Pferdeturm als Durchgangsstation an einer Straße errichtet. Eine Wartstation mit Schlagbaum überwachte den Verkehr zur Stadt. Der Name Pferdeturm ergab sich erst später durch einen Pferde- und Fohlenstall, den der hannoversche Rat an dieser Stelle hatte einrichten lassen.

Nachdem die Landwehr ihre Bedeutung verloren hatte, diente der Pferdeturm als Forstamt, um den Holzdiebstahl in der nahegelegenen Eilenriede einzudämmen. 1890 zerstörte ein Brand das Forsthaus. Danach wurde ein zweistöckiges Gebäude direkt am Turm errichtet. Es diente bis zum Zweiten Weltkrieg als Ausflugscafe und wurde danach abgerissen.

Literatur

Koordinaten: 52° 22' 20" N, 9° 46' 50" O