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Diskussion:Islamischer Fundamentalismus/Archiv/2003

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Ich habe mir mal erlaubt, die Sonderzeichen herauszunehmen, die (so nehme ich an) eine arabische Schrift darstellen sollen. Sie werden bei mir leider nur als Gemisch aus typologischen Anfuehrungszeichen, akzentbehafteten Vokalen und Promillezeichen angezeigt. Vielleicht kann man die arabische Schrift als Bild einfuegen? --mmr 22:07, 25. Nov 2003 (CET)

Installier dir bitte einen arabischen Zeichensatz und einen Unicode-fähigen Browser, oder ignoriere die Sonderzeichen. --Head 01:08, 26. Nov 2003 (CET)
das kannst du ja jedem sagen... bei mir kommen auch oft komische Zeichen bei Artikeln (vierecke) ... und ich frag mich wieso in Wikipedia soetwas verwendet wird, was nicht überall sicher angezeigt werden kann (wir gehören bestimmt nicht zu einer microskibisch kleinen vernachlässigbaren Minderheit mit diesen Ansichtsproblemen...)

Gehört der "Islamische Jihad" (wie auch immer man den schreiben will) auch in die Liste? --Head 01:08, 26. Nov 2003 (CET)

aus dem Artikel: "Der Unterschied zwischen den sich selbst so bezeichnenden muslimischen Fundamentalisten und den übrigen Muslimen besteht laut Lewis darin, dass sie sich nicht nur auf den Koran, sondern auch die (von Menschen verfassten) Hadithen (Überlieferungen von Muhammad) und Scharia berufen, und diese im vollen Umfange einzuführen und durchzusetzen versuchen (siehe hierzu Literaturverweis unten)."

Das ist IMO Blödsinn. Hat Lewis das wirklich so geschrieben? Der Hadith ist eine seit Jahrhunderten von allen sunnitischen Muslimen (und auch anderen Gruppen) anerkannte Quelle fürs islamische Recht (deshalb heissen sie ja auch Sunniten). Damit deklariert man also alle Sunniten zu Fundamentalisten, das kanns nicht sein. --elian 20:09, 24. Feb 2004 (CET)

Nicht alle Sunniten sind Fundamentalisten. Aber es gibt natürlich auch bei ihnen Fundamentalisten, wie es bei den Protestanten die Evangelikalen sind. Gehört nicht auch das saudische Königtum der Wahabiten zum sunnitischen Teil des Islam? --Dieter4711 14:24, 27. Mär. 2007 (CEST) ---

Moin Elian, also Lewis schreibt das schon so. Es geht nicht darum, die Hadithen als irgendwie-auch-gültig zu betrachten, sondern analog zum protestantischen Fundamentalismus sie und die Scharia für bare Münze zu nehmen, also als "Fundament" politisch zu funktionalisieren.

Lewis schreibt in "die politische Sprache des Islam" wörtlich:

Der entscheidende Unterschied der sogenannten muslimischen Fundamentalisten zu den übrigen Muslimen und natürlich den christlichen Fundamentalisten besteht in ihrem Scholastizismus und Legalismus. Sie berufen sich nicht nur auf den Koran, sondern auch auf die Überlieferungen des Propheten und die Sammlungen des überlieferten theologischen und rechtlichen Wissens. Sie haben kein geringeres Ziel, als alle importierten und modernisierten Rechtsvorschriften und sozialen Normen abzuschaffen und an ihrer Stelle die shari'a in vollem Umfang wieder ein- und durchzusetzen -- mit ihren Regeln und Strafen, ihrer Rechtssprechung und der Regierungsform, die sie verordnet.

Ich weiß nicht, ob man ihn so im Artikel zitieren darf, aber das stimmt doch. Und natürlich sind alle Sunniten im WORTSINN Fundamentalisten. Lewis beschreibt das ja nur objektiv an der ursprünglichen Bedeutung und daher unglücklichen Verwendung, und dann eben den Unterschied zwischen selbsternannt-fundamentalistischem und (übrigem, moderaten) Islam. --Arne List 20:25 Uhr

Wer die Sharia auch im öffentlichen Leben durchsetzen will, der ist sicherlich ein Fundmentalist. --Dieter4711 14:29, 27. Mär. 2007 (CEST)

Dann argumentiert er IMO schlampig. Ja, die Fundamentalisten wollen die Scharia wieder einführen etc.pp , aber das haben wir schon im ersten Satz des Artikels ausreichend beschrieben. Ich denke, der Schlüssel liegt hier in den Worten "Scholastizismus und Legalismus". Der Unterschied zwischen gemäßigtem und fundamentalistischem Islam besteht nicht in der Berufung auf die Überlieferung (das tun beide), sondern im Umgang mit der Überlieferung. Darüber einen Absatz im Artikel zu haben, fände ich sehr interessant, das setzt aber gute Kenntnisse der fundamentalistischen Interpretation des Korans und der Sunna voraus. Recht gut sieht man das, wenn man fundamentalistische Korankommentare wie den von Saiyid Qutb mit den klassischen vergleicht (wo die alten zig verschiedene Interpretationen angeben mit der Schlußfolgerung "Allah weiß es besser" ist für die Fundamentalisten alles klar und einfach). Das ist aber eine Baustelle, an die ich mich momentan nicht rantraue. Magst du mal nachforschen? (BTW, unterschreiben geht mit vier tilden ganz einfach ~~~~)--elian 20:44, 24. Feb 2004 (CET)

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Hm, da ich selber "Todfeind" des "islamischen Fundamentalismus" und eben gleichzeitig "islamischer Fundamentalist" im Wortsinn (nach Lewis) bin (das nenne ich Dialektik ;-))), fällt es mir schwer, da objektiv zu bleiben, da ich den einen Aspekt (was man täglich im TV zu sehen bekommt, und ja auch wirklich stattfindet) verurteile und den anderen (Rückbesinnung auf das ursprüngliche tolerante, weltoffene Erbe des Islam) unterstütze. Also vielleicht gehört das auch schon fast mehr in den Artikel Fundamentalismus um die Wesenheit der Fundamentalismen zu unterscheiden.

Ich weiß es nicht. Muss drüber schlafen. Danke jedenfalls für deine Kommentare.

Vier Tilden? Echt? Arne List 20:54, 24. Feb 2004 (CET) (iss ja einfach ;-)