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Hüftprotektor

Hüftprotektoren sind eine relativ neue Methode, um vor Hüft- oder Schenkelhalsfrakturen zu schützen und diese zu verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Wirkungsweise

Hüft- oder Oberschenkelfrakturen werden meist durch einen seitlichen Sturz auf den Oberschenkelknochen, speziell den -Hals, oder die Hüfte verursacht. Um dies zu verhindern, bestehen Hüftprotektoren aus einer speziell entwickelten Unterwäsche, in welcher seitlich im Bereich der Hüfte Taschen eingearbeitet sind. Diese Taschen enthalten tellerartige Schutzelemente, die es sowohl in harter als auch weicher Ausführung gibt. Grundsätzlich unterscheidet man Hüftprotektoren vom „Sturzhelm Typ“ und „Energie-absorbierenden Typ“. Der „Sturzhelm Typ“ leitet die sonst zur Fraktur führende Kraft ins umliegende Gewebe ab, der „Energie-absorbierende Typ“ nimmt diese in sich auf und verringert sie. Beide Systeme können somit die einwirkende Kraft derartig abmildern, dass sie nicht zu einer Fraktur führt.

Akzeptanz, Benutzung, Benutzungsfehler

Im Handel ist eine Vielzahl von Hüftprotektoren mit unterschiedlichen Wirkmechanismen erhältlich. Der Effekt von Hüftprotektoren wurde in diversen Studien bestätigt, jedoch ist die Akzeptanz und die sachgemäße Benutzung (Compliance) oft zu niedrig. Neu entworfene und entwickelte Hüftprotektoren können solche Probleme evtl. beseitigen oder verhindern.

Zwei Probleme führen zur Ablehnung der Protektoren: Schwierigkeiten beim An- und Entkleiden und die lokale Erhitzung durch eine weitere Lage Unterbekleidung, die nicht atmungsaktiv ist. Die in Plastikmaterial eingearbeiteten Protektoren sollen nicht verrutschen. Deshalb ist das Trägermaterial sehr straff und muss eng sitzen. Dies führt zu ganz normaler Hitzeentwicklung und Schwitzen, was viele als unangenehm empfinden. Eine Abhilfe bieten in diesem Fall Protektoren, die mit einer Klebefläche direkt auf der Oberschenkelhaut angeklebt werden.

Das An- und Ausziehen der Protektorenhosen beim Toilettengang kann für schwache oder geistig vermindert leistungsfähige Personen schwer sein. Dies führt zum einen zu einer scheinbaren Inkontinenz, weil die Toilette nicht rechtzeitig erreicht wird. Andrerseits werden die Hosen nicht oder nicht richtig angezogen benutzt, um diese funktionelle Inkontinenz zu vermeiden. Dann sind sie wirkungslos. Bei Anwesenheit von Pflegepersonen kann hier empfohlen werden, den Toilettengang frühzeitig und regelmäßig unter Anleitung oder Assisstenz der Pflegeperson durchzuführen, um solche "Missgeschicke" zu vermeiden.

Sie sind als Hilfsmittel verschreibungsfähig (Stürze in der Anamnese). Die individuell notwendige Anpassung erfolgt bereits durch die Größenwahl der Unterbekleidung.

Literatur

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