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Das Dorf der Verdammten (1960)

Filmdaten
Deutscher Titel: Das Dorf der Verdammten
Originaltitel: Village of the Damned
Produktionsland: GB
Erscheinungsjahr: 1960
Länge (PAL-DVD): 77 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Wolf Rilla
Drehbuch: Stirling Silliphant,
Wolf Rilla,
Ronald Kinnoch,
nach
John Wyndham
(Vorlage)
Produktion: Ronald Kinnoch/MGM
Musik: Ron Goodwin
Kamera: Geoffrey Faithfull
Schnitt: Gordon Hales
Besetzung
  • George Sanders: Prof. Gordon Zellaby
  • Barbara Shelley: Anthea Zellaby
  • Martin Stephens: David Zellaby
  • Michael Gwynn: Major Alan Bernard
  • Laurence Naismith: Doktor Willers
  • Richard Warner: Harrington
  • Jenny Laird: Mrs. Harrington

Das Dorf der Verdammten ist ein US-amerikanisch-britischer Spielfilm aus dem Jahre 1960. Wolf Rilla inszenierte nach der Romanvorlage Kuckuckskinder (1965 auch: „Es geschah am Tage X“, O.T.: The Midwich Cuckoos) von John Wyndham einen SciFi-Horrorfilm über ein englisches Dorf, das von einer außerirdischen Macht in Form von zwölf gleichzeitig geborenen Kindern heimgesucht wird.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

In dem kleinen englischen Dorf Midwich will Professor Gordon Zellaby gerade telefonisch seinen Schwager Alan Bernard, der in einer nahe gelegenen Kaserne stationiert ist, zum Wochenende einladen, als er während des Gesprächs plötzlich bewusstlos wird. So wie ihm geht es dem ganzen Dorf. Sämtliche menschlichen und tierischen Bewohner, sowohl in den Häusern als auch auf den Straßen und Feldern, befällt der gleiche Zustand. Das Phänomen tritt innerhalb eines scharf gezogenen Kreises um das Dorf auf, außerhalb dieser Zone verläuft das Leben völlig normal. Jedes Lebewesen, das in den inzwischen vom Militär abgesicherten Kreis tritt, wird sofort bewusstlos. Selbst Gasmasken bieten keinen Schutz gegen das Phänomen. Nach einiger Zeit, in der Militär und Wissenschaft ratlos über die Ursache bleiben, erwacht das Dorf wieder zum Leben, als wäre nichts gewesen.

Nach wenigen Wochen jedoch stellen zwölf Frauen fest, dass sie schwanger sind. Während einige Paare, wie der Professor und seine Frau, überglücklich sind, sorgt die Nachricht bei anderen für ernsthafte Zerwürfnisse, waren doch die Ehemänner zum vermuteten Empfängniszeitpunkt gar nicht mit ihren Frauen zusammen. Einige Frauen können sich ihren Zustand gar nicht erklären, sind sie doch noch Jungfrau. Als schließlich errechnet wird, dass der Zeitpunkt der Empfängnis genau in jene Zeitspanne der Bewusstlosigkeit fällt, ist die Besorgnis um so größer. Röntgenaufnahmen zeigen zudem, dass alle Kinder im Mutterleib wesentlich weiter entwickelt sind, als es zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft üblich wäre.

Als die Kinder geboren werden, zeigen sie sich erst in allem normal, entwickeln sich jedoch überdurchschnittlich schnell. Darüber hinaus bekommen sie alle die gleiche, hellblonde Haarfarbe und merkwürdig kalte, durchdringend blickende Augen. Alle entwickeln zudem zur gleichen Zeit dieselben motorischen und kombinatorischen Fähigkeiten. Und sie sind in der Lage, andere nur durch einen durchdringenden Blick zu beeinflussen.

Nach drei Jahren haben sich die Kinder zu Jungen und Mädchen ungefähr auf den Stand von Achtjährigen entwickelt. Sie sondern sich gegenüber „Gleichaltrigen“ ab und zeigen alle die gleiche Gefühlskälte, auch gegenüber ihren Eltern. Mit der Zeit wird klar, dass Midwich nicht die einzige Ortschaft gewesen ist, wo solch ein Phänomen auftrat. In mehreren anderen Dörfern auf der Welt sind Kinder dieser Art nach einer Phase der Bewusstlosigkeit der Bewohner geboren worden. Alle Kinder wurden jedoch, mit Ausnahme eines Dorfes in Sibirien, von den Bewohnern aus Angst getötet oder sind von selbst aus ungeklärten Gründen gestorben.

Auf einer Konferenz in London, an der auch Prof. Zellaby und diverse Militärangehörige teilnehmen, werden die möglichen Ursachen und eventuelle Maßnahmen erörtert. Während Zellaby an außerirdischen Ursprung glaubt und die wissenschaftlichen Möglichkeiten sieht, will das Militär die Kinder am liebsten einsperren oder töten. Zellaby kann jedoch erreichen, dass die Kinder ein Jahr lang unter seiner Obhut beobachtet werden und dass sie unter einem Dach wohnen.

Auf dem Weg dorthin wird eines der Kinder fast überfahren. Der Fahrer des Wagens will sich entschuldigen, die Kinder bringen ihn jedoch mit ihrem Hypnose-Blick dazu, wieder einzusteigen und seinen Wagen gegen eine Mauer zu fahren. Er ist sofort tot. Auf einer Gemeindeanhörung kann sich Mrs. Zellaby, die Zeugin des Vorfalls war, jedoch merkwürdigerweise an nichts erinnern.

Einer der gehörnten Ehemänner, der Bruder des Getöteten, will die Kinder erschießen. Zellaby kann ihn davon abbringen, aber die Kinder, die inzwischen auch in der Lage sind, Gedanken zu lesen, haben Wind von dem Plan bekommen und bringen den Mann dazu, sich selbst zu erschießen. Zellaby, seine Frau und sein Schwager sind zugegen, werden jedoch durch die Kinder beeinflusst, sind paralysiert und nicht in der Lage einzugreifen.

Als noch dazu die Nachricht kommt, das sibirische Dorf samt den dort lebenden Kindern sei durch den gezielten Abwurf einer Atombombe ausgelöscht worden, sehen sich Zellaby und seine wenigen Mitstreiter zum Handeln gezwungen.

Auf dem Weg zu einer erneuten Konferenz muss Zellabys Schwager Alan mit ansehen, wie die Männer des Ortes das Schulhaus, wo die Kinder untergebracht sind, anzünden wollen, jedoch von Zellabys Sohn David davon abgehalten werden und der Rädelsführer sich selbst verbrennt. Als Alan die Kinder zur Rede stellen will, teilen diese ihm mit, dass sie von dem Dorf in Russland wissen und dass sie gedenken, unter allen Umständen am Leben zu bleiben. Auch bringen sie ihn hynotisierenderweise dazu, nicht zur Konferenz zu fahren.

Daraufhin liegt Alan stundenlang apathisch im Bett. David sucht seinen Vater auf und teilt ihm, dem die Kinder anscheinend als einzigem vertrauen, mit, dass sie gedenken, Midwich zu verlassen, um sich zu verbreiten und andere Kolonien zu gründen. Er habe dafür Sorge zu tragen, dass ihre Abreise ruhig und geheim vonstatten gehe. Er solle ihnen bei ihrem nächsten Unterricht von seinen Vorbereitungen berichten.

Zellaby bringt seine Frau dazu, mit ihrem Bruder Midwich zu verlassen, um in Sicherheit zu sein. In Wirklichkeit sucht er nur nach einem Plan, die Kinder zu vernichten, ohne dass er sich durch seine Gedanken ihnen gegenüber verrät.

Der gemauerte Kamin seines Wohnzimmers gibt ihm schließlich die Lösung. Mit einer selbstgebastelten Bombe fährt er zum Schulhaus, wo er zunächst über die Atomenergie zu referieren beginnt. Die Kinder wollen jedoch etwas über seine Vorbereitungen zu ihrer Abreise hören, er aber doziert weiter. Die Kinder merken, dass seine Gedanken gar nicht bei der Atomenergie sind, können allerdings nur feststellen, dass er eigenartigerweise ständig an eine Mauer denkt. Dadurch werden sie von der Bombe in der Aktentasche auf dem Pult abgelenkt.

Zellabys Frau, die einer inneren Eingebung folgend umgekehrt ist, kann nur noch eine gigantische Explosion im Schulhaus beobachten. Die Gefahr durch die Kinder ist gebannt, ihr Mann ist jedoch ebenfalls in den Flammen umgekommen.

Hintergrund

Auszeichnungen

Kritiken

Suggestiv inszeniertes fantastisches Kino, dessen leise Thrill-Effekte von pseudowissenschaftlichem Geschwätz gestört werden.

film-dienst [2]

Rilla verzichtet bei seiner Kino-Adaption auf grobe Effekte und technische Spekulationen zugunsten einer dichten, atmosphärischen Schilderung. [...] Mit subtilen Mitteln schürt er die Spannung, die Story ist intelligent aufgezogen und die Darsteller über Genredurchschnitt.

Guido Walter bei filmzentrale.com [3]

(...) ein Klassiker des Genres, in dem das Grauen auf leisen Sohlen einherkommt.“ (Wertung: 3½ Sterne = außergewöhnlich)

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ [4]

Ein ziemlich müder und dummer Film, der sehr verheißungsvoll beginnt, dann aber bald sturzflugartig eingeht.

Variety [5]

Weit und breit das Gelungenste, Gescheiteste und Glaubhafteste in dem unglaublichen Genre, das manchmal Horror, manchmal „Pseudo“-Wissenschaft genannt wird.

New York Herald Tribune [6]

„Eine außergewöhnlich gelungene Adaption von Wyndhams SF-Klassiker The Midwich Cuckoos mit nahezu unerträglicher Spannung und einer verblüffenden Anfangssequenz. Regie, Drehbuch (mit Ausnahme einiger langweiliger Ausflüge in häusliche Konflikte) und schauspielerische Leistungen sind vorzüglich. Der Film steht den Klassikern des Genres kaum nach.“

Alan Frank, The SF Film Handbook [7]

Medien

DVD-Veröffentlichung

Literatur

Quellen

  1. http://german.imdb.com/title/tt0054443/trivia
  2. http://www.filmevonabisz.de/filmsuche.cfm?wert=23344&sucheNach=titel
  3. http://www.filmzentrale.com/rezis/dorfderverdammten.htm
  4. Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 163
  5. zitiert nach Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films. 1000 Filme von 1902 bis 1987. Heyne, München 1987, ISBN 3-453-00731-X, S. 186
  6. zitiert nach Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films. 1000 Filme von 1902 bis 1987. Heyne, München 1987, ISBN 3-453-00731-X, S. 186–187
  7. zitiert nach Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films. 1000 Filme von 1902 bis 1987. Heyne, München 1987, ISBN 3-453-00731-X, S. 186

Weblinks