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Interessenpartei

Als Interessenparteien werden solche politischen Organisationen bezeichnet, deren Programm sich auf die Vertretung einzelner - vor allem wirtschaftlicher - Interessen ihrer Anhänger beschränkt.

Im politischen System der Bundesrepublik Deutschland spielten Interessenparteien nur in der Anfangszeit eine gewisse Rolle (Bund der Heimatvertriebenen), allerdings ist aktuell (2008) ein langsames Erstarken der Familienpartei zu beobachten, es existieren auch andere, bisher kaum bedeutende Gruppierungen wie z.B. die Piratenpartei. Zu einiger Berühmtheit gelangten auch die Grauen Panther, eine Interessenpartei von Rentnern, die allerdings 2008 formal aufgelöst wurde und in zwei kleinere Gruppierungen zerfiel, nachdem die Aufdeckung jahrelanger Betrügereien durch die Geschäftführung der Partei und die folgenden Rückzahlungsforderungen diese in den Bankrott getrieben hatten.

In der Weimarer Republik erzielten die Interessenparteien zwischen 1924 und 1930 teilweise mehr als 10 % der Stimmen. Sie vertraten die Interessen des Mittelstandes (Wirtschaftspartei), der Inflationsgeschädigten (Volksrechtpartei) oder der Landwirtschaft (Landbund, Christlich-Nationale Bauern- und Landvolkpartei, Bayerischer Bauernbund). Nach 1930 verloren sie ihre Wähler zum größten Teil an die NSDAP.

In der Wahlsoziologie werden die Interessenparteien deshalb häufig als "Zwischenwirte" bezeichnet, die von vielen Wählern auf dem Weg von den bürgerlichen Parteien (DDP, DVP, DNVP) zur NSDAP gewählt wurden.

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