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British Expeditionary Force

British Expeditionary Force (BEF) (Britisches Expeditionskorps) ist der Name der Truppen der British Army, die sowohl im Ersten Weltkrieg als auch im Zweiten Weltkrieg, von 1939-1940, in Frankreich eingesetzt wurden.

Die Gründung einer schnellen Eingreiftruppe des britischen Heeres unter der Bezeichnung British Expeditionary Force geht auf Richard Haldane in seiner Tätigkeit als Kriegsminster zurück. Während seiner Amtszeit wurden in England zwei mögliche Kriegsszenarien für einen Krieg mit Deutschland diskutiert. Entgegen der Ansicht der Navalisten, die meinten, England solle einen reinen Seekrieg mit Deutschland führen und den Landkampf den Franzosen überlassen, ließ Haldane eine Invasionsarmee zusammenstellen, die sowohl im Ersten Weltkrieg als auch im Zweiten Weltkrieg zu Kriegsbeginn auf den Kontinent verlegt wurde.

Erster Weltkrieg

Am 4. August 1914 marschierten deutsche Truppen in das neutrale Belgien ein. Großbritannien befahl am selben Tag die Mobilmachung seiner Armee. Herbert Kitchener wurde zum Kriegsminister ernannt. Dieser sagte als einer der Ersten einen mehrjährigen Krieg voraus und gab noch am 5. August den Befehl zur Vergrößerung der Armee aus. Durch Armeebefehl 324 vom 21. August 1914 wurden aus den dadurch angeworbenen Freiwilligen vorerst sechs neue Divisionen aufgestellt. Insgesamt konnten so bis 1915 mehr als 40 Divisionen als Kitcheners Armee oder Neue Armee für den Einsatz in Frankreich aufgebaut werden. Im Herbst 1914 bestand die British Expeditionary Force in Frankreich aber erst aus vier Infanterie- und einer Kavalleriedivision. Geführt wurde sie von John French. Die Infanteriedivisionen waren aufgeteilt in zwei Armeekorps unter Douglas Haig und Grierson. Die Kavalleriedivision wurde geführt von Edmund Allenby. Nach dem Tod Griersons übernahm General Smith-Dorrien das 2. Korps. Gegen Ende des Jahres wurden die Korps durch Auffüllung von Einheiten aus Kitcheners Armee zu Armeen.

Der Einsatz der British Expeditionary Force entschied die Marneschlacht mit. Wegen seiner kraftlosen und unentschlossenen Führung wurde French für die britischen Fehlschläge und die hohen Verluste verantwortlich gemacht und im September 1915 durch seinen Stellvertreter und Oberbefehlshaber der 1. Armee Haig ersetzt.

Weitere britische Expeditionskorps im Ersten Weltkrieg wurden im Mittelmeer (Schlacht von Gallipoli), Mesopotamien und Ägypten/Palästina eingesetzt. Diese wurden von Expeditionskorps der britischen Kolonien Kanada, Australien und Neuseeland unterstützt.

Siehe auch: ANZAC.

Zweiter Weltkrieg

Nach Hitlers Annexion der Rest-Tschechoslowakei beendeten Frankreich und England die Appeasement-Politik und erklärten nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 Deutschland am 3. September den Krieg. Aufgrund der auf Verteidigung ausgerichteten Strategie der Franzosen kam es in den ersten Kriegsmonaten zu keiner Offensive gegen Deutschland, eine solche war erst für das Jahr 1941 geplant. Dadurch kam es vom Spätsommer 1939 bis zum Frühjahr 1940 an der französisch-deutschen Grenze zu keinen größeren Gefechten, so dass diese Phase in Deutschland auch als Sitzkrieg, in England als Phoney War (fauler Krieg) und in Frankreich als Drôle de Guerre bezeichnet wurde.

Am 10. Mai 1940 schließlich begann die deutsche Wehrmacht den Westfeldzug. Der deutsche Vormarsch kam unerwartet rasch voran, so dass das englische Kriegskabinett bereits am 19. Mai einen Abtransport der British Expeditionary Forces (britisches Expeditionskorps, BEF) erwog.

In der Operation Dynamo erfolgte schließlich der Abtransport der britischen Truppen. Im Rahmen der Operation wurden vom 26. Mai bis zum 4. Juni 1940 nahezu das gesamte britische Expeditionskorps in Frankreich und Reste der französischen Armee, die von deutschen Truppen bei Dünkirchen eingekesselt waren, zu Schiff nach England transportiert. Bis zum 4. Juni konnten insgesamt 338.226 alliierte Soldaten, davon etwa 110.000 Franzosen, abtransportiert werden.

Literatur