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Matthias Faller

Matthias Faller (* 23. Februar 1707 auf dem Oberfallengrundhof in Neukirch/Schwarzwald; † 3. Februar 1791 in St. Märgen) war ein deutscher Klosterbildhauer und Holzschnitzer. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter seines Kunsthandwerkes in Süddeutschland am Übergang zwischen Barock und Rokoko. Volkstümlich wird er als „Der Herrgottschnitzer des Schwarzwalds“ bezeichnet.

Leben und Beruf

Über das Leben von Faller gibt es kaum Zeugnisse, es gibt keinen Nachlass, keine Briefe, Beschreibungen seiner Person oder Ähnliches. Lediglich Tagebuchnotizen der Äbte von St. Märgen und Klosterakten geben Auskunft über diesen Künstler.

Nach der Lehre bei Adam Winterhalder in Vöhrenbach zwischen 1721 und 1725 führten ihn seine Wanderjahre zusammen mit Winterhalders Sohn nach Colmar, Augsburg, München, Regensburg, Wien, Prag, Znaim und Olmütz.

Nach der Wanderschaft kehrte er etwa 1732 in seine Heimat zurück und schuf 1734 als erste bekannte Arbeit den St. Antoni-Altar in Neukirch, den sein Vater im Gedenken an die kurz zuvor verstorbene Mutter gestiftet hatte. Dann arbeitete er hauptsächlich für die Klöster St. Märgen und St. Peter. In das Augustinerkloster St. Märgen trat er 1735 als Bruder „Floridus“ ein, um dort als Bildhauer zu arbeiten und die neu erbaute Kirche auszustatten. Doch schon zwei Jahre später verließ er das Kloster wieder, da der nachfolgende Abt ihn nicht mehr als Bildhauer beschäftigen wollte. Von da an arbeitete er auf dem elterlichen Hof und kehrte 1741 noch einmal für zwei Jahre als Kammerdiener des Abtes in das Kloster zurück. 1744/45 arbeitete er am Hochaltar der Klosterkirche St. Märgen, der als sein Hauptwerk gilt.

Mit 40 Jahren heiratete er 1747 Maria Fehrenbach, die noch im gleichen Jahr den Sohn Johann Nepomuk zur Welt bringt. Von 1751–1771 lebte die Familie in St. Peter, wo er u.a. die Klosterbibliothek nach Entwürfen von Johann Christian Wentzinger ausstattete. 1755 wurde die Tochter Maria geboren. Beide Kinder arbeiteten später in seiner Werkstatt, der Sohn als Holzbildhauer, Maria als Fassmalerin.

1776/77 erhielt die Klosterkirche in St. Märgen eine Silbermann-Orgel, deren Orgelprospekt von Faller gestaltet wurde. Die Orgel ging bei einem Brand der Klosterkirche 1907 verloren. In seinen letzten Lebensjahren schnitzte der Bildhauer, dessen Werk fast ausschließlich religiösen Themen gewidmet ist, Uhrenschilder (die Vorderseiten von Schwarzwalduhren) für aufwändige Flöten- und Hackbrettuhren, die in dieser Gegend des Schwarzwalds hergestellt wurden.

Matthias Faller wurde auf eigenen Wunsch nach seinem Tod in der Marienkapelle des Klosters St. Märgen beigesetzt.

Literatur

 Commons: Matthias Faller – Bilder, Videos und Audiodateien
Personendaten
Faller, Matthias
deutscher Klosterbildhauer und Holzschnitzer
23. Februar 1707
Oberfallengrundhof, Neukirch/Schwarzwald
28. April 1791
St. Märgen