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2000 km durch Deutschland

Die 2000 km durch Deutschland ist der Name der größten deutschen Oldtimer-Rallye. Sie fand seit 1989 jeden Sommer mit Start- und Zielort Mönchengladbach statt und geht auf ein Straßenrennen der 1930er-Jahre zurück; ab 2008 werden Start und Ziel in Hannover sein.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprung als Rennen

Im Jahr 1933 fanden die 2000 km durch Deutschland zum ersten Mal statt und waren zu dieser Zeit das bedeutendste deutsche Langstrecken-Straßenrennen. Fast 2000 serienmäßige Fahrzeuge fuhren von Baden-Baden aus nonstop einen Rundkurs von etwa 2000 Kilometer über München, Sachsen, Berlin, das Ruhrgebiet, Köln und die Pfalz zurück zum Ausgangsort Baden-Baden. Davon führten allein 1200 Kilometer über teils steile und kurvenreiche Straßen verschiedener Mittelgebirge. Die zu erreichenden Schnitte lagen je nach Fahrzeugklasse zwischen 56 und 88 km/h. Unter anderem nahmen zwölf Autos von Opel an dem Rennen teil. Als erster Opel kam nach 26 Stunden und 23 Minuten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 78,8 km/h der Sport-Zweisitzer mit 1,8-Liter-Sechszylinder-Motor und Erwin Sander am Steuer ins Ziel.

Als Straßenrennen fanden die 2000 km durch Deutschland nur noch ein weiteres Mal im Folgejahr 1934 statt. Start und Ziel war wiederum im Rennsport-erprobten Baden-Baden. Dabei starteten 650 Automobile und in Leipzig zusätzlich 1088 Motorräder. Für eine „2000 km“ im Jahr 1935 liefen bereits erste Planungen, als die nationalsozialistischen Machthaber in Berlin eine weitere Auflage unterbanden: Zum einen gewannen 1934 italienische FIAT Ballila die Fahrt mit haushohem Vorsprung (und keine deutschen Fabrikate), zum anderen wurden den Nazis Automobil-Geländesport-Veranstaltungen immer wichtiger.

Wiederaufnahme als Oldtimerrallye

Seit 1989 finden die 2000 km durch Deutschland wieder jährlich statt, diesmal aber als einwöchige Zuverlässigkeitsfahrt für Oldtimer mit Zwischenübernachtung und bisher mit Mönchengladbach als Start- und Zielort. Die Organisation und Leitung übernahm Günter Krön aus Merbeck. Im ersten Jahr der Neuauflage nahmen 45 Fahrzeuge teil und Baden-Baden war einer der Etappenorte. Die Etappen sind nun maximal 500 Kilometer lang und für einen Schnitt von 40 km/h ausgelegt. 1990 konnte erstmals der Osten Deutschlands einbezogen werden und 1991 verlief die Fahrt auf der historischen Route der 1930er-Jahre. Die Rallye ist die größte Veranstaltung dieser Art für historische Fahrzeuge in Deutschland.

Teilnahmeberechtigt sind Pkw und Motorräder mit Straßenzulassung, die mindestens 30 Jahre alt sind. Sie werden gemäß den Bestimmungen der Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA) in fünf Altersklassen eingeteilt, drei für Autos und zwei für Motorräder. Die Teilnehmerzahl ist auf 195 Fahrzeuge beschränkt. Begleitfahrzeuge sind nicht erlaubt, Inanspruchnahme fremder Pannenhilfe führt zu Punktabzug. Den Anforderungen einer Zuverlässigkeitsfahrt entsprechend finden teils verdeckte Durchfahrtskontrollen statt, um die Einhaltung der vorgeschriebenen Fahrtroute zu überwachen. Zweimal pro Etappe steht eine Zeitprüfung an, bei der eine vorgegebene Geschwindigkeit über eine Distanz von 20 Meter möglichst genau eingehalten werden soll. Darüber hinaus gibt es weitere Gleichmäßigkeitsprüfungen.

Der Park von Schloss Wickrath diente seit 2004 als Start- und Zielort der Fahrt, hier fanden auch der Prolog, eine Rahmenveranstaltung mit Oldtimerausstellung und die Siegerehrung statt.

Im Jahr 2006 fanden die 2000 km durch Deutschland vom 15. bis 23. Juli statt und führten mit 193 Teilnehmern über rund 2700 Kilometer. 2007 lief das Ereignis vom 21. bis 29. Juli mit 177 gemeldeten Fahrzeugen. Am 1. Oktober 2007 gab Günter Krön die Organisation der Rallye an die beiden Motorjournalisten Lars Döhmann und Horst-Dieter Görg ab. Für 2008 ist die 20. Neuauflage der Veranstaltung vom 12. bis 20. Juli geplant, Start- und Zielort soll dann Hannover sein.

Literatur