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St. Magdalena (Bozen)

St. Magdalena, früher auch Prazöll genannt, ist ein Weindorf bei Bozen in Südtirol (Italien), das vor allem für den St. Magdalener, einem Wein aus der Vernatschtraube bekannt ist.

St. Magdalena auf Prazöll liegt auf einem Moränen- und Lößhügel östlich von Bozen. Anhand von Aushüben ist in Bodenprofilen die dynamische Vergangenheit der Hügelzone feststellbar.

Neben Weinbau wird Tourismus in Form von Urlaub am Bauernhof betrieben, welcher den Bauern den Unterhalt sichert. Außer den Bauernhöfen mit Weingütern gibt es nur wenige Wohnhäuser.

Weitum bekannt ist der Magdalener Kirchtag am 22. Juli: Die Weinhöfe des Dorfs präsentieren den St. Magdalener des letzten Jahrgangs, die Musikkapelle Zwölfmalgreien und deren Gastronomiestände runden den festlichen Abend ab. Anschließend öffnen einige Weinhöfe ihre Keller und gewähren Zutritt zu generationenlanger Tradition. Dieser Kirchtag ist einer der wenigen, an denen kein Bier aufgeschenkt wird, was ihm einen besonderen Reiz verleiht.

Geschichte

St. Magdalena gehörte früher zur Gemeinde Zwölfmalgreien und wurde 1911 in Bozen eingemeindet. Heute gehört St. Magdalena zum Stadtteil Zentrum - Bozner Boden - Rentsch und zur Pfarre Rentsch.

Ausgrabungen lassen darauf schließen, dass der Hügel schon in vorrömischen Zeiten zumindest als Lagerstätte genutzt wurde, da das Tal damals noch sumpfig war. Erstmals erwähnt wird der Ort mit der Schenkung von Weingärten zu „Placedell“ an das Brixner Domkapitel zwischen 1170 und 1174.

Besonders bekannt in unter Kunstkennern ist das Kirchlein der Hl. Maria Magdalena,der Patronin der Winzer, mit ihren romanischen Fresken.

Die erste urkundliche Erwähnung ist 1285. Das rechteckige Kirchenschiff mit 6 x 9,5 m integriert im Osten eine kleine Rechteckapsis, über die sich der Glockenturm erhebt. Den Höhepunkt setzen die kostbaren Malereien, welche in zwei Hauptschichten/Epochen den gesamten Innenraum bedecken. Die älteren Fresken sind von frühgotischem Stil und aufgrund der hohen künstlerischen Qualität, kommt diesen überregionale Bedeutung zu. Als Entstehungszeit wird 1300 und als Künstler ein Unbekannter aus dem süddeutschen Raum vermutet. Rund 70 Jahre später wurde der Innenraum tiefgreifend umgestaltet. Ein weiterer unbekannter Meister hat sich an den Malereien des Paduaners Guariento in Bozen orientiert, welche wiederum von Giottos bahnbrechenden Fresken in der Scrovegni Kapelle in Padua inspiriert sind. Künstlerisch wertvoll ist auch der Hochaltar von Oswald Krad aus dem Jahr 1667 und zwei Prozessionsstangen von Hans Schwarzpeckh.

Quellen

Koordinaten: 46°30'8" N, 11°22'20" O