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Dyleň

Dyleň

Blick zum Tillenberg von Neualbenreuth

Höhe 939 m
Lage Tschechien
Gebirge Oberpfälzer Wald
Geographische Lage 49° 58′ 5″ N, 12° 30′ 11″ OKoordinaten: 49° 58′ 5″ N, 12° 30′ 11″ O
DEC
Erschließung 1926 Bau einer Berghütte durch DAV-Sektion Eger

Der 939 Meter hohe Dyleň (deutsch: Tillenberg oder Tillen) ist die zweithöchste Erhebung des Oberpfälzer Waldes.

Er befindet sich auf den Fluren der Gemeinde Stará Voda östlich des bayerischen Neualbenreuth. Die bayerisch-tschechische Grenze verläuft ca. hundert Meter unterhalb des Gipfels.

Geschichte

Der Gipfel des Tillen, ebenfalls von bayerischer Seite aus gesehen.

In alten Nachschlagewerken gilt der Dyleň als die höchste Erhebung des Oberpfälzer Waldes; teils wird in diversen Lexika diesbezüglich aber auch der Entenbühl genannt, der knapp 25 Kilometer weiter südlich liegt. Heutzutage nimmt man aber an, dass der Cerchov im Süden des Oberpfälzer Waldes die höchste Erhebung ist.

Österreichische Geographen haben zur Zeit der k.u.k. Monarchie diesen Berg als den geographischen Mittelpunkt Europas errechnet. Sie dokumentierten dies damals auf einer Kupferplatte, die sie auf dem Gipfel anbrachten. Die Ortschaft Neualbenreuth auf der deutschen Seite des Tillen erwähnt diese Gegebenheit in ihrer Fremdenverkehrswerbung.

1926 errichtete der Deutsche Alpenverein, Sektion Eger ein Vereinsschutzhaus, das Tillenschutzhaus, auf dem Berg. Dieses wurde von tschechischer Seite allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg wieder abgetragen und nach Pilsen transportiert.

In den 1960er Jahren errichtete die Tschechoslowakei auf dem großen Gipfelareal des Tillen eine militärische Aufklärungsstation, die nach dem Ende des Kalten Krieges 1989 ihre Berechtigung verlor. Heute befinden sich auf dem Gipfel Sendeantennen von tschechischen Rundfunkstationen, wie etwa Radio Egrensis aus Cheb (deutsch: Eger).

1964 wurde im Tillenberg eine Uranerzlinse entdeckt und im Tagebau mit Versuchsarbeiten begonnen. Nach der Aufteufung von zwei Schächten, die eine größte Teufe von 1003 und 1258 Meter erreichten, begannen 1966 die Uranbergwerke Westböhmen mit dem Abbau, der bis 1991 andauerte. In 18 Sohlen wurde Uran gefördert. Insgesamt 100.150 Beschäftigte waren am Tillenberg beschäftigt. Aus den abgebauten 786.706 Tonnen Uranerz wurden 1121 Tonnen reines Uran gewonnen.

Sagen

Von diesem Berg existieren zahlreiche Sagen: Da gibt es die vom Berggeist, der darin wohnt oder die von der Frau ohne Kopf. Auch von den Zwergen, die hier nach Granaten und anderen edlen Steinen suchen, erzählte man sich Geschichten. Hier soll auch einmal die Tillenstadt gestanden haben, die jedoch wegen der verfallenden Moral ihrer Bewohner verflucht worden und im Erdboden versunken sei. Eine Wahrsagerin Sibylle Weis kommt ebenso in einigen Tillensagen vor. Ihren Vornamen verwendete man für das nahegelegene Sibyllenbad im Landkreis Tirschenreuth, das erste und bisher einzige Kur- und Heilbad der Oberpfalz.