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Französischer Humanismus

Französischer Humanismus meint die französische Entwicklung des von Italien ausgehenden Renaissance-Humanismus.

Obwohl Petrarca unter anderem in Paris begonnen hatte, humanistisches Gedankengut zu verbreiten, war es doch bereits soweit, dass in Frankreich selbst bereits humanistische Gedanken auch unabhängig von den italienischen Humanisten einzogen. Der erste französische Humanist war der Theologe und Kanzler der Pariser Universität Jean Gerson. Lange Zeit auf einem Irrtum Voigts beruhend nahm man an, dass Jean de Montreuil der erste Humanist Frankreichs gewesen sei. Dieser beruht auf einer historiographischen Konstruktion Georg Voigts, die er auf die Personen überträgt. Das Problem von Voigts Deutung hierbei ist, dass er durchaus die Neigung und die Förderungen Gersons um die klassischen Studien anerkennt, jedoch zu schematisch das gleichzeitige Beibehalten Gersons am scholastischen Bildungssystem hierbei betrachtet. Als Theologe hätte er zudem auch schwer eine gegen die Kirche gerichtete Grundauffassung zu entwickeln und zu vertreten. Der Irrtum wurde seitens der französischen Geschichtswissenschaft erst mit André Combes im Jahre 1942 korrigiert. Es ist jedoch nicht so, dass Petrarca bei den französischen Gelehrten unumstritten blieb. Es sind zum Beispiel Anfeindungen von Jean de' Hesdin bekannt.