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Reaktionsbildung

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Eine Reaktionsbildung stellt in der Psychoanalyse einen Abwehrmechanismus dar. Ein Triebimpuls aus dem Es wird abgewehrt, indem entgegengesetzte Verhaltensweisen entwickelt werden.

Beispiele:

Es werden also Triebe und Wünsche teilweise unbewusst für unakzeptabel gehalten, im Zuge der Bewältigung des Es-Ich/Ich-Es- Konfliktes oft aber sogar durch etwas ersetzt, das der ursprünglich beabsichtigten Reaktion diametral entgegengesetzt ist, jedoch ein sozial erwünschtes Verhaltensmuster darstellt.

Dieses Verhalten wird wie alle Abwehrmechanismen ausgebildet, um Schuldgefühle und Angst zu bewältigen.


Nach der gängigen psychoanalytischen Theorie ist die Reaktionsbildung (Bezeichnung entstammt der Tatsache, dass etwas eine direkte Reaktion auslöst) die Verdrängung (Unterdrückung) eines unakzeptablen (und deshalb Unlust-erweckenden) Gefühls durch eine Umkehr in seinem Gegenteil (Verminderung der Unlust, Maximierung der Lust). Da was Lust und Unlust auslöst äußerst Individuell ist, sind Reaktionsbildungen auch individuell. Eine Reaktionsbildung die für einer Person funktioniert würde nicht unbedingt für einen Anderen passen. Es kann bewusst, unbewusst, oder gemischt geschehen.

Strukturtheoretische Aspekte: Oberflächlich betrachtet, in Hinblick auf die psychische Instanzen (Struktur) Ich, Es, und Über-Ich, passiert eine Reaktionsbildung zwischen einer Instanz und einer anderen: der Wunsch, alle Frauen sexuell zu erobern, aus dem Es, könnte zum Wunsch führen, zölibater Priester zu werden, im Über-Ich beheimatet. Oder, Kastrationsangst (Über-Ich) führt zu sexueller Überaktivität (Es). Tiefer betrachtet ist auch das komplexer, weil alle Wünsche und Ängste multi-determiniert sind, und jedes setzt sich aus verschiedenen Elementen aus allen drei Instanzen zusammen.

Triebtheoretische Aspekte: Ein Gefühl aus dem aggressiven Trieb kann in einem Gefühl aus dem libidinösen Trieb verwandelt werden, und umgekehrt. Aber die Reaktionsbildung kann auch innerhalb eines einzigen Triebes, ob libidinös oder aggressiv, verwandelt werden. Auch das ist komplizierter, weil es kein Wunsch gibt, die ausschließlich aus nur einem Trieb entstammt, immer spielen beide Triebe eine Rolle, wenn auch in variablen Verhältnis. (Quelle: Die obige Darstellung basiert auf verschiedene psychoanalytische Schriften, vor allem von Sigmund Freud.)