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Montreux-Vieux

Montreux-Vieux
Staat Frankreich
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Altkirch
Kanton Dannemarie
Geographische Lage 47° 37′ N, 7° 1′ OKoordinaten: 47° 37′ N, 7° 1′ O
Höhe 350 m
(338 m–361 m)
Fläche 4,14 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(1999)
769 Einwohner
186 Einw./km²
Postleitzahl 68210
INSEE-Code 68215
Website

Montreux-Vieux (dt. Altmünsterol; els. Alt Menschtral) ist eine Gemeinde im Département Haut-Rhin in Frankreich. Sie ist ein Mitglied der Communauté de communes de la porte d'Alsace und ans Eisenbahnnetz der SNCF angeschlossen. Südöstlich des Dorfkerns und weitgehend parallel zur Eisenbahnlinie verläuft der 1833 eröffnete Rhein-Rhone-Kanal. Montreux-Vieux grenzt an das Département Territoire de Belfort. Eine Nachbargemeinde ist Montreux-Jeune.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Altmünsterol, erstmals erwähnt am 2. Juni 962 in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos I. an die Abtei Andlau, war als Teil der Herrschaft Münsterol (siehe unter "Montreux-Château") Vogteibesitz der Grafen von Pfirt und ab 1350 der Habsburger. Als deren Dienstleute besaßen die Herren von Münsterol den Ort und das aus strategischen Gründen wichtige Umland an der Burgundischen Pforte bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1560. 1444 wurde der Ort durch einfallende Armagnaken verwüstet. Von 1560 bis zur den Umbrüchen der Französischen Revolution im Jahr 1790 gehörte die Herrschaft den Herren von Reinach-Münsterol. 1648 fielen Ort und Herrschaft - wie die restlichen habsburgischen Besitzungen und Rechte im Sundgau - an Frankreich.

Der an der Sprachgrenze gelegene Ort kam 1871 mit dem Friedensvertrag von Frankfurt wiederum aus strategischen Gründen zusammen mit den ebenfalls französischsprachigen Gemeinden Valdieu (dt. Gottesthal) und Montreux-Jeune als Ostteil des vormaligen Kantons Fontaine zum Reichsland Elsass-Lothringen. Mit dieser Grenzziehnung wurden die drei Montreux politisch und administrativ getrennt, da Montreux-Château bei Frankreich blieb. Altmünsterol erlebte in den Jahren bis 1914 einen starken Anstieg der Bevölkerung (1871: 294 Einwohner, 1914: ca. 1000 Einwohner). Dies war darauf zurückzuführen, dass der Bahnhof des Ortes zum Grenzbahnhof ausgebaut wurde (Bahnhof 1. Klasse, Rangier- und Güterbahnhof, Bahnbetriebswerk) sowie die entsprechenden Behörden (Grenzpolizei, Zoll, Post) dort angesiedelt wurden. Ferner gab es Industriebetriebe wie die Cognac-Brennerei Dürr-Delamare und die Pilz-Konservenfabrik Laible. Im Ersten Weltkrieg besetzte die 1. frz. Armee unter General Pau beim Vorstoß auf Mülhausen am 6. August 1914 den Ort. Nach der Rückgliederung an Frankreich (1919) verlor der Ort einen Teil der gewonnenen Bedeutung wieder. Von 1940 bis zur Befreiung 1944 gehörte der Ort nochmals zum Deutschen Reich (Gau Baden-Elsass), der Bahnhof fungierte letztmalig als Grenzbahnhof.

Bevölkerungsentwicklung

1962 1968 1975 1982 1990 1999
917 967 1010 969 905 769

Persönlichkeiten