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Otto Bennemann

Otto Bennemann (* 27. September 1903 in Braunschweig; † 22. Mai 2003 ebenda) war ein deutscher Politiker (SPD).

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Otto Bennemann wurde am 27. September 1903 als Sohn eines Schlossers in Braunschweig geboren. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine kaufmännische Lehre beim Braunschweiger Stromversorgungsunternehmen Überlandwerk, arbeitete dort im Anschluss als Industriekaufmann und schloss sich 1922 dem Zentralverband der Angestellten (ZdA) an. Daneben bildete er sich mit Abendkursen in den Fächern Volkswirtschaft und Staatswissenschaften fort. Später übernahm er leitende Funktionen in der Privatwirtschaft.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten betätigte sich Bennemann im Widerstand und wurde daraufhin von der Gestapo verfolgt. 1938 emigrierte er über die Schweiz nach England. Im Mai 1940 wurde er als sogenannter „enemy alien“ interniert und im September des gleichen Jahres nach Australien deportiert. Er durfte im Februar 1942 nach Großbritannien zurückkehren und war dort in der Folgezeit als Landarbeiter tätig. Im April 1945 kehrte er zusammen mit US-amerikanischen Truppen nach Deutschland zurück.

Bennemann war Aufsichtsratsmitglied der Ilseder Hütte in Peine und Verwaltungsratsmitglied der Niedersächsischen Landesbank-Girozentrale in Hannover. Er starb am 22. Mai 2003 in seiner Heimatstadt und wurde auf dem Hauptfriedhof Braunschweig beigesetzt.

Otto Bennemann war mit der Bundestagsabgeordneten Franziska Bennemann, geb. Stellmacher (1905–1986) verheiratet. Nach beiden ist die Otto-und-Franziska-Bennemann-Stiftung benannt.

Politik

Bennemann trat 1923 in die SPD ein und war Mitglied des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK). Während des Zweiten Weltkrieges unterhielt er Kontakte zu anderen ISK-Emigranten, exilierten Gewerkschaftern und zur britischen Socialist Vanguard Group.

Nach dem Kriegsende beteiligte sich Bennemann am Wiederaufbau der SPD. Er war nach 1945 Ratsherr der Stadt Braunschweig und 1946 Mitglied des Ernannten Braunschweigischen Landtages. 1947 wurde er in den Niedersächsischen Landtag gewählt, dem er bis 1974 angehörte. Vom 17. Dezember 1948 bis zum 3. Dezember 1952 sowie vom 15. Dezember 1954 bis zum 27. Mai 1959 amtierte er als Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig. Zudem zählte er zu den Autoren des Godesberger Programms der SPD.

Bennemann wurde am 12. Mai 1959 als Innenminister in die von Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf geführte Regierung des Landes Niedersachsen berufen und gehörte seit 1961 auch der von Ministerpräsident Georg Diederichs geleiteten Folgeregierung an. Am 5. Juli 1967 schied er aus Altersgründen aus der Landesregierung aus und wurde als Innenminister von Richard Lehners abgelöst.

Ehrungen

Literatur

Siehe auch

Personendaten
Bennemann, Otto
deutscher Politiker (SPD)
27. September 1903
Braunschweig
22. Mai 2003
Braunschweig