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J-Klasse (Segeln)

J-Klasse bezeichnet eine Bootsklasse für große Kielyachten nach internationalen Regeln. Mit diesen Segelyachten wurden insbesondere Regatten um den America’s Cup zwischen den Jahren 1930 und 1937 ausgetragen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Formel

Britische Yachten segelten nach internationalen Regeln, die bei einer Bootslänge von mehr als 48 Fuß ein Bermuda-Rigg vorschrieben. Die Amerikaner wollten mit größeren Yachten teilnehmen. Die internationalen Formelvorschriften über die Yachtgröße war unterschieden in Buchstabenklassen. Maßstab war hier die Wasserlinienlänge. Der Buchstabe J stand für die Länge von 75 bis 87 Fuß. Die Regel basierte auf Ideen des Yachtdesigners Nathanael Herreshoff/USA. Die Wasserlinienlänge sollte beschränkt sein, die Segelfläche frei wählbar. Die Wasserverdrängung der Segelyachten sollte steigen und der Tiefgang bei 15 Fuß begrenzt werden.

J-Formel

J-Klasse Yachten

Eine Reihe schon existierender britischer Yachten wurden der neuen J-Formel angepasst, um mit den Neubauten Regatten segeln zu können:


Nur zehn reine J-Klasse Yachten wurden je gebaut, davon vier in Großbritannien und sechs in den USA:

Name
Segelnummer
Baujahr Eigner
Yachtclub
Konstrukteur Werft
Land
America’s Cup
Resultat
Shamrock V
J-K3
1930 Sir Thomas Lipton
Royal Ulster Yacht Club
Irland
Charles Nicholson Camper & Nicholsons
GB
Herausforderer im 14. AC
Unterlegen mit 0:4
Weetamoe
J 1
1930 Morgan Syndicate Clinton Crane Herreshoff
USA
Auswahl zur Verteidigung beim 14. AC
Yankee
J 2 oder später J-US2
1930 John Lawrence Frank Paine Lawley & Son's
USA
Auswahl zur Verteidigung beim 14. AC
Whirlwind
J 3
1930 Landon K. Thorne L. Francis Herreshoff Lawley & Son's
USA
Auswahl zur Verteidigung beim 14. AC
Enterprise
J-US
1930 Harold S. Vanderbilt
New York Yacht Club
USA
Starling Burgess Herreshoff
USA
Verteidiger im 14. AC
Siegreich mit 4:0
Velsheda
J-K7
1933 W.L. Stephenson Charles Nicholson Camper & Nicholsons
GB
Endeavour
J-K4
1934 Sir Thomas Sopwith
Royal Yacht Squadron
England
Charles Nicholson Camper & Nicholsons
GB
Herausforderer im 15. AC
Unterlegen mit 2:4
Rainbow
J 4 auch J-US4
1934 Harold S. Vanderbilt
New York Yacht Club
USA
Starling Burgess Herreshoff
USA
Verteidiger im 15. AC
Siegreich mit 4:2
Endeavour II
J-K6
1937 Sir Thomas Sopwith
Royal Yacht Squadron
England
Charles Nicholson Camper & Nicholsons
GB
Herausforderer im 16. AC
Unterlegen mit 0:4
Ranger
J 5 auch J-US5
1937 Harold S. Vanderbilt
New York Yacht Club
USA
Starling Burgess und
Olin Stephens
Bath Iron Works
USA
Verteidiger im 16. AC
Siegreich mit 4:0

Darüber hinaus wurde in Schweden 1937 mit dem Bau der J-S1 Svea nach Plänen von Tore Holm begonnen. Durch den zweiten Weltkrieg wurde der Bau jedoch nie vollendet. [1][2][3]

J-Klasse heute

Heute sind noch drei original erhaltene J-Class Yachten in Fahrt, dies sind:

Des weiteren wurde eine J-Class Yacht originalgetreu nachgebaut, diese wurde nach ihrem originalen Vorbild auf den Namen Ranger getauft und kam im Jahre 2004 wieder in Fahrt. Alle noch vorhandenen J-Class-Yachten werden nach wie vor auch auf Regatten gesegelt.

Derzeit wird die Endeavour II auf der Royal Huisman Werft nachgebaut – die Fertigstellung ist für Oktober 2008 geplant.[1][4] Außerdem wird nach einem der verworfenen Original-Pläne der Ranger mit der Bezeichnung 77F eine Yacht von Hoek Design in den Niederlanden gebaut. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2009 geplant. Die Yacht soll Lionheart heißen und die Segelnummer J-H1 erhalten.[5][6][7] Auch der Bau der Svea[8][9] und einer Replik der Enterprise[6] wird in weiteren Projekten erwogen.

Quellen

  1. a b Ermann Braschos: Die Auferstandenen. Yacht, Jahrgang 2007, Ausgabe 20
  2. Another J Class Yacht - But Not Finished? (englisch)
  3. The J-Class Yacht “Svea”
  4. Royal Huisman – Under construction – Endeavour II
  5. Alessandro Vitelli: J Class Renaissance. Boat International USA. (PDF 1,1 MB)(englisch)
  6. a b H1 :: Lionheart (englisch)
  7. Lionheart
  8. S1 :: Svea (englisch)
  9. Svea