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Shipibo-Conibo (Sprache)

Shipibo-Conibo ist der Name zweier eng verwandter indigener Ethnien, die im Osten Perús in der Umgebung des Flusses Ucayalí siedeln (Departamentos Loreto und Ucayalí); sie leben von Ackerbau, Fischerei und Tierhaltung. Ihre Sprache, die ebenfalls als Shipibo-Conibo bezeichnet wird, wird von ca. 26.000 Menschen gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Sprachverwandtschaft

Shipibo-Conibo gehört zur Sprachfamilie der Pano-Sprachen (engl. Panoan), die aus 28 Einzelsprachen besteht (zur weiteren Klassifikation s. Indigene amerikanische Sprachen).

Sprachliche Charakteristiken

Das Suffix -bo (Shipi-bo, Coni-bo) bezeichnet den Plural. Das Shipibo-Conibo verfügt über ein sehr großes Repertoire an Suffixen, die an das Nomen und vor allem an das Verb agglutiniert werden können. Es ist eine Ergativsprache, die Grundwortstellung ist Subjekt-Objekt-Verb. Der Satzmodus muss in jedem Satz obligatorisch durch ein Suffix bezeichnet werden.

Im Shipibo-Conibo existiert ein System von subordinierten Verbformen (s. Konverben), die nicht nur Vorzeitigkeit, Gleichzeitigkeit und Nachzeitigkeit zum Hauptsatz ausdrücken können, sondern auch Subjektgleichheit und -ungleichheit mit dem Hauptsatz. Interessanterweise kann auch die Gleichheit des direkten Objekts im subordinierten Satz mit dem Subjekt des Hauptsatzes (bei Vorzeitigkeit) durch eine spezielle Verbform angezeigt werden.

Bei einer Reihe von Verben können Nomen, die Körperteile bezeichnen, in das Verb aufgenommen werden (Inkorporation), wobei diese Nomen bis auf eine Silbe verkürzt werden, z.B.

choc- "waschen" + mequen "Hand" → mechoc- "die Hände waschen"

Personalpronomen

"ich" ea
"du" mia
"er, sie, es" ja
"wir" noa
"ihr" mato
"sie" jato/jabo

Die Person wird in dieser Sprache nicht am Verb ausgedrückt.

Literatur