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Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim

Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim in der saarländischen Gemeinde Gersheim, Ortsteil Reinheim, und in der französischen Gemeinde Bliesbruck im Departement Moselle ist ein grenzübergreifendes Projekt, das Ausgrabungen und Rekonstruktionen sowohl keltischer als auch römischer Funde mit Ausstellungs- und Schulungsräumen vereint. Er entstand im Jahre 1989 aus den beiderseits der deutsch-französischen Grenze erfolgten archäologischen Untersuchungen. Zusammen mit Grabungsbefunden aus Mittelsteinzeit, Bronzezeit und der Zeit der germanischen Völkerwanderung zeigen die eisenzeitlichen keltischen und römischen Funde eine Siedlungskontinuität von 10.000 Jahren im Tal der Blies.

Inhaltsverzeichnis

Trägerschaft und finanzielle Unterstützung

Der Europäische Kulturpark wird gemeinschaftlich betrieben vom Generalrat des französischen Départements Moselle und dem Saar-Pfalz-Kreis. Weitere finanzielle Unterstützung erhält das Projekt vom französischen Ministerium für Kultur und Kommunikation, vom Saarland, sowie von der Gemeinde Gersheim. Mentor und Begründer des Europäischen Kulturparks war der verstorbene Unternehmer Jean Schaub aus Sarreguemines, der die ersten zum Kulturpark gehörenden Grundstücke aus seinem Privatvermögen aufkaufte, um sie vor der Bebauung zu bewahren und so die Zeugnisse aus der römischen Vergangenheit vor der endgültigen Zerstörung zu retten.

Funde und Ausgrabungen

Besichtigung

Auf deutscher Seite befindet sich ein kleines Museum in dem exemplarisch Funde und Fundduplikate aus dem gesamten Befundzeitraum gezeigt werden. Außerdem befindet sich auf dem Gelände eine sehr eindrucksvolle begehbare Rekonstruktion des Fürstinnengrabes und der wertvollsten Fundstücke aus dem Grab. Im westlichen Bereich sind einige Häuser keltischen Typs rekonstruiert. Die große römische Gutshof ist von einem Aussichtshügel aus an den Bodenfundamenten gut ablesbar. Die meisten Originalfunde befinden sich im Saarländischen Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken

Auf französischer Seite befindet sich überdacht und teilrekonstruiert die Therme des gallorömischen Ortes, die durch Tafeln gut erklärt ist. Die Ladenstraße des Ortes ist durch freigelegte Fundamente und einige Keller sowie ein Straßenstück gut erkennbar und durch zweisprachige Tafeln gut erläutert. Rekonstruiert für museumspädagogische Zwecke ist eine Mühle und ein Backofen. Neu angelegt ist ein kleiner Garten mit typischen Nutzpflanzen der Zeit.

Der gesamte Park liegt sehr malerisch im Bliestal und eignet sich gut für Spaziergänge.

Reenactment

In Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern und dem Park bemüht sich seit 2002 eine Gruppe von Bürgern unter dem Namen Taranis die keltische Lebensweise und Ausrüstung der frühen La-Tène-Zeit (La Tène A, ca. 475 - 370) zu rekonstruieren. Im Vordergrund der Darstellungen steht antikes Handwerk vom Brettchenweben bis zum Schmieden von keltischen Gebrauchsgegenständen. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse können Handwerke und Lebensweise der Kelten anschaulich präsentiert werden. Die Gruppe stellt Jahr für Jahr im Park und als Gast bei anderen Veranstaltungen ihre Erkenntnisse über keltisches Leben dar.

Zahlen zum Kulturpark

Der Kulturpark umfasst eine Fläche von etwa 1200 mal 600 Metern. Pro Jahr nutzen etwa 40.000 Interessierte Besucher das Angebot der archäologischen Stätte, davon ca. 20.000 Schüler pro Jahr.

Film