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Vattenfall Europe

Vattenfall Europe AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006012008
Gründung 2002
Unternehmenssitz Berlin, Deutschland
Unternehmensleitung

Tuomo Hatakka

Mitarbeiter 21.323 (Stand 31. Dezember 2006)
Umsatz 13.700 Mio €
Bilanzsumme 18.725 Mio €
Branche Energieversorger
Website www.vattenfall.de

Die Vattenfall Europe AG ging 2002 aus der Fusion der Energieversorgungsunternehmen Hamburgische Electricitäts-Werke und der Vereinigte Energiewerke AG und dem Bergbauunternehmen LAUBAG hervor, zu der Anfang 2003 die Berliner Bewag hinzu kam. Mit der Fusion ist mit Vattenfall (nach E.ON und der RWE) der drittgrößte deutsche (laut vwd) und der fünftgrößte europäische Stromkonzern entstanden. Der Mutterkonzern Vattenfall AB (schwedisch für „Wasserfall“) ist als schwedisches Staatsunternehmen heute in Schweden, Deutschland, Finnland, Dänemark und Polen aktiv und entwickelt sich daher zunehmend zu einem internationalen Energieversorger auf europäischer Ebene.

Die Marken HEW und Bewag wurden nach der Fusion zunächst beibehalten. Seit dem 1. Januar 2006 tritt Vattenfall in ganz Deutschland unter der einheitlichen Marke Vattenfall auf. 2006 wurde auf der Hauptversammlung der Vattenfall Europe AG der sog. Squeeze-out beschlossen, womit die Aktien der Minderheitsaktionäre per Zwangsausschluss auf den Großaktionär übergehen sollen. Die Übertragung der Aktien von Minderheitsaktionären der Vattenfall Europe an den schwedischen Mutterkonzern wurde mit dem Eintrag in das Handelsregister Berlin am 21. April 2008 beendet und die Börsennotierung des Konzerns damit eingestellt.

Langjähriger Vorstandsvorsitzender der Vattenfall Europe AG war Klaus Rauscher. Im Zusammenhang mit den Störfällen in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel stellte er am 18. Juli 2007 sein Amt zur Verfügung. Nach einer nur wenige Monate währenden Übergangsphase, in der Hans-Jürgen Cramer Vorstandssprecher war, ist seit dem 1. Januar 2008 Tuomo Hatakka, Senior Executive Vice President der Vattenfall AB, neuer Vorstandsvorsitzender.

Die Vorstände sind:

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensdaten

Sitz der Vattenfall Europe AG ist Berlin, Hauptaktionär ist die Vattenfall AB (schwedischer Stromversorger, viertgrößter Stromkonzern in Europa). Ende Juni 2007 beschäftige das Unternehmen ca. 20.400 Menschen. In Deutschland betreibt die Netztochter von Vattenfall Europe, die Vattenfall Europe Transmission, ein Stromübertragungsnetz von insgesamt rund 9.500 km Länge. Die Gesamtlänge des Fernwärmenetzes beträgt 2.230 km.

Kennzahlen 2005

Kennzahlen 2006

Standorte und technische Anlagen

Deutschland

Standorte

Kraftwerke

Tagebaue

Tochtergesellschaften

Zur Vattenfall-Europe-Gruppe zählen 119 (Stand: 31. Dezember 2004) so genannte verbundene oder assoziierte Unternehmen.

Stromkennzeichnung

Nach §42 EnWG zur Stromkennzeichnung sind alle Energieversorgungsunternehmen in Deutschland verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms anzugeben. Für Vattenfall ergeben sich folgende Werte für das Jahr 2006:

  bundesweiter
Durchschnitt
Vattenfall Europe
Berlin
Vattenfall Europe
Hamburg
Erneuerbare Energieträger 12 % 14,2 % 15,34 %
Kernenergie 29 % 6,6 % 17,99 %
Fossile Energieträger + sonstige 59 % 79,2 % 66,67 %
Radioaktiver Abfall (mg/kWh) 0,8 0,2 0,5
CO2-Emissionen (g/kWh) 520 654,7 677

Kritik

Tagebaue und Braunkohlekraftwerke

Vor allem bei Umweltverbänden steht Vattenfall in der Kritik, da das Unternehmen stärker als andere große Energieversorger auf die Verstromung von Braunkohle setzt, die wegen ihrer starken Treibhauswirkungen kritisiert wird, und wegen der damit verbundenen großflächigen Zerstörung natürlicher Lebensräume im Tagebau.

Auch mit Bewohnern hierfür umgesiedelter Dörfer (z. B. Horno) gibt es Konflikte.

Ein aktueller Konflikt (Stand Dezember 2006) betrifft die ökologisch wertvolle Lacomaer Teichlandschaft[1] (FFH-Gebiet) und das Dorf Lacoma/Lakoma, die dem von Vattenfall betriebenen Tagebau Cottbus-Nord weichen sollen.

Kernkraftwerke

Die beiden deutschen Vattenfall-Kernkraftwerke gehörten im Jahr 2006 zu den deutschen KKW mit den meisten meldepflichtigen Ereignissen. In der Pannenstatistik belegte das Kernkraftwerk Krümmel mit 15 Ereignissen Platz 1, das Kernkraftwerk Brunsbüttel mit 11 Störungen Platz 3.[2] Das Unternehmen steht insbesondere nach dem Trafo-Brand auf dem Gelände des Kernkraftwerks Krümmel am 28. Juni 2007 in der Kritik, sicherheitsrelevante Informationen über den Betrieb ihrer beiden Kernkraftwerke gar nicht bzw. erst spät zu veröffentlichen. Politiker und Naturschutzverbände fordern den Lizenzentzug für das Betreiben von Atomkraftwerken [3].

Auch beim Kernkraftwerk Brunsbüttel traten nach einer Störung am gleichen Tag beim Wiederanfahren meldepflichtige Ereignisse auf, die an das zuständige Ministerium erneut zu spät gemeldet wurden[4]. Das in Schleswig-Holstein für die Reaktorsicherheit zuständige Sozialministerium überprüft nach diesen Vorfällen die Zuverlässigkeit Vattenfalls als Betreiber von Kernkraftwerken. Es war wegen seiner Informationspolitik selbst kritisiert worden. [5] Im Zuge dieser Vorkommnisse wurde der Chef der deutschen Atom-Sparte, Bruno Thomauske, seines Amtes enthoben, und der Konzernsprecher Johannes Altmeppen trat zurück.[6] Bis auf weiteres übernehme Kraftwerks-Vorstand Reinhardt Hassa die Geschäftsführung von Vattenfall Europe Nuclear Energy (Vene)[7]

Siehe auch

 Commons: Vattenfall – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Vattenfall – Nachrichten

Referenzen

  1. Siehe http://www.bi-lacoma.de/
  2. [http://www1.ndr.de/wirtschaft/atomkraftwerke6.html NDR Online: Atommeiler Krümmel mit den meisten Zwischenfällen
  3. Spiegel Online http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,493011,00.html
  4. Spiegel Online http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,493194,00.html
  5. Ministerin droht Vattenfall mit Lizenzentzug
  6. Pannenserie: Vattenfall feuert deutschen Atom-Chef - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
  7. NETZEITUNG UNTERNEHMEN: Vattenfall wechselt Atom-Chef aus