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Tiefschneefahren

Tiefschneefahren ist das Skifahren oder Snowboarden in tiefem, im Idealfall gänzlich unberührtem Schnee abseits präparierter Pisten. Die Technik des Tiefschneefahrens zu beherrschen ist unerlässlich für das Ausüben des Freeridens.

Technik des Tiefschneefahrens

Mit Skiern

Die Basis für das Tiefschneefahren bildet das Skifahren in allen Radien. Optisch ist der Skifahrer in der Steuerphase zwar in Rücklage, bezieht man aber die Körperposition auf die Ski, kann ein Pendeln um die Mittellage beobachtet werden.

Die Technik für das Tiefschneefahren ist ein Parallelschwung mit Hochentlastung. Diese Hochentlastung bewirkt eine Entlastung der Ski. Dadurch kommen die Ski nahe der Schneeoberfläche. Durch den geringeren Widerstand an der Schneeoberfläche können diese leichter gedreht werden. Eine anschließende Tiefbewegung bewirkt einen Gegendruck am Ski, mit dem man die nächste Hochbewegung ausführen kann. Durch ein rhythmisches Aneinanderreihen der Bewegungen kommt man in den Genuss des Tiefschneeschwingens. Durch eine geschlossene Skiführung ergibt sich ein Auftrieb, der das Tiefschneefahren erleichtert. Des Weiteren ist es für das kontrollierte Schwingen im Tiefschnee wichtig beide Skier gleichmäßig zu belasten.

Folgende Übungen erleichtern das Lernen des Tiefschneefahrens:

  1. wechseln der Vor-, Mittel- und Rücklage während einer Schuss- oder Schrägfahrt
  2. Pedalieren während einer Schuss- oder Schrägfahrt
  3. Schuss- oder Schrägfahrt mit Kniewippen
  4. Leichte Richtungsänderung durch deutliche Hochbewegung in sanft geneigtem Gelände
  5. Rhythmische Kurven im Tiefschnee aneinander reihen
  6. Tempo und Radien situationsgerecht variieren

Für einen guten Lernerfolg ist die richtige Schnee- und Geländewahl besonders wichtig. Am leichtesten erlernt man das Tiefschneefahren bei 10–20 cm frisch gefallenem, leichtem Schnee auf einer festen Unterlage mit einer relativ flachen Hangneigung. Hier kann der erforderliche Rhythmus gut geübt werden. Mit fortschreitender Übung können auch steilere Hänge mit tieferem Schnee gewählt werden. Allerdings ist hierbei immer das Schneebrettrisiko zu berücksichtigen. Mit Zunahme der Hangneigung nimmt auch die potenzielle Gefahr der Auslösung eines Schneebretts zu.

Radikal anders kann ein Kurzski im extremen Gelände gefahren werden: Aus der Schrägfahrt wird das Körpergewicht nach hinten verlagert, die entlasteten Skier "stehen" kurz auf ihren rückwärtigen Enden und können jetzt zum Tal gekippt werden. Während des ganzen Schwungs haben die Skier Bodenkontakt, was jederzeit die Möglichkeit zur Korrektur gibt, z.B. auf einer unerwarteten Eisplatte.

Dieser Schwung hat keine Ähnlichkeit mit dem oben beschriebenen "Parallelschwung mit Hochentlastung", der im extrem steilen Gelände einen kräftigen Absprung mit beiden Beinen, das Drehen der Skier "in der Luft" um bis zu 180 Grad und die abschließende wuchtige Landung in einem oft unbekannten Terrain voraussetzt.