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Forschungsanstalt der Bundeswehr für Wasserschall und Geophysik

Die Forschungsanstalt der Bundeswehr für Wasserschall und Geophysik (FWG) in Kiel nimmt nahezu die gesamte marineorientierte Forschung für den Verteidigungsbereich in Deutschland war. Sie ist eine nachgeordnete Dienststelle des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben

Kennzeichnend für die marinespezifische Forschung ist die Abhängigkeit technischer Einrichtungen von der typischen physikalischen Umwelt auf See. Dies betrifft vor allem die Aufklärung unter Wasser mit der Anwendung von Wasserschall in Forma von Sonar.

Zur Lösung dieser Aufgabe führt die FWG in erster Linie eigene Seeversuche durch, für die ihr das Forschungsschiff Planet zur Verfügung steht. Als Bestandteil der Bundeswehr hat die FWG aber auch die Möglichkeit auf Boote der Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen (WTD 71) sowie auf andere Einrichtungen der Bundeswehr zurückzugreifen.

Die FWG hat allein zwei Drittel aller Sonar-bezogenen Schallausbreitungsdaten aus den Flachwassergebieten der NATO erzeugt. Auf ihrer Grundlage wurde eine der leistungsfähigsten operativen Sonarreichweiten-Vorhersagemodelle MOCASSIN entwickelt.

Wesentliche Aufgabe der FWG ist auch Forschungsergebnisse aus dem Ausland und aus der zivilen Forschung der Bundeswehr zugänglich zu machen. Dazu arbeitet die FWG mit entsprechenden Einrichtungen, insbesondere mit Forschungseinrichtungen der NATO-Partner, mit Universitäten (vor allem in Kiel und Hamburg) und mit der Industrie partnerschaftlich zusammen. Wichtiger Partner ist das NATO Undersea Research Centre in La Spezia, Italien.

Wichtigste Arbeitsergebnisse der FWG sind Konzeptstudien zu neuen Systemen und Leistungsbewertungen von Einrichtungen für die Marine.

Aufbau der FWG

Die FWG verfügt über etwa 100 Mitarbeiter, zu einem Drittel Wissenschaftler (mit Universitätsausbildung). Sie ist gegliedert in zwei Geschäftsbereiche, von denen der eine Geschäftsbereich für die Technik und der andere für die Forschung zuständig ist. Daneben verfügt die FWG noch über einen kleinen Stab und einen wirtschaftlich-administrativen Service-Bereich.

Der Geschäftsbereich Forschung ist in vier Geschäftsfeldern gegliedert, die die ergebnisorientierten Fähigkeiten der FWG umfassen:

In diesem Geschäftsbereich sind nur Wissenschaftler tätig. Sie erhalten die notwendige technische Zuarbeit aus dem personell wesentlich stärkeren Geschäftsbereich Technik mit den drei Geschäftsfeldern

Aus Mitarbeitern beider Geschäftsbereiche werden Teams zusammengestellt, so dass sich die Dienststelle dynamisch den aktuellen Anforderungen anpassen kann.

Geschichte

Die FWG wurde 1964 als Ozeanographische Forschungsanstalt der Bundeswehr (OFBw) gegründet.

1967 erfolgte die Indienststellung des Wehrforschungsschiffs "PLANET", das 2003 außer Dienst gestellt wurde.

2004 wurde das neue Forschungsschiff "PLANET" in Dienst gestellt. Dieses Schiff wird allerdings nicht mehr von der FWG bereedert, sondern auf Grund einer Entscheidung des BMVg's von der WTD 71.

Die Umbenennung der Dienststelle in Forschungsanstalt der Bundeswehr für Wasserschall- und Geophysik (FWG) erfolgte 1971.

Von 1975 bis 1993 war die FWG wesentlich an der Forschungsplattform Nordsee des Forschungsministeriums beteiligt.

Es ist geplant die FWG mit der Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen (WTD 71) in Eckernförde (Dienstorte Eckernförde und Kiel) zusammenzulegen. Diese "neue" Dienststelle wird einen neuen Namen erhalten.

Direktoren der FWG:

1968 - 1989 Prof. Dr. Günter Ziehm

1990 - 2001 Prof. Dr. Peter Wille

2001 - 2006 Dr. Rolf Thiele

Seit Mitte 2006 gibt es keinen wegen der beabsichtigten Eingliederung in die WTD 71 Direktor mehr.