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Wunderburg

Wunderburg
Gemeinde Bamberg
Koordinaten: 49° 53′ N, 10° 45′ O7Koordinaten: 49° 53′ 23″ N, 10° 45′ 3″ O
Postleitzahl: 96050

Die Wunderburg ist ein im Südosten Bambergs gelegener Stadtteil, der heute ca. 7500 Einwohner zählt. Angrenzend liegen nördlich die Theuerstadt und Bamberg-Ost, östlich der Hauptsmoorwald, südöstlich die Gereuth, sowie westlich der rechte Regnitzarm.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Suche nach dem Ursprung des Namens Wunderburg führt neben zahlreichen Spekulationen unter anderem zu einer frühen Erwähnung in einem Dokument des Bamberger Stadtarchivs aus dem Jahr 1350. Demnach mag der Bau eines stattlich und wehrhaft anmutenden Gebäudes außerhalb des damaligen Stadtgebietes zwischen der Nürnberger Straße und dem Hauptsmoor im selben Jahr durch Friedrich von Rothenstein die Bewunderung der Anwohner erregt und dem heutigen Stadtteil seinen Namen gegeben haben.

Die dörfliche Siedlung in der Umgebung des heutigen Gebietes der Wunderburg war von Gärtnereien sowie Forst- und Jagdwirtschaft des zuvor noch bis an die Regnitz reichenden Hauptsmoorwaldes geprägt.

Wichtige Verbindungswege waren die Straße nach Nürnberg als Handelsroute, der lange Steg über die Regnitz zur Inselstadt und die vom Steinweg abzweigende heutige Egelseestraße.

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1603 fielen weite Teile der Wunderburg einem Feuer zum Opfer, als sich schwedische Belagerer Gefechte mit kaiserlichen Truppen lieferten.

1673 wurde die Wunderburg zum Gebiet der Immunität des Stifts St. Gangolf gezählt und unterstand damit ihrer Gerichtsbarkeit, womit das Stift gleichzeitig die Grundherrschaft über das Gebiet ausübte.

Die Wunderburg gehörte in der folgenden Zeit zu einer Gruppe von Siedlungen mit dörflichem Charakter wie auch Aufseßhöflein, Seehöflein, Rothof, Cherbonhof, Bug und Bughof und blieb bis zur Säkularisierung des Hochstifts Bamberg 1803 eine eigene Gemeinde unter bischöflicher Oberhoheit.

Zwischen der Jägerstraße und der Theresienstraße und damit in Sichtweite der Straße nach Nürnberg als Abschreckung positioniert, befand sich von 1362 bis 1810 ein Galgen. Straßen- und Flurnamen wie die Galgenfuhr oder Galgenfelder zeugen davon.

In Folge der Säkularisierung ging das Hochstift Bamberg in die Herrschaft des Bayerischen Kurfürstentums über, was eine verwaltungsorganisatorische Neugestaltung wie die Einteilung des Stadtgebietes in Distrikte, bei dem die Wunderburg dem Distrikt II. zufiel, die Übergabe der Gemeindekasse an die Kämmerei und das Entstehen von Bürgervereinen mit sich brachte.

Eine 1689 erbaute barocke Kapelle an der Stelle der heutigen Kirche wurde 1888 abgerissen. Im gleichen Jahr begann der Bau der neugotischen Pfarrkirche Maria Hilf, die ein Jahr später eingeweiht wurde und seit 1982 von einer kleinen Fußgängerzone umgeben ist.

Im Bereich der Nürnberger Straße wurden 1872 die Koppenhofkaserne und 1883 bzw. 1887 Die Holzhofkasernen I und II für das Königlich Bayrische Ulanenregiment errichtet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Kasernen als Unterkunft für Displaced Persons genutzt. Inzwischen wurden die Kasernen zum Gewerbegebiet umfunktioniert. Die Wunderburger Schule wurde 1879 erbaut und seitdem zweimal durch Anbauten vergrößert.

Bevölkerungsentwicklung

Nach Schätzungen anhand von Aufzeichnungen, die bei Steuererhebungen entstanden waren, zählte die Wunderburg in den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts etwas weniger als 200 Einwohner, während Bamberg insgesamt 8000 Einwohner hatte. In den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts lebten 465 Menschen in der Wunderburg, womit die Bevölkerung innerhalb von 200 Jahren etwa proportional zu der Bambergs angewachsen war, welches nun über 18.600 Einwohner hatte.

Das Kirchweihfest ist seit 1528 belegt und findet an jedem dritten Wochenende im Juli statt.

Von 1929 an existierte in der Peuntstrasse das Kino Apollo.

Wirtschaft

War die Wunderburg ursprünglich von Handwerk, Gärtnereien und Forstwirtschaft geprägt, so wurden mit fortschreitender Industrialisierung zunehmend Anbauflächen für den Bau von Wohnungen für Industriearbeiter reduziert.

In der Wunderburg sind die Brauereien Mahr, Maisel und Keesmann sowie die Mälzerei Dessauer ansässig.

Außerdem sind die Robert Bosch GmbH sowie das Druck- und Medienhaus Fränkischer Tag vertreten.

Quellen