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Bundesrat für Niederdeutsch

Der Bundesrat für Niederdeutsch (BfN) vertritt die sprachpolitischen Interessen der Niederdeutsch-Sprecher in Deutschland. Die Geschäftsführung hat das Institut für niederdeutsche Sprache (INS, Bremen) übernommen. Der Rat mit Delegierten aus acht Bundesländern wurde 2002 gegründet und betreibt Lobbyarbeit für die plattdeutsche bzw. niederdeutsche Sprache. Die Delegierten für die Plautdietsch-Sprecher in Deutschland sind zur Zeit mit einem Gaststatus im Bundesrat für Niederdeutsch vertreten – über eine Vollmitgliedschaft wird noch diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben und Ziele

Der Bundesrat für Niederdeutsch beschäftigt sich mit den politischen und juristischen Rahmenbedingungen der Sprachförderung, während die Verankerung des Niederdeutschen als schützenswertes Kulturgut im Sinne der Europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen im Zentrum der Aktivitäten steht. Hauptaufgaben sind die kritische Überprüfung der Maßnahmen zur Umsetzung der Sprachencharta sowie die konstruktive Begleitung dieses Umsetzungsprozesses. Die acht norddeutschen Bundesländer haben sich zur Einhaltung einer größeren Anzahl von Punkten der Sprachencharta verpflichtet (Bildung, Justizbehörden, Verwaltungsbehörden und öffentliche Dienstleistungsbetriebe, Medien, kulturelle Tätigkeiten und Einrichtungen, wirtschaftliches und soziales Leben, grenzüberschreitender Austausch) – mit dem Ziel, die Gefährdungen für das Niederdeutsche einzudämmen und die Sprache substanziell zu fördern. In den vergangen Jahren hat sich der Bundesrat für Niederdeutsch vor allem auf den Bildungssektor konzentriert. Der Aufbau und die Pflege eines Netzwerkes (nach Europa, zum Bund, zum Bundestag und in die Länderverwaltungen hinein) gehört zu den wesentlichen Aufgaben und Zielen des Bundesrates.

Die Delegierten

Der Bundesrat für Niederdeutsch setzt sich aus je zwei Delegierten aus den acht norddeutschen Ländern zusammen, in denen Plattdeutsch gesprochen wird, plus zwei Delegierte für die Plautdietsch-Sprecher in Deutschland:

Bei den acht Bundesländern erfolgt die Legitimation und Delegation der Ländervertreter über die Landesverbände des Bundes für Heimat und Umwelt (BHU), während die Delegierten der Plautdietsch-Sprecher, die zur Zeit Mitglieder mit Gaststatus sind, vom Verein der Plautdietsch-Freunde, dem zentralen Sprachverband der Russlandmennoniten, ernannt werden.

Der Sprecher

Gründer und Sprecher des Bundesrates für Niederdeutsch ist Reinhard Goltz, Geschäftsführer des Instituts für niederdeutsche Sprache in Bremen. Goltz ist Sprachwissenschaftler, Sprachpolitiker, Autor, hat langjährig am Preußischen Wörterbuch mitgearbeitet und ist u.a. auch Vorsitzender der Klaus-Groth-Gesellschaft.