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Didaktik der Philosophie

Didaktik der Philosophie bezeichnet im engeren Sinne die Theorie von der Lehre und des Lernens von Philosophie. Didaktik der Philosophie tritt in der Regel als Fachdidaktik auf.

Inhaltsverzeichnis

Grundpositionen

Es können zwei Grundpositionen unterschieden werden.

Vermittlung

Wichtige methodische Zugänge

Im Sokratischen Dialog wird in Anlehnung an die mäeutische Methode Sokrates' versucht, Philosophie im Sinne des Selbstentdeckens von Wahrheit zu vermitteln. Im Gespräch werden Aporien, Widersprüche, Brüche in der Argumentation aufgezeigt, die wiederum als Ansatz für weitere Erforschung von Sachverhalten dienen.
Im Gedankenexperiment werden denkmögliche aber letztlich kontrafaktische Annahmen als Möglichkeit genommen, Aspekte von Argumentationen, weltanschaulichen Vorstellungen, Wissen oder Traditionen auf ihre innere Logik zu überprüfen. Diese Methode kann wiederum ein Bestandteil des Sokratischen Dialoges sein.
Um in den philosophischen Dialog einzutreten, wird die Fähigkeit die philosophischen Texte zu verstehen notwendig. Verschiedenste Methoden zur Texterschließung werden hierbei angewandt. Dabei zeigen sich insbesondere Aphorismen bzw Dialoge als sehr widerständig. Es kann festgehalten werden, dass die Textanalyse der Schwerpunkt philosophischen Arbeitens ist.
Das Streitgespräch ist eine Form der intensiven Diskussion philosophischer Positionen. Es gibt verschiedene Formen, wie z. B. die Disputation, die nach verschiedenen Regeln durchgeführt werden.

Daneben gibt es den populärwissenschaftlichen Ansatz. Durch Bücher wie Sofies Welt oder Die Philosophische Hintertreppe von Wilhelm Weischedel wird dem Bedürfnis vieler Menschen nach Wissen nachgekommen. Häufig handelt es sich hierbei allerdings um die Vermittlung von Grundwissen und weniger um das Philosophieren selber. Eine große Rolle bei der Vermittlung didaktischer Fähigkeiten im Bereich Philosophie/Ethik kommt auch den Lehrerseminaren zu.

Philosophieren mit Kindern

Das Philosophieren mit Kindern ist keine weitere Art der Philosophievermittlung, sondern zum einen Fach und zum anderen Unterrichtsprinzip.

Seit den Zwanziger Jahren, der Zeit der Reformpädagogik, findet man im deutschsprachigen Bereich Überlegungen, die das philosophische Denken von Kindern thematisieren und es in das Zentrum des Unterrichts stellen wollen. So attestiert der Reformpädagoge Nohl bereits Vierjährigen die Fähigkeit zum philosophischen Denken und entwickelt didaktische Überlegungen, die dieses Denken fördern kann. An dieses Konzept knüpft der hier vertretene Ansatz an. Zwei wesentliche Strömungen entwickelten sich in den letzten zwanzig Jahren.

Die weltweit verbreitetste Richtung der ”Kinderphilosophie” ist Philosophy for children (P4C). Diese Philosophie für Kinder entwirft einen eigenen Wissenschaftskanon der zu vermittelnden philosophischen Inhalte. Dieser Kanon wird a priori gesetzt, wobei als wesentliches Merkmal des philosophischen Denkens das synthetische Denken betont wird, d.h. die Fähigkeit in logisch-diskursiven Begriffen zu denken. Das Philosophieren mit Kindern (PMK) legt den Schwerpunkt neben die Einübung in das logisch-argumentative Denken auf das kreative Denken. Das kreative Denken in den philosophischen Kontext von Unterricht zu stellen, bedeutet eine Erweiterung des traditionellen Verständnisses von Philosophie als Begriffsklärung in diskursiven, eindeutigen Zeichen. Das kreative Denken produziert präsentative, mehrdeutige Zeichen , so lautet hier die Grundthese, die dazu dienen, dem philosophischen Denken der Kinder eine weitere Ausdrucksmöglichkeit einzuräumen. Keiner der Ansätze des Philosophierens mit Kindern, ob es die logisch-argumentative Schule des „Philosophie für Kinder“-Ansatzes ist oder die eher dialogisch-pragmatisch ausgerichtete Schule des „Philosophierens mit Kindern“ kann und will Funktionswissen vermitteln. Der kreative Ansatz des PMK legt den Akzent innerhalb des Philosophierens mit Kindern auf die Suche und den Ausdruck von Deutungen. Auf der Suche nach Bedeutung bilden die Kinder Zeichen oder auch Symbole, die wiederum Anlass bieten, nach neuen Deutungen zu suchen. Dies sind so genannte präsentative Symbole, die neben den diskursiven Symbolen, Referenzpunkte sind für weiteres Nachdenken. Philosophieren mit Kindern ist im Wesentlichen ein Symbolisierungsprozess- ein Zeichenbildungsprozess . Die „Was ist das? Fragen“ der Kinder sind der Ausgangspunkt für die gemeinsame Suche nach Bedeutung und dem Versuch, einen angemessenen Ausdruck für die Bedeutungen zu finden.

Wenn Kinder fragen: Was ist das? fühlt man sich als Lehrer oder als Eltern oft genötigt, sich selbst als Lexikon zu verstehen. Man schlägt nach, was das Wissen auf die jeweilige Frage antworten würde. Es folgt der Gang in die Bibliothek und man schaut in den „Was ist was? Büchern“ nach guten Antworten auf die „Was ist das? Fragen“. Doch wie oft hat man das Gefühl, die Frage des Kindes eigentlich so nicht ganz verstanden zu haben. Z.B. – Was ist das? Zeit“. Doch anstatt bei der Frage zu bleiben, formuliert man sie neu: Du möchtest gerne wissen, wie die Uhr funktioniert oder wer die erste Uhr erfunden hat! Oft ist dies die erste Reaktion, wenn einem ein Kind eine „Was ist das? Frage“ stellt. Schon verändert man die Frage des Kindes, um sie dem eigenen Wissensstand anzupassen und eine Antwort geben zu können. Gemeinsam mit Kindern über ihre „Was ist das? Fragen“ nachzudenken, damit ist man im Kern des Philosophierens mit Kindern und seinem Paradigma:

Haltung

Philosophieren ist ein offener, vorläufiger Deutungsprozess, in dem es wesentlich darum geht, selber zu denken/ vom anderen her zu denken/ weiter zu denken. Er dient der Suche nach immer klareren Bedeutungen.

Inhalt

Der Inhalt richtet sich nach der Erlebnis- und Ereigniswelt der Kinder, diesen Raum kann man auch in die vier Fragen unterteilen, in die Kant die Philosophie teilt:

Methode

Die Methoden, die eingesetzt werden, dienen zum einen der Anregung des logisch argumentativen Denkens und zum anderen der Anregung des kreativen Denkens. D.H., dass das Philosophische Gespräch, Gedichte, Geschichten, Bilder, Begriffsmoleküle, Hypertexte , Theatrale Zeichen, zum Einsatz kommen.

Die analytischen Ansätze des Philosophierens mit Kindern integrieren zwar kreative-anschauliche Zugänge, wie das Schreiben von Gedichten, das Malen von Bildern, das Spielen von Rollen in den philosophischen Klärungsprozess, jedoch nur, um einen weiteren Zugang zu eindeutigen, klaren Begriffen zu ermöglichen. Philosophieren in diesem Verständnis hat das Ziel, eindeutige, klare, konsensfähige Antworten zu formulieren. Der Ansatz des Kreativen Philosophierens mit Kindern erweitert diese Sicht. Hier ist das kreative Denken nicht nur ein Wegbereiter hin zum logisch-argumentativen Denken, sondern bildet philosophisch-relevante Ausdrücke an sich. Das heißt: Bilder, theatrale Zeichen, Gedichte, Geschichten, Hypertexte und sprachliche mehrdeutige Ausdrücke, wie die Metapher, sind zwar mehrdeutige Aussagen, gehören jedoch an sich zu den gemeinsamen Sinndeutungen der Kinder.

Literatur

Literatur zur Philosophiedidaktik


Einführende Literatur zur Philosophie Siehe Philosophie#Literatur

Für den Unterricht empfehlenswerte Literatur

Textsammlungen

Einführungen

Philosophieren mit Kindern

allgemein
Philosophieren mit Kindern