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17. November (Untergrundorganisation)

Die Revolutionäre Organisation 17. November (griechisch Επαναστατική Οργάνωση 17 Νοέμβρη) ist eine extremistische Untergrundorganisation in Griechenland, die ideologisch eine Mischung aus Marxismus und Nationalismus vertritt. Trotz fieberhafter Ermittlungen blieb der griechischen Polizei jahrzehntelang ein Erfolg bei der Bekämpfung der Gruppe versagt, bis es 2002 zu einigen Festnahmen kam. Die EU führt die Organisation auf ihrer Liste der Terrororganisationen.[1]

Am 17. Dezember 2003 wurde der Anführer Alexandros Giotopoulos in Athen zu 21 Mal lebenslänglicher Haft[2] verurteilt. Weitere 14 Mitglieder der Organisation erhielten lebenslange oder mehrjährig befristete Gefängnisstrafen. Giotopoulos und die meisten der Mitangeklagten legten Berufung ein. Das Berufungsgericht revidierte das Urteil gegen Giotopoulos im Mai 2007 auf 17 Mal lebenslängliche Haft. Das Berufungsverfahren hatte im Dezember 2005 begonnen und dauerte 246 Verhandlungstage. Giotopoulos selbst stritt während der Verfahren sämtliche Vorwürfe ab und kündigte nach dem abermaligen Ausbleiben des Freispruchs an, gegen das Urteil vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde einzureichen.[2]

Die Gruppe 17. November bekannte sich seit 1975 zu 23 Morden und zahlreichen Bombenanschlägen in Griechenland.

Ihr Name nimmt Bezug auf die Ereignisse, die sich am 17. November 1973 während des Obristenregimes am Ethnikon Metsovion Polytechnion, dem Athener Polytechnikum, abgespielt haben. An diesem Tag schlug die von Panzern unterstützte griechische Polizei den Aufstand der Studenten, welche die Universität besetzt und ein Ende der Militärdiktatur gefordert hatten, blutig nieder.

Quellen

  1. europa.eu EU-Liste der Terrororganisationen vom 29. Mai 2006 30. Mai 2006
  2. a b „17 Mal lebenslänglich für Terroristenführer Giotopoulos“ - Artikel aus Der Standard, 9. Mai 2007