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Wörterbuch der elsässischen Mundarten

Das Wörterbuch der elsässischen Mundarten enthält den wissenschaftlich bearbeiteten Wortschatz der elsässischen Bezirke Ober- und Unterelsass und dokumentiert – wie das Lothringische Wörterbuch – besonders die von der Schriftsprache abweichenden Wörter und Wendungen. Somit ist es als Idiotikon zu charakterisieren. Als Muster für die Gesamtkonzeption diente das Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache 1881 ff. Die Anordnung der Stichwörter ist nicht alphabetisch, sondern folgt wie das Schweizer Idiotikon dem System J. A. Schmellers in seinem Bayerischen Wörterbuch (1827-37, 2. Aufl. 1872-77), d.h. das Konsonantengerippe der Stammsilbe ist maßgebend für die Alphabetisierung. Der Vokal oder Diphthong der Stammsilbe wird erst nach dem oder den ihm folgenden Konsonanten berücksichtigt. Somit ergibt sich z.B. folgende Reihenfolge für die Stichwörter mit den Stammkonsonanten F-CH: Fach - Fech - Vieh - Fuchs. Ableitungen und Zusammensetzungen sind unter dem jeweiligen Bestimmungswort eingeordnet.

Verfasst wurde das Elsässische Wörterbuch von Ernst Martin (1841 – 1910), seit 1877 Professor in Straßburg, und Hans Lienhart.

Materialbasis des Wörterbuchs war eine Sammlung von 100000 Zetteln, die nach Gründung der Arbeitsstelle 1887, v. a. ab 1890, zusammengetragen wurde. Neben 6000 Zetteln, die von August Stöber (1808 - 1884) beigetragen wurden, und den Fragebögen, die von Louis Gustave Liebich (1824 - 1910) für eine elsässische Grammatik erfragt wurden, waren es hauptsächlich Lehrer, die nach einem Aufruf das Material beigetragen haben.

In den letzten Jahren sind einige kleinere Wörterbücher über elsässische Dialekte erschienen.

In dem Projekt „Wörterbuchnetz“, das im „Kompetenzzentrums für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften“ an der Universität Trier entsteht, wurde eine Online-Version des Elsässischen Wörterbuchs erarbeitet, die mit anderen Wörterbüchern vernetzt ist.

Literatur