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Kloster Dobbertin

Das denkmalgeschützte Kloster Dobbertin liegt bei Goldberg im Landkreis Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Es befindet sich auf einer Halbinsel im Dobbertiner See im Ort Dobbertin und besitzt die einzige zweitürmige Kirche in Mecklenburg.

Es wurde im Zuge der deutschen Christianisierung um 1220 von dem mecklenburger Fürsten Heinrich Borwin II. von Mecklenburg gegründet. Das Kloster ist das älteste Feldkloster in Mecklenburg. Er übergab es an den Benediktiner-Orden. Bereits 15 Jahre später wurde es ein Benediktinerinnenkloster. 1549 beschloss der Landtag an der Sagsdorfer Brücke bei Sternberg, den lutherischen Glauben in Mecklenburg einzuführen. So wurde das Kloster trotz heftigen Widerstandes säkularisiert und 1572 in einen Stift für adlige Damen umgewandelt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel durch Georg Adolf Demmler umgebaut und 1857 fertiggestellt.

1918 wurde das Kloster Staatseigentum und Jugendherberge. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier sowjetische Truppen stationiert, die zahlreiche historische Zeitzeugnisse zerstörten.

Nutzung

Von 1947 bis 1991 befand sich auf dem Gelände ein Alten- und Pflegeheim. Danach wurde es an das Diakoniewerk übergeben, welches in den Gebäuden ein Pflegeheim für Schwerstkörperbehinderte betreibt. Weiterhin finden sich hier Werkstätten für Behinderte. Es besteht die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen und Arbeitsprodukte der Behinderten zu erwerben. Ein Café mit Blick auf den Dobbertiner See sowie regelmäßige Konzertveranstaltungen laden Besucher ein. Angebote der Altenhilfe, der Schuldner- und Suchtberatung ergänzen den Tätigkeitskreis des Klosters.

Seit 1991 werden Gelände und Kirche, auch mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, saniert.

Koordinaten: 53° 36' 54" N, 12° 4' 39" O