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Vathy (Samos)

f9

Gemeinde Vathy
Δήμος Βαθέος (Σάμου)
DEC
Basisdaten
Staat: Griechenland
Verwaltungsregion: Nördliche Ägäis
Präfektur: Samos
Geographische Koordinaten: 37° 45′ N, 26° 59′ O7Koordinaten: 37° 45′ N, 26° 59′ O
Höhe ü. d. M.: 0 - 1153[2] m
Ägäis - Karvounis
Fläche: f4125,15 km²[3]
Einwohner: 12.384 (2001[1])
Bevölkerungsdichte: 100 Ew./km²
Gemeindesiegel:
Sitz: Samos (Vathy)
LAU-1-Code-Nr.: 840100
Gemeindegliederung: 9 Gemeindebezirkef7
Website: www.vathi.gr
Lage in der Präfektur Samos

Die Gemeinde Vathy (griechisch Δήμος Βαθέος), auch als Vathy Samos (Δήμος Βαθέος Σάμου) bezeichnet, liegt in der Präfektur Samos. Das Gemeindegebiet erstreckt sich entlang der nordöstlichen und östlichen Küste der griechischen Insel Samos. Im äußersten Südosten trennt die etwa 1,3 km breite Meerenge von Mykali (Στενό τής Μυκάλης, auch Meerenge von Samos, Στενό Σάμου; türkisch Dar Bogaz; antike Bezeichnung Epta stadia, Επτά στάδια) die Insel vom türkischen Festland. Nachbargemeinden sind im Nordwesten Karlovasi und im Südwesten Pythagorio. Die größten Städte der Gemeinde, Samos (griechisch Σάμoς (f. sg.)) und Vathy (griechisch Βαθύ (n. sg.)), liegen an dem ca. 5 km tief eingeschnittenen und 1 km breiten Golf von Vathy (Kolpos Vatheos, Κόλπος Βαθέος, auch Golf von Samos) und bilden eine städtische Einheit.

Inhaltsverzeichnis

Gemeindebezirke

Samos

Samos-Stadt

Die Enstehungsgeschichte von Samos, dem Verwaltungszentrum der Gemeinde, ist eng mit Vathy verknüpft. Ursprünglich war Samos nur Hafen von Vathy. Das Ende der Piratenüberfälle und die wachsende Bevölkerung von Vathy ließen Mitte des 19. Jahrhunderts die kleine Ansiedlung wachsen. Nachdem der neue Gouverneur Ioannis Gikas den Ort 1854 zur Hauptstadt der Insel erklärte, wurde der Hafen ausgebaut und viele öffentliche Gebäude errichtet. Die Stadt entwickelte sich zum wirtschaftlichen Zentrum der Gemeinde und der Insel. Heute sind alle administrativen und viele öffentliche Einrichtungen in der Stadt zu finden.

Vathy

Vathy, zu Beginn des 17. Jahrhunderts gegründet, ist einer der ältesten Orte der Insel. Kleine Straßen, Treppengassen, eng aneinander gebaute Häuser und kleine alte Kirchen prägen noch immer das Ortsbild. Auf der ehemals landwirtschaftlich geprägten Vlamari Hochebene östlich der Stadt war früher der Getreide- und Tabakanbau weit verbreitet. Heute wird lediglich um die Weiler Kamara und Agia Zoni der Anbau von Gemüse, Wein und Oliven betrieben.

Paleokastro

Der Name des ca. 5 km südöstlich von Samos gelegenen Paleokastro (Παλαιόκαστρο (n. sg.)) weist aus eine alte Burg in der Nähe hin. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der Ort in ca.150 m Höhe umgeben von Hügeln gegründet. Die Menschen leben vom Olivenanbau und von einem bescheidenen touristischen Angebot in den Küstensiedlungen Posidonio, Kerveli und Psili Ammos. Früher wurde auch Tabak angepflanzt.

Kokkari

Der Küstenort Kokkari (Κοκκάρι (n. sg.)), etwa 10 km von Samos entfernt westlich des Golfes gelegen, war früher der Hafen von Mytilinii. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort auf den Ruinen einer älteren Siedlung. Die Menschen lebten von der Landwirtschaft und vom Fischfang. Seit den frühen 1990er Jahren ist der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle. In Ortsnähe liegen mehrere Strände. Der staatliche Energieverorger DEI betreibt östlich des Ortes ein Ölkraftwerk.

Vourliotes

Vourliotes (Βουρλιώτες (n. pl.)) liegt in ca. 300 m Höhe an den nordöstlichen Hängen des Ambelos Gebirges. Die ersten Einwohner kamen aus Vourla (antiker Name Klazomenes, Κλαζομενές) in Kleinasien. Der Ort wurde Ende des 16. oder zu Beginn des 17. Jahrhunderts gegründet. Umgeben von üppiger Vegetation mit vielen Weinbergen hat der Ort bis heute sein traditionelles Aussehen bewahrt. Der Weinbau ist die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung.

Agios Konstantinos

Agios Konstantinos (Άγιος Κωνσταντίνος (m. sg.)) besteht aus den beiden Ortsteilen Ano Agios Konstantinos und dem am Meer im 19. Jahrhundert gegründeten Kato Agios Konstantinos. In der fruchtbaren Umgebung wird Landwirtschaft mit Oliven und Weinbau betrieben. Wegen der Lage am Meer tragen immer mehr Einnahmen aus dem Tourismus zum Einkommen der Einwohner bei.

Manolates, Stavrinides, Ambelos

Die Orte Manolates (Μανολάτες), Stavrinides (Σταυρινήδες), Ambelos (Άµπελος (f. sg.)) liegen an den nordöstlichen Hängen des Ambelos Gebirges zwischen 300 und 400 m Höhe umgeben von üppiger Vegetation, Gärten und Weinbergen. Die Haupteinahmenquelle der Bewohner liegt in der Erzeugung des bekannten Samosweins.

Früher wurden die Orte Agios Konstantinos, Manolates, Stavrinides und Ambelos zusammen mit den verlassen Weilern Margarites und Valeontades wegen ihrer Nähe zueinander Exi Gitonies (Έξι γειτονιές) genannt.

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Vathy[4]
Jahr Einwohner Gemeinde Agios Konstantinos Ambelos Kokkari Manolates Paleokastro Samos Stavrinides Vathy Vourliotes
1666 2.400 --- --- --- --- 400 --- --- 1.600 400
1828 8.658 254 320 77 409 492 962 120 3.979 1286
1864 10.034 1.762 mit Agios Konstantinos --- mit Agios Konstantinos 613 1.883 mit Agios Konstantinos 4.091 1685
1874 9.434 --- --- --- --- --- --- --- --- ---
1890 12.390 --- --- --- --- --- --- --- --- ---
1902 17.174 --- --- --- --- --- --- --- --- ---
1991 11.997 406 351 894 167 654 5.824 93 2.903 705
2001 12.384 394 375 973 137 684 6.275 69 2.875 602

Die Einwohnerangabe von Agios Konstantinos für das Jahr 1864 schließt die Orte Ambelos, Manolates und Stavrinides mit ein.


Einzelnachweise

  1. Angaben des griechischen Amts für Statistik nach Volkszählung 2001 (PDF, 800 kB)
  2. Karte 210 Samos, 1:50.000. Road Editions, ISBN 978-960-8481-03-9.
  3. Angaben des griechischen Innenministeriums
  4. Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Vathy