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Święconka

Święconka [ɕvʲɛnˈtsɔnka] (dt. Speisensegnung) ist ein polnischer Brauch zu Ostern. Am Karsamstag wird in den katholischen wie in den wenigen orthodoxen Kirchen eine spezielle Messe abgehalten, bei der Essen gesegnet wird, das die Gläubigen in Körben gebracht haben. Dieses gesegnete Essen wird dann zum Frühstück am Ostersonntag im Kreis der Familie verspeist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Speisensegnung führte der polnische Adel in Polen ein. Dabei wurde der ganze Tisch und alles, was zum Frühstück am Ostersonntag dazugehört, gesegnet. Dies kostete die Pfarrer viel Zeit, und deswegen verboten die Bischöfe nach und nach das Segnen der Nahrung in Privathäusern. Stattdessen verschoben sie die Segnung in die Kirche. Bis zu dem Zweiten Weltkrieg brachte man in riesigen Körben das komplette Frühstück in die Kirche, doch heutzutage bringt man eher eine kleinere Menge mit und teilt dies später unter der Familie auf. Dabei wird das Frühstück durch nicht gesegnete Speisen ergänzt.

Der Korb

Früher wurden sehr große Körbe für die Święconka benutzt, wobei heute eher kleine Körbe diesen Zweck erfüllen. Das Körbchen wird traditionell mit Immergrün ausgeschmückt. Auf dem Weg in die Kirche wird das Körbchen mit einem Tuch zugedeckt.

Inhalt

In jedem Korb sind Ostereier zu finden. Oft ist auch eine Lammfigur aus Schokolade (früher aus Butter oder Teig) zum Teil auch mit einer Fahne mit der Aufschrift Alleluja, die Jesus Christus symbolisiert. Salz spielt eine wichtige Rolle, das ebenfalls symbolisch dazu gegeben wird, um die Nahrung vor dem Schlechtwerden zu schützen. Weitere wichtige Bestandteile des Korbes:

Die Weihe

Die Körbe werden in den Kirchen ganz nach vorne gebracht. In der Kirche wird ein Gottesdienst gehalten und spezielle Osterlieder gesungen. Dann segnet der Pfarrer alle Körbe mit Weihwasser. Teilweise ist in den Kirchen vorne kein Platz für alle Körbe, dann heben diejenigen, die ihre Körbchen nicht nach vorne brachten, nach oben und der Pfarrer bespritzt diese aus der Ferne mit dem Weihwasser.

Verbreitung

Nach einer offiziellen Statistik aus dem Jahre 2000 praktizieren 95% der polnischen Bevölkerung diesen Brauch. Polnische Auswanderer brachten diesen Brauch auch in die USA. Aber auch in Deutschland werden diese speziellen Gottesdienste gehalten. Neben den polnischen Kirchen hier in Deutschland wird die Speisensegnung in deutschen katholischen Kirchen praktiziert, dies jedoch meist für gebürtige Polen oder Aussiedler. Der Gottesdienst selbst wird dabei oft in der deutschen Sprache gehalten, die Osterlieder werden meist abwechselnd in deutscher und polnischer Sprache gesungen.